Instant-Knipser
Fünf Sofortbildkameras im Test: Welche krönt sich zum Schnappschuss-Champion?

Sofortbildkameras sind aus der Zeit gefallen? Keineswegs. Die Spontan-Knipsen stehen hoch im Kurs. Welche als Partyknaller taugen, zeigt der stern-Sofortbildkamera-Test.
Sofortbildkamera Test
Welche der fünf Marken überzeugt im Sofortbildkamera-Test des stern?
© Jan Sägert / stern

In Zeiten kompakter Smartphones mit hochpräziser Fototechnik wirken Sofortbildkameras heute wie klotzige Elektronik aus den 1990er Jahren. Trotzdem behaupten sich die klobigen Knipser von Polaroid, Fujifilm und anderen nach wie vor gegen die digitale Bilderflut, die tagtäglich die Welt der sozialen Medien überschwemmt. Das charmante Pfund, mit dem sie wuchern, sind Abzüge, die unmittelbar nach dem Schnappschuss aus der Kamera geschoben werden. Sie produzieren echte Erinnerungen zum Mitnehmen, für den Geldbeutel, den Kühlschrank oder ein Fotoalbum. Dabei ist nebensächlich, ob die Bilder gestochen scharf und perfekt komponiert sind. Andere Details sind dafür umso wichtiger. Und genau darauf haben wir im stern-Sofortkamera-Test den Fokus gerichtet.

Diese Sofortbildkameras haben wir getestet

Diese Sofortbildkameras sind auch einen Klick wert

Folgende Kameras haben wir nicht selbst getestet. Sie sind uns aber bei der Recherche aufgefallen und wir möchten sie an dieser Stelle auch kurz vorstellen:

Fazit

Die Suche nach dem Schnappschuss-Champion im stern-Sofortbildkamera-Test war etwas knifflig. Keines der fünf Geräte war makellos und jedes hatte seinen eigenen, ganz besonderen Moment. Wir entschieden uns am Ende für die Leica Sofort 2 und zwar nicht wegen, sondern trotz des happigen Preises. Die Hybridkamera sticht durch das beste Gesamtpaket heraus, ist optisch und haptisch nicht zu schlagen. Sie liefert auch ohne die vielen möglichen Nachbearbeitungsmodi und in partytauglicher Zeit die überzeugendsten Instant-Aufnahmen. Wenngleich das Gerät eher als Schmuckstück für Enthusiasten und Liebhaber taugt. 

Für weniger als 50 Euro bekamen wir bei der InstantFun von EasyPix nur auf Thermopapier ausgedruckte Schwarz-Weiß-Schnappschüsse. Klingt wenig, versprühte in unserem Test aber sehr viel Charme. Die InstantFun macht Spaß und verdiente sich durch ihre ehrliche Art im stern-Sofortbildkamera-Test das Prädikat „Preis-Leistungs-Tipp“.

Enttäuscht hat uns keine der fünf getesteten Sofortbildkameras. Jede versprühte den Spirit, der die Instant-Knipser so beliebt macht. 

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

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© Domenic Driessen

Über den Tester

Analoge Filme in einer Dunkelkammer zu entwickeln und die Bilder zum Leben zu erwecken, braucht Geduld. Dafür ist die Freude über geglückte Aufnahmen umso größer. Eine romantische Vorstellung, bedenkt man, dass weltweit Milliarden Bilder auf Smartphones in der Hosentasche mit sich herumgetragen und kaum eines Blickes gewürdigt werden. Das Bild und den Moment unmittelbar und ausgedruckt in den Händen zu halten – das macht für mich die Magie von Sofortbildkameras aus. Gibt es die Liebe auf den ersten Klick? Im stern-Sofortbildkamera-Test wollte ich genau das herausfinden. 
Weitere Informationen über Jan Sägert

Sofortbildkamera-Test: Vergleichstabelle

 Leica Sofort 2EasyPix InstantFUNKodak Mini-Shot 3 RetroFujifilm instax 12 miniPolaroid Now Gen 3Polaroid Go Gen 2AgfaPhoto 
RealPix Mini S
Kodak Step TouchReact Classic 500Lexibook StarCam
Gesamteindruck (max. 5 Sterne)⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Testsieger
⭐️⭐️⭐️⭐️
Preis-Leistungs-Tipp
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️nicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertung
Bild-/Filmformat (B x H)62 x 46 mm57 x 92 mm76 x 76 mm62 x 46 mm79 x 77 mm47 x 46 mm53 x 86 mm50 x 76 mm-50 x 100 mm
SensortechnologieCMOSCMOSCMOSkein Sensor (analog)kein Sensor (analog)kein Sensor (analog)CMOSCMOSvermutlich CMOSCMOS
Max. Auflösung2560 x 1920 px (ca. 5 MP)2 MP3872 x 2592 px (ca. 10 MP)---3840 x 2880 px
(10 MP)
13 MP1920 x 1080 px 
(12 MP) Full-HD
-
Druckauflösung-k.A.291 x 300 dpi---291 x 300 dpica. 313 x 400 dpi--
Blendef/2 bis f/16f/2.4ca. f/2.2f/4f/11; f/64f/9; f/42f/2.55ca. f/2.2k.A.k.A.
ISOAutomatisch (100-1600)AutomatischAutomatisch (100-1600)Automatisch 
(bis 800)
 640100-3200*Automatischk.A.100
Displaygröße (Diagonale)3 Zoll TFT 
(ca. 7,6 cm)
2,4 Zoll (6 cm)1,7 Zoll LCD
(ca. 4,3 cm)
kein Displaykein Displaykein Display1,7 Zoll LCD
(ca. 4,3 cm)
3,5 Zoll LCD
(ca. 8,9 cm)
2,4 Zoll HD 
(6 cm)
2 Zoll 
(ca. 5,1 cm)
TouchscreenJaNeinNeinNeinNein-NeinJaNeinNein
Druck- bzw. 
Entwicklungsdauer pro Foto
ca. 15 Sek.10-15 Sek.50-60 Sek.ca. 90 Sek.ca. 10 Min.10-15 Min.*50 Sek.*60-90 Sek.*nicht möglichca. 10 Sek.*
ZoomNein (Festbrennweite)16 x digitalNeinNeinNeinNein (Festbrennweite)Nein10 x optischNein (Festbrennweite)Nein
BlitzHalbautomatischzuschaltbares LED-LichtHalbautomatischAutomatischAutomatischHalbautomatischAutomatischAutomatischk.A.Halbautomatisch
Selbstauslöser / Selfiemodus2/10 Sek. / JaNein / Nein10 Sek. / JaNein / JaJa 10 Sek. / Ja10 Sek. / ( k.A.)Ja / JaJa / k.A.Ja / Ja
Unterstützte DateiformateJPEGJPEG / AVIk.A.---JPEGk.A.k.A.k.A.
Speicherintern 
(ca. 45 Bilder), per microSD auf auf 1 GB erweiterbar
per microSD 
bis max. 32 GB erweiterbar
kein Steckplatz---SD (12 GB)*per microSD 
bis max. 256 GB erweiterbar
SD (128 GB)SD (32 GB)
Bluetooth fähigJaNeinJaNeinNeinNeinJaJaNeink.A.
Akkukapazität740 mAh (ca. 100 Bilder)2000 mAh1250 mAh (ca. ?? Drucke)ca. 100 Bilder 
(2 AA-Batterien)
750 mAh (15 Filme a 8 Bilder)15 Filme a 8 Bilder620 mAh (ca. 20 Drucke)ca. 40 Drucke1200 mAh1200 mAh
VideofunktionNeinJaNeinNeinNeinNeinJaJaJaJa
MaterialKunststoff KunststoffKunststoffKunststoffABS, PCKunststoffKunststoff Kunststoff
Gewicht (mit Film)345 Gramm217 Gramm390 Gramm390 Gramm510 Gramm239 Gramm*255 Gramm*ca. 350 Gramm*ca. 500 Gramm*380 Gramm*
Zubehör / LieferumfangUSB LadekabelUSB-C Ladekabel, 
2 Thermopapier-Rollen 
(ca. 100 Drucke), Handschlaufe
USB Ladekabel, HandschlaufeHandschlaufe, 
2 AA-Batterien
USB-C Ladekabel, HandschlaufeUSB-C Ladekabel, TragegurtUSB-C LadekabelMicro-USB Ladekabel, 
Starter Pack Druckpapier
-USB-C Ladekabel, 4 Thermopapier-Rollen, 32-GB-SD-Karte, Handschlaufe, 
5 Marker, 170 3D-Sticker
Besonderheitenin den Farben schwarz, weiiß und rot erhältlich, Remote Shooting möglich, kompatibel mit instax mini Film, Stativgewindeintegrierter Lautsprecher und Mikro, 
Spiel- und Musikfunktionen auf SD-Karte
-in sechs Farben erhältlich (pastellblau, pink, weiß, violett, mintgrün, himmelblau)Double Exposure Mode, in sechs Designs erhältlichDouble Exposure Mode, 
in vier Farben erhältlich 
(blau, violett, schwarz, weiß)
-Hybrid-Gerät, 
Bilder auch vom Smartphone aus druckbar
Loop-Aufnahmefunktion-
Preis pro Bildab ca. 80 Centca. 4 Centca. 35 Centab ca. 80 Centca. 2 Euroca. 1,20 Euroca. 65 Cent ca. 13 Cent 
Preis (UVP)379 Euro49,99 Euro149,99 Euro89,99 Euro129,99 Euro89,99 Euroca. 130 Euro179,99 Euro129 Euro79,99 Euro

* Herstellerangabe

So haben wir die Testprodukte ausgewählt

Nach den folgenden Kriterien haben wir die Testkandidaten für den stern-Sofortbildkamera-Test ausgewählt:

Bekannte Hersteller: Bei der Suche nach Testprodukten haben wir zunächst die Portfolios bekannter Marken nach geeigneten Kameras durchforstet. Gerade bei technischen Geräten erschien uns die Erfahrung etablierter Hersteller ein wichtiges Kriterium zu sein.

Verfügbarkeit in vertrauenswürdigen Online-Shops: Natürlich sollten die Testprodukte in relevanten Onlineshops zu marktüblichen Preisen erhältlich sein. Darauf haben wir bei der Auswahl der für den Test vorgesehenen Sofortbildkameras ebenfalls geachtet. 

Alltagstauglichkeit & einfache Bedienung: Wichtig war uns zudem, dass die Testmodelle auch von Menschen ohne großes technisches Vorwissen benutzt werden können. Die Kameras sollten möglichst einfach zu bedienen sein und die Funktionsweise auch für Kinder, Oma und Opa kein Buch mit sieben Siegeln.

Integrierter Drucker: Das spannendste Feature und zugleich die wichtigste Funktion einer Sofortbildkamera ist das instante Drucken der Aufnahmen. Für unseren Sofortbildkamera-Test haben wir demnach ausschließlich Modelle ausgewählt, die die Motive mit oder ohne nachträgliches Bearbeiten ausdrucken können.

Zubehör: Ohne kompatible Filme, Klebesticker oder Papierrollen sind Sofortbildkameras wertlos. Deshalb haben wir darauf geachtet, dass für unsere Testkameras das entsprechende Zubehör auch einzeln und zu vertretbaren Preisen nachgekauft werden kann.

So haben wir getestet

Los ging es wie gewohnt mit dem Unboxing, einem ersten prüfenden Blick auf das Gerät und allem, was noch so in der Verpackung steckte. Dazu der obligatorische Check, ob das Gerät den Transport schadlos und ohne Schrammen überstanden hat. Um später korrekte Ergebnisse zu erhalten, landeten alle mit einem eingebauten Akku betriebenen Testkameras zunächst per mitgeliefertem Kabel an der Steckdose.

In Schritt zwei widmeten wir uns dem Papier, auf das die Schnappschüsse später gebannt werden sollten. Je nachdem, ob diese im Lieferumfang enthalten waren, besorgten wir uns das empfohlene Trägerpapier beziehungsweise die passenden Filme zum Ausdrucken.

Damit die Ergebnisse der verschiedenen Systeme vergleichbar sind, mussten alle Testkameras beim identischen Set-up ihr Können unter Beweis stellen. Wir wollten herausfinden, wie sich die Geräte drinnen wie draußen bei guten, aber auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen schlagen. Wie scharf und kontrastreich sind die Instantbilder? Und wie viel Geduld müssen Partyfotografen aufbringen, bis sie den Schnappschuss in voller Pracht in den Händen halten? Außerdem wichtig: Welche Einstelloptionen gibt es und wie intuitiv lässt sich die Sofortbildkamera bedienen?

Im Praxistest musste jede Kamera für drei verschiedene Motive ran:

  1. Aus etwa einem Meter Abstand sollte bei Tageslicht (geschätzt etwa 5.500 bis 6.000 Kelvin) ein sehr farbenfrohes, unbewegliches Motiv in einer Wohnung festgehalten werden.
  2. Die zweite Herausforderung bestand darin, bei leicht diffusem Licht am Morgen eine Häuserfront an einem Fleet in Hamburg einzufangen.
  3. Zum Abschluss im Sofortbildkamera Test durften die Kameras das machen, wofür sie einst erfunden wurden. Die Aufgabe: ein Indoor-(Selfie-)Porträt bei künstlichem Licht.
Sofortbildkamera Test: Die Aufnahmen im Überblick
Sofortbild-Galerie: Jedes der fünf Testgeräte musste drei Mal ran
© Jan Sägert / stern

Wichtig: Alle Bilder wurden mit Blitzlicht aufgenommen. Bei den Kameras, die nicht automatisch blitzen, haben, wir das Blitzlicht manuell zugeschaltet. Abgesehen davon wurden keine zusätzlichen Einstellungen vorgenommen, um der Idee der Sofortbildkamera so nah wie möglich zu kommen.

1. Nicht günstig, aber gut: Kodak Mini-Shot 3 Retro 

Wir starten mit der Mini-Shot 3 Retro von Kodak, einer sogenannten Hybrid-Kamera. Im Gegensatz zu einer klassischen Sofortbildkamera wird das Foto hier nicht direkt nach dem Auslösen aus der Kamera geschoben, sondern kann an der Kamera selbst oder via Smartphone-App bearbeitet und danach ausgedruckt werden. Eine Sofortbildkamera de luxe, wenn man so will. Ob die Miniaufnahmen halten, was die Idee verspricht, wollten wir herausfinden.

Unboxing & erster Eindruck
Die Mini-Shot 3 Retro kommt in einer dünnen Pappbox. Mehr als eine schwarze Handschlaufe, ein erfreulich langes Ladekabel und ein schlecht gefalteter User Guide finden wir darin nicht. Schön: Das Testgerät war direkt startklar, denn die erste Filmkassette mit acht Blatt Fotopapier lag schon im Bauch des Gehäuses bereit. Das klobige Design ist ohne Zweifel Retro. Der Kodak-typische Gelb-Schwarz-Kontrast funktioniert super. Eine angedeutete Lederstruktur an der Frontseite und der knallrote Auslöser unterstützen den Retro-Look. Das Mini-Display auf der Rückseite wirkt etwas verloren, die Tasten am Bedien-Panel daneben erklären sich von selbst. Auf den ersten Blick scheint die Mini-Shot für kleine Hände eine Herausforderung zu sein. 13 Zentimeter misst das Gerät in der Breite. Handlich ist das eher nicht. Vor allem nicht für Selfies, bei denen ein 1-mal-1-Zentimeter kleiner „Spiegel“ über der Linse an der Frontseite helfen soll. Ob das funktioniert, klären wir später auf.

Sofortbildkamera Test: die Kodak Mini-Shot 3 Retro
Nur optisch oldschool: Die Kodak Mini-Shot 3 Retro im stern-Sofortbildkamera-Test
© Jan Sägert / stern

Vorbereitung & Fotografieren
Unser Testgerät kam mit einem etwa 80 Prozent geladenen Akku, der nach 30 Minuten an der Steckdose mit voller Power bereit war. Der Ladezustand kann nur im Display kontrolliert werden. Eine optische Hilfe, beispielsweise als LED, wäre hier hilfreich. Beim Einschalten springt das LCD-Display an. Es ersetzt den Sucher, durch den bei klassischen Sofortbildkameras das Motiv ausgewählt wird. Das überschaubare Menü erlaubt das Zuschalten eines Blitzes, das Fokussieren übernimmt die Kamera selbst, wobei ein grünes Messfeld anzeigt, in welchem Bereich des Bildes die Schärfe liegt. Vor dem ersten Schnappschuss installieren wir noch „Kodak Photo Printer“, eine App, über die die Kamera via Bluetooth mit einem Smartphone verbunden werden kann.

Kaum nostalgische Gefühle verspürten wir beim Auslösen der Mini-Shot 3 Retro. Mehr als ein unvermitteltes, hohles Klicken und einen Piepser konnten wir der Kamera nicht entlocken. Kein wirklich kontrollierbarer Druckpunkt, leider. Löst man den Zeigefinger vom roten Knopf, speichert die Mini-Shot das Bild und es wird direkt im Display angezeigt. Nun bietet das hybride Gerät zwei Möglichkeiten zum Drucken.

Druck & Bildeindruck
Option 1: Das geschossene Bild wird direkt ausgedruckt, indem der Button mit dem bekannten Druckersymbol gedrückt wird.

Option 2: Via Bluetooth lässt sich die Kamera mit dem Smartphone verbinden. Dort gibt es alle bekannten Optionen, um das Bild zu bearbeiten, bevor per Smartphone der Druckvorgang ausgelöst werden kann.

Sofortbildkamera Test: So druckt die Kodak Mini-Shot 3 Retro
Über ein 4Pass-Verfahren wird das Bild bei der Kodak Mini-Shot 3 gedruckt
© Jan Sägert / stern

Egal, welche Variante man wählt: Technisch bedient sich Kodak einer für Sofortbildoptiken ungewöhnlichen Technik: Nacheinander werden Gelb, Magenta und Cyan auf Fotopapier sublimiert, das im vierten Schritt mit einem Schutzfilm laminiert wird. Dabei wird das Bild jedes Mal kurz aus dem Schlitz an der Seite geschoben. Nicht viel länger als 60 Sekunden dauerte es in unserem Test vom Auslösen bis zum fertigen Instant-Foto. Verglichen mit den anderen Kameras im Test ein ausgezeichneter Wert.

Auch bei der Bildqualität kann sich die Kodak sehen lassen. Sie lieferte im Autofokus-Modus ohne Ausnahme scharfe Bilder. Bei der Innenaufnahme eines sehr farbenfrohen Motivs meinte sie es mit der Sättigung etwas zu gut. Der orangefarbene Spielstein tendierte auf dem Bild stark ins Rot. Die Außenaufnahme bei Minusgraden meisterte sie dafür aus unserer Sicht gut. Auch beim Selfie-Porträt überzeugte sie uns mit guter Schärfe und natürlichen Hauttönen.

Fazit
Kodak hat mit der Mini-Shot 3 den Spagat zwischen Digital- und Sofortbildkamera versucht. Und sich dabei im Großen und Ganzen gute Noten verdient. Das Retrodesign ist Geschmacksache, sollte beim Kauf aber nicht der entscheidende Punkt sein. Mit einem Preis von etwa 35 Cent pro Bild schlägt die Mini-Shot alle anderen Testgeräte, die einzelne Bilder ausgeben. Dass man sie via Bluetooth mit einem Smartphone koppeln und per App Bilder nachbearbeiten kann, gefällt ebenfalls. Nettes Extra: Wer der App Zugriff auf die Fotobibliothek gewährt, kann auch daraus binnen 60 Sekunden einen Abzug machen. Im Handumdrehen erledigt, ist auch das Wechseln der Kartusche, deren Tinte für acht Bilder reicht. Insgesamt hat uns die Kodak Mini Shot 3 Retro überzeugt. Insbesondere das unkomplizierte Drucken und die durchaus pinwandwürdigen Bilder ließen uns zufrieden zurück.

2. Perfekt fürs Partyvolk: Fujifilm Instax Mini 12

Weiter geht's mit der Instax Mini 12 von Fujifilm, die dem Sofortbild-Vorreiter Polaroid seit einigen Jahren Marktanteile abjagen will. Die Mini 12 ist eine klassische Sofortbildkamera, deren spezielles Bildformat sie von den ikonischen Polaroids unterscheidet. Bezüglich der Motivgröße ziehen die Japaner den Kürzeren. Doch was ist mit Haptik, Optik und der Qualität der Schnappschüsse?

Unboxing & erster Eindruck
Fujifilm sammelt direkt beim Auspacken einen fetten Pluspunkt. Die Instax 12 Mini kommt nämlich komplett ohne Plastik verpackt bei uns an. Statt aus Folie holen wir die Kamera aus einer Papiertüte. Geliefert werden neben der mintgrünen Kamera eine farblich passende Handschlaufe und zwei AA-Batterien. Das Motto: Weniger ist mehr. Als einzige Kamera im Test kommt die Instax ohne fest verbauten Akku aus. Durch das komplett abgerundete Gehäuse wirkt das Gerät weit weniger klobig als die Kodak, dafür liegt sie trotz der matten Oberfläche etwas rutschiger in der Hand. Das Einfädeln der Handschlaufe ist nichts für Grobmotoriker und benötigt etwas Geduld. Für sicheren Stand sollen vier Minifüße sorgen. Eine gute Idee für alle, die viel mit dem Selbstauslöser arbeiten möchten. Wichtig: Die Instax wird standardmäßig ohne Filmkassette angeboten. 

Vorbereitung & Fotografieren
Sind die Batterien im richtigen Fach, geht das korrekte Einlegen des Films leicht von der Hand. Zwei gelbe Markierungen an Film und Kamera helfen dabei. Um die Kamera fit fürs Shooting zu machen, muss einmal ausgelöst werden. Ähnlich wie bei früheren Analogkameras zeigt die Instax danach in einem kleinen Display per Countdown an, wie viele Bilder noch geknipst werden können. Ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig fanden wir das Einschalten der Kamera. Hierfür wird der Linsenring nach links gedreht, bis eine orangefarbene LED leuchtet. Eine weitere Raste ermöglicht eine Nahaufnahme. Ähnlich wie bei der Kodak soll ein Minispiegel direkt neben der Linse bei Selfies helfen. 

Sofortbildkamera Test: Instax 12 Mini mit Print
Weiche Kanten, runde Sache: Die Instax 12 Mini überzeugt bei Selfies, hat aber kleine Schwächen beim Handling
© Jan Sägert / stern

Der Auslöser ist leicht zu finden, wobei er unserer Sicht etwas zu nah am Sucher „klebt“. Das führte im Test dazu, dass der Zeigefinger des Fotografen bei der Motivsuche immer mal wieder im Sucher auftauchte. Insgesamt fanden wir die Kamera schwer zu greifen. Beim Fotografieren sollte die linke Hand das Gehäuse unterhalb des Linsenrings halten, damit der Schlitz für das Foto nicht verdeckt wird. Das mögen erfahrene Fotografen kennen. Für andere könnte sich das ungewohnt anfühlen. Auch, weil die Kamera sehr bauchig daherkommt. Umso wichtiger, dass eine Handschlaufe inklusive ist, die das Handling etwas sicherer macht. Das Auslösen selbst ist unspektakulär. Ein Blick durch den Sucher, Bildausschnitt wählen und ab dafür! Auch hier startet der Druck erst beim Lösen des Fingers.

Sofortbildkamera Test: Fujifilm Instax 12 Mini
Mini-Knipskugel: Die Instax 12 Mini gibt's in fünf pastelligen Farben
© Jan Sägert / stern

Druck & Bildeindruck
Im Stil einer klassischen Sofortbildkamera schiebt die Instax Mini 12 den Print schon wenige Augenblicke später oben aus der Kamera. Im Test mussten wir keine zwei Minuten warten, um das Motiv klar erkennen zu können. Einige Minuten später lagen die fertig entwickelten Bilder vor uns. Im Gegensatz zur Polaroid ist es hier nicht notwendig, die Prints zunächst vor Licht zu schützen. Nur zu kalt sollte es nicht sein. Bei Außentemperaturen unter fünf Grad Celsius empfiehlt Fujifilm die Aufnahme unmittelbar nach dem Fotografieren in einer Jackentasche zu verstauen. In unserem Outdoortest bei Temperaturen deutlich unter null Grad gelang der Instax auch ohne diesen „Trick“ eine brauchbare Erinnerung. Auch wenn sie mit der Leica nicht mithalten konnte. Auch bei den Indoor-Motiven lieferte die Instax ab, wobei das farbenfrohe Stillleben für unseren Geschmack etwas unterbelichtet wirkt. Ihre Stärke spielte die Partycam beim Selfie in der stern-Testredaktion aus. Auch wenn hierfür ein sehr flexibles Handgelenk und eine ruhige Hand benötigt wurden, gab es auf dem Bild an den Farben und Hauttönen nichts zu meckern. Der Ausschnitt im Spiegel auf der Frontseite stimmte mit dem auf dem Print im Brieftaschenformat überein.

Fazit
Die Fujifilm Instax 12 Mini ist eine Sofortbildkamera ohne Schnickschnack, aber für alle Fälle. Bei ausreichend Tageslicht und einer ruhigen Hand glänzte sie im stern Sofortbildkamera-Test mit farbechten Schnappschüssen für Erinnerungsalben und Familienkalender. Die Pics passen aber auch perfekt ins Portemonnaie. In der Instax 12 Mini hat Fujifilm solide Technik mit einer großzügigen Prise Spaß verquirlt. Die Haptik empfanden wir bisweilen als etwas umständlich. Mit mindestens 80 Cent pro Bild müssen Gelegenheitsfotografen bei der Instax 12 Mini rechnen. Damit liegen die Japaner klar unter dem Polaroid-Niveau. Von Schnäppchen sind die Schnappschüsse aber auch hier weit entfernt.

3. Elegant & emotional: Leica Sofort 2

Mitte der 2010er Jahre stellte die Traditionsmarke Leica ihre erste eigene Sofortbildkamera vor. Seit 2023 mischen die Mittelhessen mit einem hybriden Modell auf dem Markt der Instantkameras mit. Die Sofort 2 spielt damit in derselben Liga wie die Mini-Shot 3 von Kodak – zumindest was die Idee der Hybrid-Technik angeht. Denn die Preisklasse ist Champions League. Dafür werden die Leica-Geräte komplett im mittelhessischen Wetzlar und nicht im Ausland gefertigt. Doch was bekommt, wer bereit ist, fast 400 Euro für dieses edle Stück Technik auf den Tisch zu legen?

Unboxing & erster Eindruck
Unser Testgerät kommt unaufgeregt im schwarzen Karton verpackt. Enthalten sind neben der Kamera ein abnehmbarer Leder-Tragriemen, ein leider sehr kurzes USB-C-Ladekabel und ein Objektivdeckel. Genial: Der Deckel wird nicht aufs Objektiv geschraubt, sondern elegant per Magnet an die Linse gezogen. Wie bei der Mini Shot war auch bei der Sofort 2 die erste Filmkassette schon eingelegt und die Kamera damit sofort einsatzbereit. Das Design der Sofort 2 ist klar und schnörkellos. Selbst der Kunststoff wirkt hier edel. Beim Display hat sich Leica für die 3-Zoll-TFT-Variante entschieden, was einer Diagonale von fast acht Zentimetern entspricht. Auch an das Stativgewinde haben die Hessen gedacht. 

Zwei Bedienelemente fallen besonders auf: Zumindest gewöhnungsbedürftig fanden wir den Ein-Aus-Schalter, der per Drehmechanismus funktioniert und an der Front neben der Linse verbaut wurde. Noch etwas spannender ist der Hebel, der mit dem Daumen bedient wird und den Fotodruck auslöst. Das Geräusch erinnert an Analogkameras, bei denen der Spannhebel wichtig war, um den Film weiterzuziehen und den Verschluss fürs nächste Bild zu spannen. Eine grandiose Idee. Apropos Film: Leica hat sich beim Format seiner Filme mit Fujifilm zusammengetan, sodass anstelle der originalen Leica-Instant-Filme auch die Instax Mini-Filme kompatibel sind.

Sofortbildkamera Test: Die Leica Sofort 2 mit Objektivdeckel und User Guide
Elegant und gut durchdacht: Der Objektivdeckel der Leica Sofort 2 wird per Magnet aufs Objektiv gezogen  
© Jan Sägert / stern

Vorbereitung & Fotografieren
Wie bei der Mini Shot 3 Retro haben wir auch bei der Leica die umfangreichen Extra-Einstellungen zunächst außen vor gelassen und versucht, die Sofort 2 mit einem möglichst spontanen Foto mit den Klassikern von Fujifilm und Polaroid vergleichbar zu machen. Dafür musste der Akku für einige Minuten an die Steckdose. Nach dem Einschalten über das Drehrädchen vorn erscheinen im Display der aktuelle Ladezustand des Akkus sowie eine Information zu den noch übrigen Aufnahmen. Einen klassischen Sucher hat das Gerät nicht. Motiv und Ausschnitt werden über das Display gewählt. Wie bei der Polaroid muss auch bei der Sofort 2 der Auslöser zunächst nur etwas angedrückt werden, um das Messfeld für den Autofokus zu aktivieren. Beim Auslösen imitiert die Leica das Öffnen und Schließen des Verschlusses analoger Kameras. Etwa 45 Bilder kann Sofort 2 intern speichern. Um das geschossene Foto direkt auszudrucken, muss man einen kleinen Umweg nehmen. Der bei Digitalkameras gelernten Button „Play“ führt in die kleine Galerie, in der der letzte Schnappschuss zuerst angezeigt wird. Wir wollten das Bild pur ausdrucken.

Sofortbildkamera Test: Leica Sofort 2 mit ausgedrucktem Bild
Die Leica Sofort 2 druckt nur auf Wunsch direkt. Das macht sie aber hervorragend
© Jan Sägert / stern

Druck & Bildeindruck
Fürs direkte Drucken ist der Hebel oberhalb des Displays zuständig. Der wird dafür mit dem Daumen ohne großen Kraftaufwand bis zum Anschlag durchgezogen. Sekunden später schiebt die Leica das Motiv virtuell aus dem Display. Gleichzeitig kommt der Film auch physisch aus der Kamera. Wahlweise mit oder ohne Zeitstempel. Gut Ding will auch bei der Sofort ein wenig Weile haben. Acht bis zehn Minuten dauerte es in unserem Test, bis das geschossene Foto final „entwickelt“ lag. Und zwar mit der besten Schärfentiefe im Testfeld. Auch die Farben traf die Sofort 2 ausgezeichnet. Im Vergleich mit der Instax Mini 12 glänzte sie mit etwas weicheren Kanten. Bei sehr starkem Lichteinfall von hinten und aktivem Blitz wirkten die Bilder auch 30 Minuten nach dem Drucken noch etwas überbelichtet. Korrigieren lässt sich das laut Leica im Bearbeitungsmodus der Kamera, auf den wir in diesem Test nicht gesondert eingehen. Insgesamt erinnerte uns die weiche und dezente Retrooptik der Aufnahmen am ehesten an die Polaroids der Now Gen. 3.

Sofortbildkamera Test: Die Leica Sofort 2 mit drei Prints
Drinnen wie draußen überzeugend: Die Leica Sofort 2 bietet zudem zahlreiche Filter und Bearbeitungsoptionen
© Jan Sägert / stern

Fazit
Die UVP von knapp 380 Euro ist ein Brett. Erfahrene Fotografen, die auf Technik „Made in Germany“ stehen und mit Kanonen auf Spatzen schießen möchten, landen mit der Leica Sofort 2 in jedem Fall einen Volltreffer. Optisch und haptisch gibt es an dieser Kamera nichts auszusetzen. Etwa 80 Cent sind für einen Print fällig, und die gelangen im Test zuverlässig, wobei die Leica tendenziell etwas überbelichtet druckt, wenn die Bilder nach der Aufnahme nicht korrigiert werden. 

4. Nicht perfekt, aber einzigartig: Polaroid Now Gen 3

Sie ist der Inbegriff der Sofortbildkamera und dürfte einen ähnlichen Bekanntheitsgrad haben wie die Rolling Stones. Dass die Idee des Instant-Fotos aus dem Amerika der 1940er Jahre stammt, ist unumstößlich. Doch längst ist Polaroid nicht mehr der einzige Player am Markt, und seitdem die Menschen jeden Tag Milliarden Fotos mit ihren Smartphones schießen, muss sich auch der Vorreiter auf dem Feld der schnellen Party-Prints strecken. Wie geht die Polaroid Now Gen 3 mit diesem Druck um?

Unboxing & erster Eindruck
Unser Testmodell kommt in der zauberhaften Farbe „Coral“ nebst zwei i-Type-Filmen, je einer für acht Schwarz-Weiß- und Farbfotos. Abgesehen davon, dass das Gerät ohne Grund in dicke Plastikfolie gehüllt verpackt wurde, ist die Now ein Statement. Allein die typische Form mit der markanten Schräge, dem „Balkon“ unter der Optik und dem ikonischen Sucher macht Lust aufs Fotografieren. Zum Lieferumfang gehören die Handschlaufe in der Farbe des Kamerabodys und ein Faltblatt mit Schnellstart-Anleitung. Auf das Ladekabel verzichten die US-Amerikaner. Wie gehabt, kommt die Polaroid mit vier Tasten aus: dem An-Aus-Schalter, einem für den Blitz sowie dem Auslöser vorn neben der Linse und einem Button, der den Selbstauslöser steuert. Neu und ein schönes Feature ist das Gewinde für ein Stativ.

Sofortbildkamera Test: Die Polaroid Now Gen 3
Im schicken Coral und mit passender Handschlaufe geht die Polaroid Now Gen 3 in den Test
© Jan Sägert / stern

Vorbereitung & Fotografieren
Für den Test stöpselten wir die Now zunächst per Kabel an die Steckdose. Nach etwa 30 Minuten zeigte das Gerät einen vollen „Tank“. Beim korrekten Einlegen der Filmkassette lohnt ein Blick in den Quick Guide. So lief das auch in unserem Test glatt und im Feld unter dem Power-Button leuchtete direkt nach dem Testauslösen eine „8“ für die Anzahl der verfügbaren Polaroids. Ohne großes Vorgeplänkel konnten wir also loslegen. Auge hinter den Sucher, Motiv einfangen, auslösen. Gleich beim ersten Bild musste der Autor feststellen, dass auch sein Auge von den makellosen Bildern der Megapixel-Monster aka Smartphones verwöhnt oder vielleicht auch geschädigt ist. Um mit der Now klassische und gelungene Selfies zu schießen, braucht es etwas Übung. Im Zweifel empfehlen wir den Selbstauslöser.

Druck & Bildeindruck
Doch zunächst zum Drucken. Oder besser: belichten und entwickeln. Denn Polaroids werden durch chemische Prozesse im Inneren der Fotofolien zum Leben erweckt. Eine sehr sensible Sache, die dazu führte, dass unser mutiger Versuch, bei etwa sechs Grad minus eine Häuserflucht in der Hamburger Speicherstadt festzuhalten, grandios scheiterte. Die Aufnahme erlitt einen heftigen Blau-Grünstich, was weit weg von der realen Stimmung an diesem Morgen war, wie die Ergebnisse der Kodak, Leica und Instax zeigten. Indoor machte die Polaroid ihre Sache ordentlich, wobei wir uns auch hier erst wieder an den leicht milchigen, beinahe künstlerischen,Teint gewöhnen mussten. Ohne Blitz gerieten die Aufnahmen zwar etwas dunkel, dafür erschienen uns die Hauttöne realistischer. Exzellent gelang das Selbstauslöser-Porträt mit Blitz, wobei das Gesicht nach dem vollständigen Entwickeln etwas überbelichtet wirkte. Polaroids haben ihre ganz eigene und eigenwillige Bildsprache. Das macht sie aber auch so besonders.

Sofortbildkamera Test: Polaroid Now Gen 3 mit Prints
Kultig wie eh und je: die Polaroid Now Gen 3
© Jan Sägert / stern

Fazit
Die dritte Generation der Polaroid Now hat uns nicht enttäuscht. Dennoch ist der Autor hin- und hergerissen. Die Kamera mit dem Regenbogenstreifen ist Kult und das bleibt sie wohl für immer. Ungeduldige Gemüter werden mit ihr aber auf eine harte Probe gestellt. Nicht nur, dass man mindestens zehn Minuten bis mehrere Stunden auf das voll entwickelte Bild warten muss. Die Now reagiert auch sehr sensibel auf nicht ideale Lichtverhältnisse. Oder besser: Das Ergebnis ist nicht immer das, was der Fotograf oder die Fotografin erwartet hat. Die Motivauswahl sollte gut durchdacht werden, denn nach acht Aufnahmen ist der i-Type-Film leer. Für neues Bildfutter, auch das ist nicht neu, sind pro Abzug etwa zwei Euro fällig. Das ist happig. Insgesamt lebt die Polaroid Now von ihrem Kultstatus. Die Prints sind nicht perfekt, aber einzigartig. Die Now schreit nach experimentierfreudigen und kreativen Hobbyfotografen, die abseits der digitalen Fotowelt noch etwas Spaß haben wollen.

5. Herrlich ehrlich: EasyPix InstantFun

Was man von einer Kamera für unter 50 Euro erwarten kann? Das haben wir uns auch gefragt und die EasyPix InstantFun in den Pool des stern-Sofortbildkamera-Tests aufgenommen. Klingt das günstigste Gerät dieses Vergleichs nur nach Spaß, oder bringt es auch den Fun, den die Verpackung verspricht? Laut Beschreibung kann ein LED-Licht als Blitzersatz zugeschaltet werden. Wir sind gespannt.

Unboxing & erster Eindruck
In der stabilen und bunt bedruckten Pappschachtel finden wir neben der Kamera noch ein erfreulich langes USB-C-Ladekabel, die obligatorische Handschlaufe sowie zwei Rollen aus Thermopapier, die später bedruckt werden. 100 Fotos sind damit laut Hersteller drin: So viele sind bei keiner anderen Kamera im Test inklusive. Die InstantFun fühlt sich nicht nur leicht an – sie ist mit 217 Gramm auch die leichteste und kleinste im Test. Die Form erinnert vage an das ikonische Design der Polaroid. Die Bilder verlassen auch hier die Kamera durch einen Schlitz an der Frontseite. Sämtliche Bedienelemente sind rot, das Display mit sechs Zentimetern Diagonale nur etwas kleiner als bei der Leica Sofort 2. An der Seite hat EasyPix die Ladebuchse und den microSD-Kartenslot hinter einer Silikonlasche versteckt.

Sofortbildkamera Test: Der Lieferumfang der EasyPix InstantFun
Kleine Cam für schmales Geld: Die InstantFun kommt mit zwei Thermopapierrollen für je 50 Bilder
© Jan Sägert / stern

Vorbereitung & Fotografieren
Das Vorbereiten auf den ersten Schnappschuss war keine Herausforderung: Klappe an der Unterseite auf, Thermopapierrolle gemäß User Guide rein, wenige Zentimeter abrollen, Klappe wieder zu. Beim Einschalten hatten wir kurz nostalgische Gefühle. Das Display mit sechs bunten Icons erinnerte den Autor an längst vergangene Videospielzeiten. Apropos: Über die vier Cursor lassen sich die Icons ansteuern. Bestätigt wird via „OK“-Button auf der Oberseite. Wie bei einer Digitalkamera fungiert auch hier das Display als Sucher. Beim Selfie, für das es bei der InstantFun keine separate Funktion gibt, brauchten wir etwas Gefühl. Dank des kompakten Formats war das im Test aber kein Problem. Im Display laufen Datum und Uhrzeit mit. Schön: Der Zeitstempel kann optional auf die Abzüge gedruckt werden. Wichtig: Für den Direktdruck schaltet man den Druckmodus auf der Oberseite zu. Sonst werden die Bilder zunächst intern gespeichert. Das funktioniert allerdings nur, wenn die micro-SD-Karte installiert wurde. 

Sofortbildkamera Test: Display und Menü der InstantFun von EasyPix
Keine Kids-Kamera: Auch wenn das Menü der InstantFun sehr verspielt aussieht
© Jan Sägert / stern

Die InstantFun überraschte uns beim Fotografieren mit einem durchaus realistischen Auslösegeräusch. Im Display bekamen wir danach direkt die Rückmeldung, dass die Kamera druckt. 

Drucken & Bildqualität
Keine Kamera im Test lieferte so schnell ab wie die InstaxFun. Dafür rollt sich aber nur eine 55 Millimeter breite Rolle kassenbonartig aus dem Schlitz an der Vorderseite. Binnen Sekunden hielten wir die fertigen Aufnahmen in den Händen. Statt eines einzelnen Bilds kommen die Schnappschüsse am laufenden Bon aus der Kamera. Über eine kleine Abrisskante lassen sich die Bilder mit einem beherzten Ruck nach oben voneinander trennen. Das Ergebnis hat einen gewissen Charme. Ja, die Aufnahmen sind pixelig und auch nur schwarz-weiß. Kein Vergleich mit den farbigen Pics der anderen Sofortbildkameras. Doch Schärfe und Kontraste stimmen. Das macht die Bilder in dieser Testreihe für uns besonders. Sowohl die Außenaufnahme, als auch die Testporträts erfüllten unsere Erwartungen an eine Sofortbildkamera. Auf Papier gebannte Erinnerungen, mal nicht in gestochen scharfer Smartphone-Optik. Einfach herrlich ehrlich.

Sofortbildkamera Test: EasyPix InstantFun
Die Schnappschüsse der EasyPix InstantFun: nur in Schwarz-Weiß, dafür mit ganz eigenem Charme
© Jan Sägert / stern

Fazit
Die EasyPix InstantFun ist der klare Preis-Leistungs-Sieger in diesem Sofortbildkamera-Test. Das Gerät ist einfach zu verstehen, bietet die wichtigsten Funktionen und liefert binnen Sekunden Schnappschüsse, die in Erinnerung bleiben. Auch, wenn sie fotografisch betrachtet nicht mit den Prints der anderen Kameras im Test mithalten konnten. Die Schwarz-Weiß-Drucke sind besonders. Was dazu kommt: Der Preis pro Abzug liegt bei unschlagbaren vier Cent. Wer keinen Wert auf perfekte Party-Pics legt und nur schöne Momente mit Freunden festhalten möchte, wird mit InstantFun großen Spaß haben.

Sofortbildkameras: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Wie funktioniert eine Sofortbildkamera?

Eine Sofortbildkamera belichtet spezielles Fotopapier, das sich unmittelbar nach der Aufnahme des Motivs dank chemischer Prozesse selbst entwickelt. Das Bild wird direkt nach dem Auslösen aus der Kamera ausgegeben und ist meist innerhalb weniger Minuten vollständig sichtbar, indem eine Entwicklerpaste auf das Bild gedrückt und dort verteilt wird.

Welche Sofortbildkamera ist die beste für Einsteiger?

Ähnlich wie bei kompakten Digitalkameras sollte auch eine Sofortbildkamera für Einsteiger robust und möglichst einfach zu bedienen sein und mit einer automatischen Belichtung funktionieren. Zugleich ist ein fairer Preis wichtig, um Neulinge davon zu überzeugen, in eine Sofortbildkamera zu investieren. Um einen unkomplizierten Einstieg zu ermöglichen, haben beliebte Hersteller wie Polaroid und Fujifilm mehrere ihrer Modelle mit guten Automatikmodi ausgerüstet. Kurzum: Je schneller das erste Bild aus der Kamera geschoben wird, desto interessanter ist die Kamera für Einsteiger.

Was kostet eine Sofortbildkamera und wie teuer sind die Filme?

Je nach Marke und Zubehör sollten für eine neue Sofortbildkamera zwischen 70 und 200 Euro eingeplant werden. Dazu kommen laufende Kosten, denn die Kapazität der Filmkassetten und Papierrollen ist begrenzt. Ein Bild schlägt, abhängig von der Filmart, meist zwischen 70 Cent und 1,50 Euro zu Buche. Diese Folgekosten sollten vor dem Kauf in die Überlegungen einbezogen werden.

Wie gut ist die Bildqualität einer Sofortbildkamera?

Mit der Qualität aktueller Digital- und Smartphone-Kameras können die Express-Prints von Sofortbildkameras nicht mithalten. Ein direkter Vergleich ist aber auch nicht sinnvoll. Die Polaroid- oder Instax-Schnappschüsse punkten mit ihrem analogen Charme. Perfektion steht hier nicht im Vordergrund. Der nostalgische Retro-Look dieser Aufnahmen ist gewollt und macht für viele den besonderen Reiz von Sofortbildkameras aus.

Für wen lohnt sich eine Sofortbildkamera?

Wer besondere Momente direkt physisch in der Hand halten möchte und keine Lust aufs umständliche Ausdrucken von Smartphone Pics in der Drogerie hat, schnappt sich mit einer Sofortbildkamera den Jackpot. Vor allem für große Feste wie Hochzeiten, Jubiläen und Kindergeburtstage, aber auch für kreative Projekte sind die analogen Knipskisten ideal. Alle, die auf gestochen scharfe Smartphone-Fotos in Monsterauflösung pfeifen und die besonderen Momente des Lebens ganz oldschool an den Kühlschrank heften wollen, werden mit einer Sofortbildkamera großen Spaß haben.

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