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"Tatort"-Check: Nur mal kurz die Welt retten

Tolle Bilder, super Schauspieler - aber eine etwas unglaubwürdige Geschichte: So wird der "Tatort" aus Bremen mit den Kommissaren Lürsen und Stedefreund am Pfingstmontag.

Tatort Bremen

Die Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) müssen die Stadt Bremen vor einer Katastrophe bewahren.

Um was geht's?

Ausnahmezustand in Bremen: Unbekannte Erpresser drohen, das Trinkwasser mit Pestiziden zu verseuchen, wenn es der Polizei nicht gelingt, einen Wissenschaftler dazu zu bringen, öffentlich über seine Forschungen für einen Biotechnologiekonzern zu sprechen. Dahinter stecken radikale Umweltaktivisten, die darauf aufmerksam machen wollen, dass in Mali über 50 unschuldige Menschen wegen giftiger Pestizide starben. Vor allem die junge Aktivistin Luisa (Friederike Becht) ist zu allem bereit. Sie will die Welt ein Stück besser machen - auch wenn dafür weitere unschuldige Opfer sterben. Ganz Bremen ist in Gefahr, für die Kommissare Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Warum lohnt sich der "Tatort"?

So viel Tempo gibt es in Bremen sonst selten: Dies ist kein klassischer "Tatort" mit Zeugen, Alibis und langatmigen Ermittlungen. Der Film versprüht mehr das Flair eines packenden Thrillers mit wirklich tollen Kamerafahrten und Bildern. Allein die Sequenz, in der rote Farbe wie Blut aus einem Duschkopf im Bremer Freibad fließt und eine Frau zu Tode erschreckt, ist schon das Einschalten wert. 

Was stört?

Leider ist das Ganze viel zu übertrieben geraten. Die Story ist einfach eine Nummer zu groß, um in Bremen glaubwürdig zu wirken. Und ohne wirklich unglaublich viele Zufälle wären sowohl Täter als auch Ermittler nicht mit ihren Plänen durchgekommen. Da muss man als Zuschauer stellenweise beide Augen zudrücken.

Die Kommissare?

Haben einen Lauf, wie sie selbst zu Beginn des Films sagen. Tatsächlich sind Lürsen und Stedefreund ein sehr gut eingespieltes Team, die in "Der hundertste Affe" außerdem großartige Unterstützung bekommen: Barnaby Metschurat als in sich ruhender Kripochef Lorentz und Werner Wölbern als unterstützender Kommissar machen ihre Sache gut. Auch Luise Wolfram als eigenwillige BKA-Beamtin überzeugt - aber musste das Drehbuch ihr wirklich eine Affäre mit dem deutlich älteren Stedefreund vorschreiben?

Ein- oder Ausschalten?

Einschalten, wenn sie über einige Logikfehler hinwegsehen können. Spaß macht die Folge trotzdem und das Wetter soll an Pfingsten auch perfekt zum Fernsehen sein. 

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