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TV-Tipp 30.10.: "Lilyhammer": New Yorker Mafioso mischt Norwegen auf

Ein New Yorker Mafioso kommt in den Zeugenschutz - und sucht sich als neuen Wohnort das kleine Städtchen Lillehammer aus. Der Beginn der köstlichen Serie "Lilyhammer", die jetzt auf Arte startet.

Steven Van Zandt spielt in der Serie "Lilyhammer" die Hauptrolle: das Mafiamitglied Frank Tagliano

Steven Van Zandt spielt in der Serie "Lilyhammer" die Hauptrolle: das Mafiamitglied Frank Tagliano

"Lilyhammer" 21 Uhr, Arte
SERIE Als ich über das Grundgerüst von "Lilyhammer" las, dachte ich mir: "Mafioso zieht nach Norwegen? Nichts für mich. Hört sich zu konstruiert an." Doch wegen der Lobeshymnen anderer Serienfans habe ich der Serie eine Chance gegeben. Es hat es sich gelohnt - "Lilyhammer" ist ein kleines Juwel. Und das liegt am überzeugenden Hauptdarsteller, den liebevoll gestalteten Figuren und an Norwegen.

Es beginnt alles damit, dass Frank Tagliano, Mitglied der New Yorker Mafia, als Kronzeuge aussagt und dann ins Zeugenschutzprogramm kommt. Er wünscht sich, künftig in Norwegen leben zu dürfen - genauer in Lillehammer. Weil er die Olympischen Spiele damals im TV gesehen hat und es dort so schön fand. Er bereitet sich zwar ein bisschen vor und lernt zwar eifrig Norwegisch, doch so einfach ändert sich ein echter Mafioso nicht: Er trägt weiterhin die mafiatypischen Mäntel (für Norwegen natürlich komplett ungeeignet), löst im verschlafenen Schneeparadies Probleme nach altbekannter Art und macht eine Bar auf, in der natürlich nicht alles nach Recht und Gesetz zugeht.

Steven Van Zandt (bekannt aus "Sopranos" als rechte Hand von Mafiaboss Tony und natürlich als Rockmusiker) spielt den Mafioso, und das macht er großartig. Dass das Aufeinanderprallen der zwei Welten so gut funktioniert, liegt vor allem an ihm. Die Figur wächst einem trotz der rotzigen Art schnell ans Herz und es ist herrlich absurd, wie sich sein Leben mit den Norwegern entwickelt.

Ein TV-Tipp von Ulrike Klode, Redakteurin beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Ocean's Eleven"
20.15 Uhr, Vox
GAUNERKOMÖDIE Viva Las Vegas: Danny (George Clooney) und seine eleganten Panzerknacker (Brad Pitt, Matt Damon u. a.) räumen fünf Kasinos leer. Rein zufällig gehören sie dem pomadigen Freund von Dannys Exfrau Tess (Julia Roberts). – Hat immer wieder Klasse. (bis 22.35)

"Austropop-Legenden"
20.15 Uhr, Servus TV

MUSIK Wie viel Falco steckte in Hans Hölzel? Rudi Dolezal, der den 1998 verstorbenen Popstar häufig vor der Kamera hatte, stieg in die Tiefen seines Videoarchivs hinab und blickt zurück. Mal melancholisch, mal boulevardesk, verspricht er ein paar "untold stories" über den Mythos Falco. (bis 21.15)

"Where's the Beer and When Do We Get Paid?"
22.20 Uhr, ZDF Kultur

DOKU Dokumentation über Zappas Schlagzeuger Jimmy Carl Black, der der Liebe wegen die letzten seiner Jahre in Bayern lebte. Die Filmemacherinnen begleiteten den 70-Jährigen u. a. in seine Heimat El Paso. (bis 23.45)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo