Zwischen Kruste und Krume
Brotbackautomat-Test: Fünf Geräte liefern frisches Brot auf Knopfdruck

Brotbackautomat Test: Ein Brotbackautomat und ein angeschnittenes Brot
Im Brotbackautomat-Test prüft stern fünf Geräte. Welches produziert das beste Gebäck?
© Tobias Stahl / stern
Der stern-Brotbackautomat-Test 2026: Leckeres Brot in Bäckerei-Qualität auf Knopfdruck? Das versprechen Brotbackautomaten. Doch was taugen die Geräte? Der Test klärt es.

Das Bäckerhandwerk nimmt man in Deutschland nicht auf die leichte Schulter: Seit 2014 ist die deutsche Brotkultur sogar immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es kompliziert sein muss, sein eigenes Brot zu backen. So versprechen es zumindest Hersteller von Brotbackautomaten.

Wir haben fünf Brotbackautomaten gründlich getestet, um diese Behauptung auf die Probe zu stellen: Kann man zu Hause wirklich ohne großes Vorwissen leckere Brote zaubern – und welche Abstriche muss man verglichen mit dem Brot vom Bäcker um die Ecke machen?

Brotbackautomat-Test: Die ausgewählten Geräte

Diese Brotbackautomaten sind einen Blick wert

Folgende Brotbackautomaten haben wir nicht selbst getestet. Sie sind uns aber bei der Recherche aufgefallen und wir möchten sie an dieser Stelle auch kurz vorstellen:

Fazit: Dieser Brotbackautomat überzeugte im Test

Wer auf Schwarzbrot mit einer knusprig-röschen Kruste besteht, wie man sie vom Bäcker des Vertrauens kennt, wird mit den Brotbackautomaten in unserem Vergleichstest wohl nicht restlos glücklich. Wer aber ohne viel Erfahrung oder Vorwissen möglichst unkompliziert leckeres, frisches Brot in den eigenen vier Wänden backen will, kann das mit einem Brotbackautomaten definitiv.

Testsieger ist der Brotbackautomat Panasonic SD-YR2540: Er bietet ein Top-Gesamtpaket mit einem sehr guten Lieferumfang, hochwertiger Verarbeitung, der größten Anzahl an Backprogrammen inklusive eines Programms zum Ansetzen einer eigenen Sauerteigkultur – und er backt zuverlässig leckere, gleichmäßig gebräunte Brote. Insgesamt ist der SD-YR2540 somit der beste Brotbackautomat in unserem Vergleichstest. Mit einem Preis von rund 220 Euro zum Testzeitpunkt ist er aber auch das teuerste Gerät. Unser Tipp: Wer auf ein spezielles Programm für Dinkelbrot verzichten kann, könnte auch mit dem ansonsten baugleichen Panasonic SD-YR2550 glücklich werden – der ist aktuell für 30 Euro weniger erhältlich.

Preis-Leistungs-Sieger in unserem Test ist der Gastroback Advance. Der Brotbackautomat punktet mit seiner ansprechenden Edelstahl-Optik, einer hochwertigen Backform mit wirksamer Sol-Gel-Antihaftbeschichtung und dem praktischen Zutatenfach. Die Programmabstimmung und Teigführung des Gastroback Advance wirkt bei den von uns getesteten Rezepten insgesamt stimmiger als bei der Konkurrenz. Die leckeren Brote, die der Automat backen kann, belegen das. Bei dem relativ günstigen Preis von knapp 125 Euro zum Testzeitpunkt sind wir dann auch eher bereit, über kleinere Schwächen bei der Verarbeitung hinwegzusehen.

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

Tobias Stahl

Über den Tester

In der Ecke Deutschlands, aus der ich komme, isst man besonders gerne rustikales Schwarzbrot. Damit das so richtig gut schmeckt, benötigt man aber einen sehr guten Sauerteig, jede Menge Erfahrung und viel Hingabe. Nun bin ich zwar kein Bäcker, habe aber viel Erfahrung in der Küche und im Umgang mit technischen Geräten – beste Voraussetzungen also, um herauszufinden, ob die von uns getesteten Brotbackautomaten trotzdem ein leckeres Brot zaubern können. In unserem Test soll es vor allem um klassisches Misch- und Vollkornbrot gehen, das wir gründlich auf Kruste und Krume geprüft haben. Viel Spaß beim Lesen, Nachbacken – und gutes Gelingen!
Weitere Informationen über Tobias Stahl

Brotbackautomat-Test: Vergleichstabelle

 Panasonic SD-YR2540Gastroback AdvanceUnold Backmeister BigUnold Backmeister EdelRommelsbacher BA 550Tefal Brotbackautomat Pain & Délices*Moulinex OW6101*Panasonic SD-YR2550*Clatronic BBA 3774*Ariete 133 Panexpress 1000*
Gesamteindruck (max. 5 Sterne)⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Testsieger
⭐️⭐️⭐️⭐️

Preis-Leistungs-Sieger
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️Nicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der Wertung
Größe (BxHxT)408 x 362 x 252 mm353 x 300 x 274 mm269 x 300 x 409 mm350 x 300 x 267 mm225 x 295 x 290 mm325 x 290 x 290 mm420 x 270 x 350 mm408 x 362 x 252 mm280 x 300 x 330 mm 350 x 400 x 280 mm
Gewicht*7,5 kg5,7 kg7,7 kg7,4 kg4,2 kg4,7 kg7,6 kg7,5 kg5,1 kg5,2 kg
Leistung*550 W500 W850 W550 W550 W610 W1.650 W550 W550 W550 W
GehäusefarbeAnthrazitEdelstahlWeiß oder SchwarzEdelstahlEdelstahlEdelstahlWeißSilber/EdelstahlSchwarzEdelstahl/Weiß
Knethaken im Lieferumfang/Knethaken gleichzeitig im Einsatz02.Jan01.Jan02.Feb01.Jan01.Jan01.Jan02.Feb02.Jan01.Jan01.Jan
SichtfensterNeinJaJaJaJaNeinJaNeinJaJa
Innenmaße Backform (BxHxT)ca. 190 x 140 x 150 mmca. 175 x 135 x 135 mmca. 140 x 125 x 220 mmca. 170 x 140 x 135 mmca. 135 x 160 x 135 mmNicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der Wertung
Beschichtung BackformAntihaftbeschichtetes AluminiumSol-Gel-Antihaftbeschichtungkeramische AntihaftbeschichtungWhitford Keramik-Beschichtung3 Lagen Antihaftbeschichtung QuanTanium®Antihaftbeschichtetes AluminiumAntihaftbeschichtetes AluminiumAntihaftbeschichtetes AluminiumAntihaftbeschichtetes AluminiumAntihaftbeschichtetes Aluminium
BrotgrößenM / L / XL (bis max. 1,1 kg)500 g / 750 g / 1.000 g1.000 g / 1.250 g / 1.500 g750 g / 1.000 g700 g / 900 g500 / 750 / 1.000 g750 / 1.000 / 1.500 gM / L / XL (bis max. 1.100 g)max. 1.500 g500 / 750 / 1.000 g
Bräunungsstufenhell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkel (mit Nachbackfunktion)hell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkelhell / mittel / dunkel
Automatisches ZutatenfachJa (separate Nuss-/Fruchtspender und Hefespender)JaNeinNeinJaNeinNeinJa (separate Nuss-/Fruchtspender und Hefespender)NeinNein
Anzahl Programme32181516132016311219
Backprogramm individualisierbarJaJaJaJa (2 individuelle Programme)JaJaNeinJaNeinNein
WarmhaltefunktionNeinJaJaJaJaJaJaNeinJaJa
TimerfunktionJa; bis zu 13 Stunden im VorausJa; bis zu 15 Stunden im VorausJa; bis zu 15 Stunden im VorausJa; bis zu 15 Stunden im VorausJa; bis zu 13 Stunden im VorausJa; bis zu 15 Stunden im VorausJa; bis zu 15 Stunden im VorausJa; bis zu 13 Stunden im VorausJa; bis zu 13 Stunden im VorausJa; bis zu 15 Stunden im Voraus
Netzausfall-SicherungJaJaJaJaJaJaJaJaJaJa
ZubehörBrotautomat, 2 Knethaken (Normal & Roggen), Messbecher & -löffel, Sauerteiglöffel, Anleitung m. RezeptenBrotautomat, Knethaken, Messbecher & -löffel, Knethakenentferner, Anleitung m. RezeptenBrotautomat, 2 Knethaken, Messbecher & -löffel,Brotautomat, Knethaken, Messbecher & -löffel, Knethakenentferner, Anleitung m. RezeptenBrotautomat, Knethaken, Messbecher & -löffel, Knethakenentferner, Anleitung m. RezeptenBrotautomat, Knethaken, Messbecher & -löffel, Bedienungsanleitung, Rezeptbuch, JoghurtbereiterBrotautomat, 2 Knethaken, Bedienungsanleitung, Baguettebleche2 Knethaken (Normal & Roggen), Messbecher & -löffel, Sauerteiglöffel, Anleitung m. RezeptenBrotautomat, Knethaken, Messbecher & -löffel, Knethakenentferner, Anleitung m. RezeptenBrotautomat, Knethaken, Messbecher & -löffel, Knethakenentferner, Anleitung m. Rezepten
SonstigesInkl. 2 unterschiedlicher Knethaken; Spezialprogramme für glutenfreien Brot-, Kuchen-, Nudel- und Pizzateig; Spezialprogramme für Dinkelbrot, Kuchen, Marmelade, PizzateigSpezialprogramm für Eiscreme (Eisbehälter separat erhältlich); Spezialprogramme für glutenfreies Brot und Reisbrot, Marmelade, Joghurt, Teig und KuchenZwei Sichtfenster; Spezialprogramme für glutenfreies Brot, Joghurt, Marmelade, Konfitüre, Kuchenteig, NudelteigSpezialprogramme für glutenfreies Brot, Marmelade, Konfitüre, NudelteigSpezialprogramme für glutenfreies Brot, Konfitüre, Kuchen; Programm zum Rühren bzw. Kneten von TeigSpezialprogramme für glutenfreies Brot, Marmelade, JoghurtInkl. Baguetteblechen zur Zubereitung von bis zu 4 Baguettes gleichzeitigInkl. 2 unterschiedlicher Knethaken; Spezialprogramme für glutenfreien Brot-, Kuchen-, Nudel- und Pizzateig; Spezialprogramme für Kuchen, Marmelade, PizzateigSpezialprogramme für glutenfreies Brot, Konfitüre, Kuchen; abnehmbarer DeckelSpezialprogramme für glutenfreies Brot, Konfitüre, Kuchen
Preis (UVP)*218,90 Euro124,90 Euro119,89 Euro134,90 Euro84,99 Euro107,99 Euro155,99 Euro189,00 Euro69,99 Euro104,99 Euro

* Herstellerangaben

So haben wir die Testprodukte ausgewählt

Nach diesen Kriterien haben wir die Brotbackautomaten für den Test zusammengestellt:

  • Bekannte Hersteller: Wir haben Geräte von Markenherstellern bzw. solchen Herstellern gewählt, die im deutschsprachigen Raum bekannt sind.
  • Produktauswahl: Alle ausgewählten Geräte können außerdem mindestens zwei unterschiedliche Brotgrößen backen und beherrschen ein oder mehr Spezialprogramme für glutenfreie Brote und Backwaren.
  • Verfügbarkeit in vertrauenswürdigen Online-Shops: Wir haben bei der Geräteauswahl zudem darauf geachtet, dass die Brotbackautomaten in bekannten Onlineshops zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in hinreichender Menge verfügbar sind und der Hersteller einen deutsch- oder englischsprachigen Kundenservice bietet.
  • Alltagstauglichkeit: Wir haben Geräte gewählt, die Sie idealerweise auspacken und sofort damit loslegen können.

So haben wir die Brotbackautomaten getestet

Der Vergleichstest startete mit einem klassischen Unboxing: Karton öffnen, Inhalt sichten, Lieferumfang prüfen. Nachdem wir die Geräte aus ihrer Verpackung befreit und auf etwaige Schäden überprüft hatten, haben wir sie gründlich in Augenschein genommen: Entsprechen Design und Verarbeitungsqualität unseren Erwartungen? Klappert oder quietscht es irgendwo? Gibt es konstruktionsbedingte Schwachstellen, scharfe Kanten oder instabile Verbindungen? Ist das Kabel ausreichend lang und das Zubehör vollständig?

Vor der Inbetriebnahme haben wir dann die Gebrauchsanweisungen der Geräte studiert. Wir wollten wissen, was wir vor der ersten Benutzung beachten müssen, welche Programme und Funktionen das Gerät bietet – und ob die Bedienungsanleitung übersichtlich, verständlich und vollständig ist. Bei der Gelegenheit haben wir auch einen Blick auf die beigefügten Rezepte geworfen und uns einen ersten Eindruck von deren Präsentation und Qualität verschafft.

Anschließend machten wir uns an das Herzstück des Vergleichstests: Wir haben Brot gebacken. Wirklich jede Menge Brot, das wir bereitwillig mit Kollegen, Freunden, Familie und Nachbarn geteilt haben. Mit jedem der von uns getesteten Brotbackautomaten haben wir mindestens drei Brote gebacken: In jedem Gerät haben wir mindestens ein Mal das jeweils gleiche, simple Mischbrot aus 550er-Weizenmehl und Roggenvollkornmehl gebacken. Mit diesem Referenzbrot wollten wir die Knet-, Back- und Bräunungsleistung der Geräte untereinander vergleichen. Unsere Zutaten haben wir dabei nicht mit den beiliegenden Messbechern und -löffeln abgemessen, sondern präzise mit Küchen- und Feinwaage. Auf der Suche nach einer schönen, krossen Kruste haben wir dabei jedes Brot auf der dunkelsten Bräunungsstufe gebacken.

Neben den einheitlichen Referenzbroten haben wir in jedem Gerät zusätzlich ein oder mehrere „Standardbrote“ aus der Bedienungsanleitung bzw. dem beiliegenden Rezeptheft gebacken. Das konnten je nach Hersteller etwa Bauernbrote oder simple, helle Weizenbrote mit oder ohne Zucker, Essig oder Nüssen und Kernen sein. Dass wir diese Vorschläge aus den Rezeptheften der Hersteller getestet haben, hat einen simplen Grund: Brotbackautomaten sind nicht nur Kästen mit Heizelementen, Antrieb und Knethaken, sondern letztlich auch Software-Produkte. Sie verfügen über eine eigene Backlogik mit bestimmten Geh- und Gärzeiten, Spitzentemperaturen und Temperaturverläufen, Knetintervallen und Backdauern, die auf bestimmte Rezepturen abgestimmt sind. Die vom Hersteller empfohlenen Rezepte sollten somit zeigen, wie gut Gerät und Programmierung im Idealfall aufeinander abgestimmt sind – oder ob das Gerät auch unter besten Voraussetzungen kein überzeugendes Brot backen kann. Gleichzeitig konnten wir so die Qualität und Verständlichkeit der Rezeptangaben beurteilen. Die Brotqualität, die sich aus Optik, Haptik, Geschmack und Reproduzierbarkeit zusammensetzt, war der wichtigste Bewertungsfaktor in unserem Test.

Alle von uns getesteten Brotbackautomaten beherrschen mindestens ein Dutzend Backprogramme, oft auch deutlich mehr. Neben Programmen für Weizen-, Roggen- und glutenfreie Brote gehören dazu oft auch Spezialprogramme für die Herstellung von Pizzateig, Kuchen, Brioche, Marmeladen oder Joghurt. Wir haben diese Programme stichprobenartig getestet, die Ergebnisse flossen jedoch nicht in die Bewertung ein – in diesem Test soll es ausschließlich um Brot gehen.

Auch die Bedienbarkeit der Geräte, ihre Lautstärke und die Reinigung flossen in die Bewertung ein. Die Reinigung läuft allerdings bei allen getesteten Geräten nach dem gleichen Schema ab: Die Geräte selbst dürfen natürlich nicht in die Spülmaschine, aber auch die Backformen und Knethaken sind wegen ihrer Beschichtung nicht spülmaschinenfest – wir reinigen sie also von Hand und wischen die Geräte lediglich mit einem feuchten Lappen ab. Hier gab es allenfalls Punktabzüge bei schwierig zu erreichenden Ecken und Spalten oder bei scharfkantigen Bauteilen, die uns während der Handwäsche aufgefallen sind.

1. Testsieger: Panasonic SD-YR2540

Design & Verarbeitung: Der Panasonic SD-YR2540 ist alles andere als kompakt: Mit seinen Dimensionen und einem Gewicht von rund 7,5 Kilogramm zählt er zu den größten und schwersten Geräten in unserem Test – und das, obwohl er „nur“ maximal 1,1 Kilogramm schwere Brote backt, während andere Geräte im Test sogar bis zu 1,5 Kilogramm schweres Gebäck zubereiten können. Abgesehen von seiner Größe ist das Panasonic-Gerät optisch zurückhaltend: Es kommt in dezentem Anthrazit und mit schwarzem Deckel daher – und als einziges Gerät in unserem Test ohne ein Sichtfenster. Zwar dürfte einigen Heimbäckern der Blick ins Gerät fehlen, für die Qualität der Backwaren ist das fehlende Sichtfenster aber ein Vorteil, da so weniger Hitze nach oben entweichen kann. Der Deckel des Geräts ist zweigeteilt: Zwischen Deckel und Backraum befindet sich ein Zwischendeckel, in dem wiederum zwei separate Zutatenfächer eingelassen sind. Ein herausnehmbares Fach für Nüsse, Früchte, Speck oder Röstzwiebeln, das andere, kleinere Fach für Trockenhefe. So kann das Gerät die Hefe je nach Programm im Anschluss an die erste Knet- und Ruhephase in den Teig geben.

Der Panasonic-Automat verfügt über zwei Temperatursensoren, die die Innentemperatur des Geräts, aber auch die aktuelle Außentemperatur messen und die Backlogik dementsprechend anpassen. Die Backform im Panasonic SD-YR2540 aus beschichtetem Aluminium wirkt stabiler und wertiger als die Backformen in den anderen Testgeräten. Der Hersteller legt dem Gerät außerdem gleich zwei Knethaken bei: einen für gewöhnliche Teige auf Weizenmehl-Basis und einen für schwerere Roggenbrote. Die Liste der 32(!) verfügbaren Backprogramme auf dem Deckel des Geräts ist zwar englischsprachig, allerdings gehört zum Lieferumfang auch ein Stickerbogen, auf dem die Liste in verschiedenen Sprachen inklusive Deutsch abgedruckt ist. Zum Lieferumfang des SD-YR2540 gehören zudem ein Sauerteigbecher und ein kleiner Löffel für die Sauerteig-Starterkultur. Während das Design des Panasonic SD-YR2540 ziemlich zurückhaltend ist, sind wir insgesamt wirklich angetan von der Verarbeitungsqualität und vom Lieferumfang – alles wirkt sehr durchdacht. Das einzige Manko, das uns auffällt: Das Display ist nicht beleuchtet, es lässt sich in aller Regel aber dennoch gut ablesen.

Bedienung: Beim Bedienkonzept beschränkt Panasonic sich auf das Nötigste. Auf der Oberseite befinden sich:

  • zwei Tasten, um durch die große Auswahl an Backprogrammen zu scrollen,
  • jeweils eine Taste zur Einstellung von Brotgewicht und Bräunungsgrad,
  • zwei Tasten für die Zeitvorwahl
  • sowie eine Start- und eine Stopp-Taste.

Neben einer ausführlichen Bedienungsanleitung legt der Hersteller außerdem eine bebilderte Schnellstartanleitung bei, die im Schnelldurchlauf durch die Bedienung des Gerätes führt und auf den Folgeseiten gleich ein paar Rezepte für den Anfang bereithält. Dort findet sich auch eine Anleitung zum Ansetzen einer Sauerteigkultur: Das Gerät beherrscht auch ein spezielles Programm für Sauerteigkulturen, die wir anschließend hegen, pflegen und zur Herstellung von Sauerteigbroten verwenden können. Das Panasonic-Gerät ist der einzige Brotbackautomat in unserem Test, der eine solche Funktion beherrscht. Als Erstes möchten wir mit dem Gerät ein französisches Landbrot aus der Schnellstartanleitung backen. Wir wählen das dazu passende Backprogramm Nr. 11 am Gerät aus, das insgesamt 5 Stunden und 40 Minuten braucht, bis wir das Brot entnehmen können. Das ist deutlich länger als bei den anderen Geräten im Test – unter anderem, weil das Rezept die Zugabe von 5 Grad kaltem Wasser erfordert und weil der Panasonic SD-YR2540 eine längere Ruhephase für den Teig einplant. Diese längere Ruhe- und Arbeitszeit dürfte sich aber positiv auf Geschmack und Konsistenz unseres Brotes auswirken. Nachdem wir die Zutaten eingefüllt haben, kann es auch schon losgehen. Über das Display können wir sehen, in welcher der fünf Phasen (Ruhen, Kneten, Gehen, Backen, Ende) sich das Gerät aktuell befindet.

Brotbackautomat Test: Panasonic SD-YR2540
Der Panasonic SD-YR2540 punktet mit separaten Fächern für Nüsse und Früchte (oben) und einem kleineren Fach für Trockenhefe (unten)
© Tobias Stahl / stern

Brotqualität & -geschmack: Optisch überzeugt uns das Landbrot auf den ersten Blick: Dank der ansehnlichen, typisch eingerissenen Kuppel könnte man fast meinen, das Brot stamme vom Bäcker. Nach dem Anschneiden überzeugt uns auch die Krume optisch, denn sie ist grobporig und wirkt natürlich. Das Panasonic-Gerät erzeugt eine schöne, klar definierte und gleichmäßige Kruste, die man auch schmecken kann. Insgesamt ist das Brot saftig und auch geschmacklich sind wir überzeugt. Mit unserem Standard-Referenzbrot ergibt sich ein ähnliches Bild: Die Kruste ist klar von der Krume getrennt, rundum gleichmäßig dick und schön knusprig. Die im Vergleich zum Landbrot feinporigere Kruste ist ebenso saftig, elastisch und lecker. Optisch wie geschmacklich liefert der Brotbackautomat von Panasonic in unserem Test die ansprechendsten Brote, was sicherlich auch an der längeren Backzeit und der separaten Zugabe der Hefe liegt.

Brotbackautomat Test: Panasonic SD-YR2540
Das französische Landbrot aus dem Panasonic-Brotbackautomaten überzeugt optisch und geschmacklich
© Tobias Stahl / stern

Fazit: Mit dem SD-YR2540 schickt Panasonic den in unserem Test überzeugendsten Brotbackautomaten ins Rennen – technisch durchdacht, üppig ausgestattet, toll verarbeitet und mit dem klar besten Backergebnis. Die längeren Ruhe- und Backphasen, die getrennte Hefezugabe sowie die doppelte Temperatursensorik machen sich in der Praxis deutlich bemerkbar: Kruste und Krume wirken harmonisch, aromatisch und handwerklich stimmig. Kein anderes Gerät in unserem Test backt eine so gleichmäßige, knusprige Kruste bei gleichzeitig saftiger, elastischer Krume. Ausstattung und Lieferumfang sind außergewöhnlich umfangreich, von den zwei Knethaken bis zum Sauerteigprogramm. Mit aktuell rund 220 Euro ist der Panasonic SD-YR2540 kein Schnäppchen – wer jedoch regelmäßig Brot backt und Wert auf konstant hohe Qualität legt, investiert hier sinnvoll. Damit wird der Panasonic SD-YR2540 in unserem Test zum Gesamtsieger.

2. Vielseitiger Küchenhelfer: Gastroback Design Brotbackautomat Advance

Design & Verarbeitung: Auf den ersten Blick ähnelt der Gastroback Advance stark dem Backmeister Edel von Unold, den wir ebenfalls getestet haben. Beide kommen in Edelstahl daher und erinnern somit an Geräte aus der Profiküche. Tatsächlich scheinen beide Geräte sogar baugleiche Gehäuse zu verwenden – zumindest ähneln die Dimensionen und Lüftungsschlitze einander sehr. Allerdings besitzt der Gastroback Advance einen schwarzen Kunststoffdeckel mit separatem Zutatenfach, das wir beim Unold-Gerät vermissen. Hier füllen Sie auf Wunsch Nüsse, Saaten oder Früchte ein, die beim späteren Knetvorgang in den Teig rieseln. Allerdings ist das Zutatenfach hakelig und öffnet sich nur unter Quietschen – das wirkt nicht gerade wertig. Anders als etwa beim Rommelsbacher BA 550 ist das Zutatenfach außerdem nicht entnehmbar und somit ziemlich schwierig zu reinigen, wie uns beim Backen eines Walnussbrotes auffällt. Negativ fällt uns zudem die Beschriftung des Geräts auf: Obwohl Gastroback ein deutsches Unternehmen ist und der Hinweis „Achtung: Heiße Oberfläche!“ auf Deutsch aufgedruckt ist, sind die Beschriftungen der Tasten sowie die aufgedruckte Liste der verfügbaren Backprogramme in Englisch gehalten. Das hätten wir uns anders gewünscht. Die Backform und der Knethaken machen einen besonders wertigen Eindruck: Sie sind in einem Goldton gehalten, dank einer Sol-Gel-Beschichtung sollen Brote sich besonders einfach aus der Form befreien lassen. Spannend: Als einziges Gerät im Test kann der Gastroback Advance auch Speiseeis herstellen. Dazu benötigt man allerdings einen speziellen, separat erhältlichen Eiscremebehälter, der mit einem Kältemittel gefüllt ist und zunächst bis zu 16 Stunden ins Gefrierfach muss. Anschließend können wir die Zutaten fürs Speiseeis einfüllen und die Maschine rührt vor sich hin. Kostenpunkt für den Eisbehälter: rund 40 Euro.

Bedienung: Das Gerät bedienen wir über neun Touchfelder, die nach einem ähnlichen Schema aufgeteilt sind wie bei der Konkurrenz: Wir müssen Zutaten einfüllen, das Backprogramm, Brotgewicht, den Bräunungsgrad und gegebenenfalls den gewünschten Fertigstellungszeitpunkt auswählen, dann kann es auch schon losgehen. Der Gastroback Advance verfügt über eine Nachbackfunktion, die wir bedarfsweise während des Backvorgangs betätigen, um die Backzeit zu verlängern. Hat man das Gerät einmal bedient, erklärt sich alles Weitere nahezu von selbst – die Touch-Tasten sind neben der englischen Beschriftung auch mit aussagekräftigen Piktogrammen bedruckt, die Backform rastet mit einer Vierteldrehung im Uhrzeigersinn an der dafür vorgesehenen Stelle ein. Die vom Hersteller beworbene Sol-Gel-Beschichtung der Backform und des Knethakens leistet tatsächlich einwandfreie Arbeit: Bei keinem anderen Gerät in unserem Test gleiten die Brote so mühelos aus der Form – noch dazu bleibt dabei sogar der Knethaken an Ort und Stelle, sodass wir ihn später nicht manuell aus dem Brot entfernen müssen.

Brotbackautomat Test: Gastroback Advance
Das Gastroback-Gerät ist lediglich englisch beschriftet – die Piktogramme auf den Touchfeldern sind aber immerhin aussagekräftig
© Tobias Stahl / stern

Brotqualität & Geschmack: Das erste Brot, das wir mit dem Gastroback Advance backen, ist ein Walnussbrot aus der Rezeptsammlung in der Bedienungsanleitung. Das Rezept erscheint uns zwar zunächst ungewöhnlich: Es enthält neben einem Ei auch Milchpulver, das wir allerdings kurzerhand weglassen. Die gehackten Walnüsse geben wir ins Zutatenfach, die Nüsse rieseln zum passenden Zeitpunkt in den Teig – im fertigen Brot sind sie dann schön gleichmäßig verteilt. Apropos gleichmäßig: Das Walnussbrot kommt schön einheitlich gebräunt aus der Backform und schmeckt uns so gut, dass wir gleich am nächsten Tag noch eins backen. Weniger Erfolg haben wir anfänglich mit unserem Standard-Referenzbrot aus 505er-Weizenmehl und Roggenvollkorn: Während der Knet- und Gehphasen geht der Teig zunächst beachtlich auf und wirft Bläschen, beim Backen fällt die Kuppel allerdings deutlich in sich zusammen. Das kann mehrere mögliche Gründe haben: eine etwas wärmere Gehphase, eine – im Vergleich zu den anderen Testgeräten – hörbar gründlichere Knetphase oder etwas zu viel Wasser im Teig. Die Kruste unseres Referenzbrotes ist auch im Bräunungsgrad „dunkel“ etwas zu hell und zu wenig knusprig geraten. Mit der Nachbackfunktion lässt sich das aber zu einem gewissen Grad ausgleichen. Die Krume ist hingegen schön saftig, mit mittelgroßen, gleichmäßig verteilten Poren und ohne größere Tunnel – etwa so kennen wir es auch vom Bäcker. Am Geschmack haben wir bis auf die zu blasse, etwas zu weiche Kruste nichts auszusetzen. Lecker!

Brotbackautomat Test: Gastroback Advance
Unser Referenzbrot aus dem Gastroback Advance: Leider etwas eingefallen – aber mit leckerer Krume
© Tobias Stahl / stern

Fazit: Mit dem Brotbackautomat Advance bietet Gastroback einen vielseitigen Küchenhelfer in ansprechender Edelstahloptik und mit einigen durchdachten Funktionen. Insbesondere die hochwertige Backform mit der überzeugenden Sol-Gel-Beschichtung fällt positiv auf – ebenso die Ergebnisse beim Nachbacken der beigelegten Rezepte. Das bereitwillige Aufgehen, die gleichmäßige Porung und saftige Krume der Brote, die wir mit dem Gastroback Advance gebacken haben, sprechen für eine solide Programmabstimmung. Schwächen zeigen sich hingegen im Detail: Der quietschende Deckel des schwierig zu reinigenden Zutatenfachs und die ausschließlich englischsprachige Beschriftung passen nicht so recht zum ansonsten eher hochwertigen Anspruch. Mit den passenden Rezepten und etwas Herumprobieren kann der Gastroback Advance aber verlässlich leckere Brote backen. Mit einem Preis von etwa 125 Euro zum Testzeitpunkt ist er unser Preis-Leistungs-Sieger.

3. Für die Großfamilie: Unold Backmeister Big

Design & Verarbeitung: Der Backmeister Big von Unold backt keine kleinen Brötchen, sondern die größten Brote in unserem Test. Bis zu 1,5 Kilogramm schwere Laibe sind damit möglich – und das sieht man dem Gerät auch an: Mit einem Gewicht von 7,7 Kilo ist der Backmeister Big der schwerste Brotbackautomat im Test. Das Panasonic-Gerät ist allerdings nur geringfügig leichter, dafür aber etwas größer. Das Gehäuse des Backmeister Big besteht aus hochwertigem Kunststoff in Schwarz oder – wie in unserem Fall – Weiß. Die bis zu 1,5 Kilogramm schweren Brote backt der Backmeister Big in einer extragroßen Backform mit keramischer Antihaftbeschichtung, das Gerät arbeitet dabei mit zwei Knethaken gleichzeitig. Als kostenpflichtiges Zubehör bietet Unold zudem eine Doppelbackform an, bestehend aus zwei separaten Kammern – damit könnten wir zwei kleinere Brote gleichzeitig backen. Dafür verlangt der Hersteller auf seiner Website zum Testzeitpunkt knapp 31 Euro. Nicht nur die Knethaken, sondern auch die Sichtfenster sind in doppelter Ausführung vorhanden. Auf der Oberseite des Geräts ist die Liste der verfügbaren Backprogramme abgebildet. Ebenfalls auf der Oberseite finden wir die sechs haptischen Tasten, über die wir alle Einstellungen vornehmen, sowie ein blau hinterleuchtetes Display. Die Backform können wir einfach nach oben herausnehmen bzw. in die Gegenrichtung wieder ins Gerät einstecken. Dabei müssen wir jedoch verstärkt darauf achten, dass die Backform korrekt einrastet – einen Drehmechanismus zum Einrasten gibt es bei diesem Gerät nicht. Ebenso müssen wir auf ein separates Fach zur Zugabe von Nüssen, Früchten und dergleichen verzichten.

Bedienung: Das Gerät bedienen wir intuitiv. Die sechs Tasten am Gerät sind mit selbsterklärenden Piktogrammen versehen, weitere Symbole um das Display herum zeigen unter anderem an, in welchem Schritt des Knet- und Backvorgangs sich die Maschine aktuell befindet. Neben unserem Standard-Referenzbrot backen wir mit dem Backmeister Big ein 1 Kilo schweres Hausbrot mit Weizen- und Roggenmehl, Frischhefe, Sauerteigextrakt und Sonnenblumenkernen. In der Knetphase hat das Gerät mit seinen zwei Knethaken allerdings Schwierigkeiten, den Teig gründlich zu kneten: Der relativ schwere, klebrige Teig klebt an einer Seite der Backform fest und wird vom Haken nicht mehr vernünftig mitgenommen – wir müssen eingreifen. Das ist während der Knetphasen aber problemlos möglich: Wir öffnen einfach den Deckel und befreien den Teigklumpen mit einem hölzernen Pfannenwender, anschließend läuft das Programm problemlos durch. Nach dem Ende der Backphase piept das Gerät zehnmal, anschließend beginnt die Warmhaltephase. Beim Backmeister Big müssen wir den fertigen Broten etwas nachhelfen, um sie aus der Form zu befreien: Wir drehen die Backform auf den Kopf und bewegen die beiden Knethaken manuell, um das Brot zu lockern, anschließend rutscht es aus der Form.

Brotbackautomat Test: Unold Backmeister Big
Sechs Tasten mit aussagekräftigen Symbolen – mehr benötigen wir nicht, um den Brotbackautomat von Unold zu bedienen
© Tobias Stahl / stern

Brotqualität & Geschmack: Zunächst verunsichert uns die Optik des fertigen Hausbrotes etwas: Es ist nicht sonderlich stark aufgegangen, sondern wirkt relativ kompakt. Nach dem Anschneiden und Probieren dann die Erleichterung: Die Krume ist feinporig, aber gleichmäßig und schön saftig. Die Kuppel ist zwar nicht gerade stark aufgegangen, aber auch nicht schief oder klumpig. Auf der Oberseite gerät die Kruste etwas heller als unten und an den Seiten – insgesamt ist das Brot aber gleichmäßig gebräunt und durchgebacken. Die Kruste ist auf der dunkelsten Bräunungsstufe angenehm knusprig, das macht der Backmeister Big besser als viele andere Geräte im Test. Beim Referenzbrot ein ähnliches Bild: eine schön angerissene Oberseite, saftige, feinporige Krume, aber eine etwas zu blasse Kruste. Für alle, die das Brotbacken mit dem Gerät perfektionieren wollen, bietet Unold in der Bedienungsanleitung einen recht ausführlichen Troubleshooting-Bereich: Hier beantwortet der Hersteller nicht nur Fragen zur potenziell falschen Bedienung („Teig läuft über die Backform” oder „Rauch entweicht aus der Backkammer”), sondern auch Fragen zum Bäckerhandwerk, etwa, was zu tun ist, wenn das Brot nach Hefe schmeckt.

Brotbackautomat Test: Unold Backmeister Big
Unser Referenzbrot aus dem Unold Backmeister Big: Die Kruste ist noch etwas blass, aber die Krume ist schön saftig – schmeckt!
© Tobias Stahl / stern

Fazit: Die Qualität der Brote, die wir im Unold Backmeister Big backen, ist insgesamt mit den Broten aus dem Unold Backmeister Edel vergleichbar – der Backmeister Big kann aber deutlich größere Brote mit bis zu 1,5 Kilogramm backen. Das ist auch das stärkste Alleinstellungsmerkmal im Test: Größere Haushalte (oder echte Brotfanatiker) erhalten mit dem Backmeister Big viel Brot für vergleichsweise wenig Geld: Mit einer UVP von aktuell knapp 120 Euro zählt der Backmeister Big zu den günstigeren Geräten in unserem Vergleichstest. Wer regelmäßig große Brote – oder auch zwei Brote gleichzeitig – backen möchte, ist mit dem Modell gut beraten. Wer eine ordentliche Kruste liebt, sollte jedoch stets die dunkelste Bräunungsstufe wählen – und auch dann dürften die Brote noch zu blass für manche sein. Die 15 Backprogramme bieten relativ viel Abwechslung, die Herstellung von Marmelade, Joghurt oder Nudelteig beherrscht der Backmeister Big ebenso wie individuell erstellte Programme.

4. Solide Leistung, schicke Edelstahloptik: Unold Backmeister Edel

Design & Verarbeitung: Mit dem Backmeister Edel hat der Hersteller Unold einen weiteren Brotbackautomaten mit sprechendem Namen im Programm: Wo der Backmeister Big sich durch seine große Backform auszeichnet, glänzt der Backmeister Edel mit einer schnieken Edelstahloptik, die an Gastro-Küchen erinnert. Optisch sind sich Backmeister Edel und der Brotbackautomat Advanced von Gastroback insgesamt sehr ähnlich. Auch der Backmeister Edel verfügt über ein Sichtfenster sowie eine aufgedruckte Liste der verfügbaren Backprogramme, in diesem Fall sogar zweisprachig. Während der größere Unold Backmeister Big über sechs haptische Tasten verfügt, sind es beim Backmeister Edel schon neun: Eine Pause-Taste sowie zwei Tasten für die individuell einstellbaren Backprogramme sind hinzugekommen – eigentlich hätte der Hersteller sich diese Tasten aber sparen können, da sie nicht allzu wichtig für eine einfache Bedienung sind. Weitere Unterschiede: Der Backmeister Edel kommt ohne ein separates Fach für Nüsse und Früchte daher. Die Backform verfügt über eine spezielle Keramikbeschichtung des Herstellers Whitford, die besonders robust und langlebig sein soll. Nachdem wir die Backform kurz ausgespült haben, verankern wir sie über eine Vierteldrehung im Backraum, geben Zutaten hinzu und machen uns ans Backen. 

Bedienung: Die selbsterklärenden Piktogramme auf dem Bedienfeld des Backmeister Edel kennen wir bereits vom anderen Unold-Gerät in unserem Test. Auch das Edel-Modell zeigt an, in welcher Phase des Knetens, Gehenlassens oder Aufbackens er sich gerade befindet. Wir füllen unsere Zutaten ein, schließen den Deckel, wählen das Backprogramm, Gewicht, den Bräunungsgrad (dunkel) – und programmieren das Gerät so vor, dass wir am nächsten Morgen ein frisch gebackenes Brot zum Frühstück erhalten. Dafür müssen wir kurz rechnen: Wir bereiten das Brot um 19 Uhr abends vor und möchten gern um 7.30 Uhr am nächsten Morgen frühstücken – also zwölfeinhalb Stunden später. Also drücken wir die Taste für die Zeitwahl so oft, bis das Gerät eine Zielzeit von 12:30 Stunden ausgibt. Wie bei allen Brotbackautomaten müssen wir bei der Vorbereitung darauf achten, die Trockenhefe erst ganz zum Schluss in die Backform zu geben. Die Hefe sollte nämlich nicht vorzeitig mit der Flüssigkeit in Berührung kommen. Unser Vorhaben funktioniert reibungslos: Irgendwann gegen 4.30 Uhr in der Frühe beginnt die Maschine mit ihrer Arbeit, um noch rechtzeitig fertig zu werden, später weckt uns der Duft des frisch gebackenen Brotes. Der Backmeister Edel arbeitet aber nicht unbedingt lautlos: In unserem Test fällt uns auf, dass die Maschine je nach Rezept dazu neigt, beim Kneten etwas zu rumpeln und zu rumoren. Die Lautstärke ist insgesamt aber noch auf einem annehmbaren Niveau.

Brotbackautomat Test: Unold Backmeister Edel
Die Edelstahloptik des Unold Backmeister Edel erinnert an Profiküchen
© Tobias Stahl / stern

Brotqualität & Geschmack: Nachdem wir die Zeitwahlfunktion mit unserem Standard-Referenzbrot getestet haben, folgt der Geschmackstest: Obwohl der Unold Backmeister Edel ein Sichtfenster hat, das auch bei Geräten anderer Hersteller zu einem ungünstigen Temperaturgradienten auf der Oberseite führt, ist das Brot gleichmäßig gebräunt – wir sind positiv überrascht. Die Kruste hat eine mittlere, vor allem aber gleichbleibende Dicke um den gesamten Laib herum. Die Krume ist feinporig und gleichmäßig, das Brot schmeckt insgesamt lecker, hätte aber etwas saftiger sein können.

Anschließend backen wir ein Brot nach einem Rezept aus der Bedienungsanleitung: Ein kleines Bauernweißbrot mit Trockenhefe, 1050er-Weizenmehl, Zucker und etwas Butter soll es werden. Den Hinweis „klein“ hätten wir uns allerdings zu Herzen nehmen sollen: Das Brot wird mit etwas weniger als 600 Gramm wirklich ziemlich klein, eher unförmig und die Kruste relativ dick. Noch dazu nehmen der Knethaken, beziehungsweise der entstehende Hohlraum nach dessen Entfernung, einen beträchtlichen Teil des Brotes ein. Beim nächsten Mal würden wir den Knethaken deshalb entfernen, bevor das Gerät mit dem Backen beginnt. Unsere Befürchtung, dass das Brot aufgrund seiner kleinen Größe zu trocken geworden sein könnte, bewahrheitet sich aber nicht: Das Bauernweißbrot schmeckt. Die Krume ist nicht krümelig, sondern angenehm saftig, Gewürze oder ein paar Sonnenblumenkerne hätten ihm aber dennoch gutgetan, da dem Brot das gewisse Etwas fehlt und die Krume am nächsten Tag auch schon recht trocken ist.

Fazit: Mit dem Backmeister Edel liefert Unold einen Brotbackautomaten, der optisch mehr hermacht als sein größerer Bruder vom gleichen Hersteller – und der sich im Alltag insgesamt solide schlägt. Die Edelstahloptik wirkt hochwertig, die Bedienung ist nach kurzer Lektüre der Bedienungsanleitung unkompliziert und auch die Zeitwahlfunktion arbeitet zuverlässig. Beim Backergebnis überzeugt das Gerät vor allem mit einer gleichmäßigen Bräunung und einer sauber ausgebackenen, relativ starken Kruste. Auf ein Fach für die automatische Zugabe von Nüssen oder Früchten muss man beim Backmeister Edel jedoch verzichten. Geschmacklich liefert der Backmeister Edel bei Verwendung der richtigen Teigmenge und eines guten Rezepts ein alltagstaugliches, schmackhaftes Brot. Insgesamt positioniert sich der Brotbackautomat damit als zuverlässiger Küchenhelfer mit ansprechender Optik, solider Verarbeitung und ordentlicher Backleistung.

5. Mini-Bäcker zum kleinen Preis: Rommelsbacher BA 550

Design & Verarbeitung: Der Brotbackautomat Rommelsbacher BA 550 ist nicht nur das günstigste, sondern auch das kompakteste Gerät in unserem Vergleichstest: Seine Höhe ist mit 30 Zentimetern noch gewöhnlich, auf der Küchenzeile nimmt er aber nur rund 22 mal 29 Zentimeter Platz ein. Seine Ecken sind abgerundet, das Gehäuse besteht aus gebürstetem Edelstahl. Wir bedienen den Rommelsbacher BA 550 über die Oberseite, auf der insgesamt neun physische Tasten um einen kleinen Bildschirm gruppiert sind. Die Tasten fühlen sich zwar nicht wirklich hochwertig an, reagieren aber zuverlässig und merklich auf Druck – das gefällt uns deutlich besser als bei Geräten mit Touch-Bedienfeld. Außerdem verfügt das Rommelsbacher-Gerät über ein Zutatenfach auf der Oberseite, in das wir Nüsse, Früchte, Gewürze und dergleichen einfüllen. Das Zutatenfach ist entnehmbar, was uns bei der Reinigung sehr zupasskommt. Negativ fallen uns bei der Reinigung indes einige scharfe Kanten im Inneren des Gerätes sowie die kleinen Ritzen und Winkel auf der Oberseite auf: Wenn Mehl in diesen Winkelchen landet und wir das Gerät mit einem feuchten Lappen abwischen möchten, kann die teigige Masse sich schnell festsetzen. Der Rommelsbacher BA 550 verfügt zudem über ein Sichtfenster, das den Blick auf die senkrecht stehende Backform im Inneren freigibt. Hier backt das Gerät seine Brote mit 700 oder 900 Gramm Gewicht.

Bedienung: 13 Programme beherrscht der Rommelsbacher BA 550, davon ein individuell abstimmbares Programm, eines für glutenfreie Brote, eines für Konfitüre und eigene Programme zum Rühren, Kneten und Backen von Teig. Wir backen unser Standard-Referenzbrot diesmal mit Sonnenblumenkernen, um das Zutatenfach zu testen. Funktioniert reibungslos: Neben der anfänglichen Auswahl des Backprogramms, Brotgewichts und Bräunungsgrades drücken wir einfach die Extra-Taste, dann öffnet sich das Zutatenfach zum rechten Zeitpunkt und entlässt seine Füllung in den Teig. Der Rommelsbacher BA 550 arbeitet zwar nicht lautlos, die Geräuschentwicklung hält sich aber im Rahmen. Den Backzeitpunkt programmieren wir bis zu 13 Stunden im Voraus. Praktisch ist auch die separate Taste für manuelles Backen – falls ein Brot zu hell gerät, können wir es über diese Taste noch etwas nachbacken lassen.

Brotbackautomat Test: Rommelsbacher BA 550
Der Brotbackautomat BA 550 von Rommelsbacher ist besonders kompakt
© Tobias Stahl / stern

Brotqualität & Geschmack: Die Nachback-Funktion taugt leider nicht dazu, eine konstruktionsbedingte Schwachstelle des Rommelsbacher BA 550 auszugleichen: Wie auch bei den anderen Brotbackautomaten in unserem Test befindet sich das Heizelement in der unteren Hälfte des Geräts. In Verbindung mit der schmalen, aber relativ hohen Backform und dem Sichtfenster auf der Oberseite, durch das Hitze entweichen kann, ergibt sich bei unserem fertigen Brot ein merklicher Bräunungsverlauf, von ansehnlich gebräunt im unteren Drittel bis zu mehlig-blass auf der Oberseite. Mit der Nachbackfunktion würde der untere Teil unseres Brotes zu dunkel und trocken geraten, während die Oberseite weiterhin eher blass bleiben würde. Immerhin: Das Zutatenfach hat seinen Inhalt rechtzeitig freigegeben, die Sonnenblumenkerne sind ziemlich gleichmäßig im Teig verteilt. Außerdem hat das Brot eine schöne Kuppel gebildet, die beim Backen ansehnlich aufgerissen ist. Auch das dürfte an der Bauform des Gerätes liegen. Geschmacklich ist das Brot in Ordnung: Die Krume ist durchgebacken und feinporig, wenngleich etwas elastisch für unseren Geschmack. Im Mund ist die Kruste deutlich von der Krume zu unterscheiden, sie knuspert schön, der Bräunungsverlauf ist aber nicht nur sichtbar, sondern erschmeckbar: Auf der Oberseite fehlen uns einfach die Röstaromen. Beim Abendbrot langen wir aber dennoch gerne zu.

Fazit: Der Rommelsbacher BA 550 ist ein Mini-Bäcker, der in so mancherlei Hinsicht überzeugt: Er ist besonders kompakt, preislich attraktiv und beherrscht die wichtigsten Funktionen. Das entnehmbare Zutatenfach ist praktisch und gut zu reinigen, im alltäglichen Gebrauch ein echter Pluspunkt. Die Edelstahloptik wirkt für diese Preisklasse durchaus wertig. Die separate Nachback-Taste zeigt, dass der Hersteller praxisnah denkt. Uns gefällt auch die Bedienung über physische Tasten, die mit mehligen Händen einfach besser funktionieren. Seine Schwächen offenbart das Rommelsbacher-Gerät eher beim Backergebnis: Der konstruktionsbedingt deutliche Bräunungsverlauf von unten nach oben schmälert nicht nur die Optik, sondern auch die geschmackliche Balance des Brotes. Die Krume ist zwar durchgebacken und ordentlich strukturiert, die fehlenden Röstaromen auf der Oberseite lassen das Gesamtbild jedoch etwas unfertig wirken. Aber dennoch: Wer ein platzsparendes Gerät mit solider Grundausstattung sucht, findet im BA 550 einen brauchbaren Begleiter – zu einem Preis von gerade einmal 85 Euro.

Brotbackautomat: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Welche Brotsorten kann ich mit einem Brotbackautomaten backen?

Vorrangig Weizen-, Roggen- und Mischbrote. Die meisten Brotbackautomaten verfügen über ein spezielles Vollkornprogramm. Reines Schwarzbrot im Brotbackautomaten zu machen, ist schon schwieriger: Der hohe Roggenanteil bildet weniger Gluten, weshalb Schwarzbrot aus dem Automaten in der Regel nicht mit dem klassischen Schwarzbrot vom Bäcker mithalten kann.

Sollte ich lieber frische Hefe oder Trockenhefe im Brotbackautomaten verwenden? 

Trockenhefe ist einfach zu dosieren und hält sich deutlich länger als Frischhefe. Gerade wenn Sie die Zeitvorwahlfunktion nutzen möchten und die Backmischung über Nacht im Gerät bleibt, bevor die Hefe mit der Flüssigkeit reagieren kann, sollten Sie Trockenhefe nutzen. Prinzipiell können Sie aber beide Hefevarianten zum Brotbacken verwenden – achten Sie dann jedoch auf die korrekte Umrechnung, je nach Rezept: Ein Würfel Frischhefe entspricht etwa zwei Packungen Trockenhefe.

Welches Mehl eignet sich am besten für den Brotbackautomaten?

Die Typennummer auf der Mehlpackung gibt an, wie viele Mineralstoffe in Milligramm pro 100 Gramm Mehl nach dem Veraschen im Labor zurückbleiben. Faustregel: Je höher die Zahl, desto mehr Bestandteile des ursprünglichen Korns sind enthalten. Weizenmehl Type 405 ist sehr fein und hell und eignet sich ideal für Kuchen. Weizenmehl Type 1050 ist deutlich aromatischer und kräftiger. Weizenvollkornmehl ohne Typennummer enthält das ganze Korn. Weizenmehl Type 550, Type 1050 und Weizenvollkornmehl gelten als ideal zum Brotbacken. Prinzipiell können Sie auch Weizenmehl Type 405 zum Brotbacken verwenden, es liefert aber weniger Volumen und hat einen weniger kräftigen Geschmack.

Muss ich die Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge einfüllen?

Ja. In aller Regel müssen Sie zuerst die flüssigen, dann die festen Zutaten einfüllen. Trockenhefe füllen Sie zuletzt ein, indem Sie sie oben auf das Mehl streuen – am besten getrennt von Zucker- und Salzhäufchen. Bei schwereren Teigen, etwa bei Vollkornbrot, kann es hingegen sinnvoller sein, erst die festen und anschließend die flüssigen Zutaten einzufüllen.

Was passiert mit dem Knethaken?

Den Knethaken können Sie während des Backvorgangs unbesorgt im Teig belassen und ihn anschließend aus dem fertigen Brot entfernen. In aller Regel legen die Hersteller dafür einen Metallhaken bei. Dabei entsteht allerdings ein mehr oder weniger großes Loch im Brot. Viele Brotbackautomaten erlauben es auch, den Haken vor dem Start der Backphase aus dem Teig zu fischen – dann müssen Sie jedoch den richtigen Zeitpunkt abwarten.