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TV-Kritik

"Sing meinen Song": Bei Seven braucht's keinen Schnaps - dafür Wärmflaschen

Diese Woche stand der Schweizer Sänger Seven als Underdog im Mittelpunkt von "Sing meinen Song". Und auch, wenn die Original-Lieder niemand kannte - unterhaltsam wurde es trotzdem.

Sing meinen Song

Xavier Naidoo und Underdog Seven in der zweiten Folge von "Sing meinen Song".

Sind Sie bereit? Haben Sie den Ton aufgedreht und die Schnapsgläser vorgekühlt? Gut so, Xavier Naidoo wäre stolz auf Sie. Wir sind in der zweiten Woche der neuen Staffel "Sing meinen Song" angelangt, dem feucht-fröhlichen Musiker-Treff am Strand von Südafrika. Dieses Mal stehen die Songs des Schweizer Sängers Seven im Mittelpunkt. Das ist der, den keiner kennt.

"Ich bin der Underdog", weiß auch Seven ("Wie meine Glückszahl Sieben, nicht Sven") um seine Castingrolle. Mit neun Alben hat der Funk-Musiker immerhin ordentlich Erfahrung im Gepäck.

Samy Deluxe braucht Rap-Nachhilfe

Dass Seven später ausgerechnet dem etwas lahmen Auftakt-Song von Xavier Naidoo mit einem Gastauftritt von Samy Deluxe die Gewinner-Blumen überreicht, überrascht. Auch, wenn immer wieder betont wurde, dass Deluxe nur eine Stunde Zeit hatte, um sich die Zeilen auszudenken - so dolle war der vom Handy abgelesene Rap nicht.  "Das hätte außer mir keiner getan," sagt er und feiert sich dafür, als Rapper spontan gerappt zu haben. Vielleicht sollte sich Deluxe mal wieder unters Volk mischen und bei "Rap am Mittwoch" vorbeischauen.

Zum Glück darf der Hamburger noch einmal auf die Bühne und baut eine sogenannte Loop Station dafür auf. "Wolfgang, weißt du, was das ist?", fragt Naidoo den Ältesten in der Runde, Bap-Sänger Wolfgang Niedecken. "Auf keinen Fall", gibt der zu und bekommt eine kleine Lehrstunde im Loops-Aufnehmen. Der belanglose Popsong "Lost" - ursprünglich ein Duett mit Castingshow-Gewinnerin und Schweizerin Stefanie Heinzmann - wird bei Deluxe eine groovige Nummer, für die er sogar seine Singstimme auspackt.

Getrunken wird bei "Sing meinen Song" wenig, absurd wird's trotzdem

Und dann ist da noch Nena. Die Mondwasser-trinkende 80er-Jahre-Ikone bewegt sich bekanntlich gern auf dem schmalen Grat zwischen Wahnsinn und Genialität. Dieses Mal hat sie die Eingebung, einen Seven-Song auf Französisch zu übersetzen und stellt sich mit ihrem alten Kinder-Akkordeon auf die Bühne. Das ist so absurd, dass es schon wieder gut ist. Vor allem, weil auch Nena drüber lachen kann. "Fehlt nur noch das Baguette unterm Arm", kommentiert sie.

Was in dieser Folge wirklich fehlt? Der Schnaps! Der floss sonst deutlich stärker. Stattdessen wurden den Rockern von Boss Hoss dank Wärmflaschen auf der Couch ganz heiß: Eine platzte und verbrannte den Hintern von Alec Völkel.