Sarah Engels
Von "DSDS" zum ESC

Sarah Engels hat sich im deutschen ESC-Vorentscheid mit ihrem Song "Fire" durchgesetzt und vertritt nun Deutschland beim Musik
Sarah Engels hat sich im deutschen ESC-Vorentscheid mit ihrem Song "Fire" durchgesetzt und vertritt nun Deutschland beim Musikwettbewerb in Wien.
© IMAGO/Sven Simon

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Kann Sarah Engels beim ESC in Wien den Sieg für Deutschland holen? Großen Ehrgeiz hat die Sängerin jedenfalls schon bewiesen.

Als Sarah Engels (33) im Februar 2011 zum dritten Mal vor die "DSDS"-Jury trat, war ihre Castingshow-Bilanz bis dahin eher entmutigend. Zweimal hatte sich die junge Frau, die schon als Kind sang und bei Schulfesten auftrat, für das RTL-Format mit Dieter Bohlen (72) beworben, zweimal war sie an Textproblemen gescheitert. Beim dritten Anlauf sang sie "Run" von Leona Lewis - und kam diesmal weiter. Bis auf die Malediven, bis in die Liveshows, am Ende bis ins Finale. Am 7. Mai 2011 belegte sie hinter Pietro Lombardi (33) den zweiten Platz, mit 48,1 Prozent der Anrufe. Es war der Beginn einer Karriere, die in den folgenden Jahren mehrfach neu ansetzen sollte - und die nun, fast genau 15 Jahre später, in einem ganz besonderen Höhepunkt mündet.

Den ESC-Vorentscheid der ARD gewann sie am 28. Februar mit knapp 38 Prozent der Stimmen. Sie setzte sich gegen acht weitere Kandidatinnen und Kandidaten durch, ihr Siegertitel "Fire", an dessen Text sie mitschrieb, stieg auf Platz 75 der deutschen Singlecharts ein. Sarah Engels schafft es damit von der einstigen Castingshow-Kandidatin zum Eurovision Song Contest und ist im Finale am 16. Mai die deutsche Hoffnung auf einen guten Platz.

Zunächst gab es sie fast nur im Doppelpack mit Pietro Lombardi

Direkt nach dem "DSDS"-Finale 2011 begann ihr erster Karriereabschnitt. Ihre Debüt-Single "Call My Name", produziert von Dieter Bohlen, erreichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Platz zwei der Charts - jeweils hinter der Version desselben "DSDS"-Finalsongs von Pietro Lombardi. Das im Juni 2011 erschienene Album "Heartbeat" platzierte sich auf Platz zwei der deutschen Charts und brachte ihr eine Echo-Nominierung in der Kategorie Künstlerin Rock/Pop National ein.

Mit Pietro Lombardi, den sie 2013 heiratete und dessen Namen sie bis 2021 trug, ging sie noch im selben Jahr unter dem Titel "From Heartbeat to Jackpot" auf Tour. Die beiden waren privat und beruflich eng verbunden. Ab 2013 trat sie musikalisch nahezu ausschließlich gemeinsam mit ihrem Mann als Duo "Sarah & Pietro" in Erscheinung. Zwei Alben entstanden in diesem Format, "Dream Team" (2013) und das deutschsprachige "Teil von mir" (2016). Beide platzierten sich in den Charts, ohne aber an die Erfolge der ersten Soloplatte heranzureichen.

Eine RTLzwei-Doku-Soap zeigte die beiden beim Hausbau, während der Schwangerschaft mit Sohn Alessio (10) und bei einer Wohnmobiltour durch Italien. Doch 2016 kam es zum großen Knall: Das lange als Traumpaar gefeierte Paar trennte sich, 2019 folgte die Scheidung. Im öffentlichen Streit verwies Sarah Engels damals darauf, dass das Wohlergehen des Kindes im Fokus steht. Ihr Satz "Hauptsache Alessio geht's gut" wurde zum kultigen Sprichwort.

Neuanfang und Namenswechsel

Nach dem Wirbel um ihre Trennung startete die Sängerin 2018 einen musikalischen Neuanfang - zunächst nur unter dem Künstlernamen "Sarah". Das in Nashville eingespielte Album "Zurück zu mir" erschien im Mai 2018 und stieg auf Platz 18 der deutschen Albumcharts ein. Begleitet wurde die Produktion von einer dreiteiligen Dokumentation bei RTLzwei.

Eine zweite Zäsur brachte 2020 der Wechsel zum Label Ariola und die Rückkehr zu ihrem Mädchennamen. Mit "Te amo mi amor" trat sie im Mai 2020 beim "Free European Song Contest" für Italien an, belegte den 13. Platz und landete dennoch einen ihrer größten Streaming-Erfolge: Der Titel führte die iTunes-Charts an und wurde später als "Hit des Jahres" mit dem Award "Die Eins der Besten" ausgezeichnet. Es folgten die Alben "Im Augenblick" (2021) sowie das Doppelalbum "Strong Girls Club" (2025), das jeweils zehn deutsche und englische Songs enthielt und Platz 53 der deutschen Charts erreichte.

Ihre weiteren Standbeine

Parallel zu ihrer Musikkarriere baute Engels ein zweites Standbein im Fernsehen auf. 2016 erreichte sie an der Seite von Robert Beitsch das "Let's Dance"-Finale und wurde Zweite. 2018 gewann sie "Das große Promibacken", 2019 siegte sie mit Joti Polizoakis bei "Dancing on Ice", 2020 holte sie als "Skelett" den ersten Platz bei "The Masked Singer". Dazu kamen Auftritte als Jurorin beim "Supertalent" und bei "DSDS", Schauspielrollen in der ZDF-Reihe "Das Traumschiff" sowie 2025 ein zweiter Sieg bei "Schlag den Star".

Auch nach dem ESC wird ihr nicht langweilig werden: Am 20. Mai kehrt sie zurück zum Kölner Musical "Moulin Rouge!", wo sie für 24 weitere Termine die Hauptrolle Satine übernimmt. Im November hatte sie dort ihre Premiere als Musicaldarstellerin gefeiert.

Privat hat Engels nach ihrer ersten Ehe auch wieder ihr Glück gefunden. Seit Mai 2021 ist sie mit Ex-Fußballer Julian (33) verheiratet. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter Solea (4), die im Dezember 2021 geboren wurde. Vor wenigen Wochen ist die Familie in ein neues Haus gezogen, wo nun noch der Garten hergerichtet wird, wovon sie auf ihrem Instagram-Account schon einige Einblicke gegeben hat. Denn längst ist sie auch als Influencerin erfolgreich und hat inzwischen 1,8 Millionen Follower.

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