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"Tatort" aus Frankfurt: Das Horrorhaus - der "Tatort" wird zum Gruselschocker

Kommissar Brix findet eine Kinderleiche in seinem Haus. Dann geschehen merkwürdige Dinge, ein Geist scheint sein Unwesen zu treiben. Der neue "Tatort" aus Frankfurt kommt kurz vor Halloween als Horrofilm daher.

"Tatort" aus Frankfurt

Die "Tatort"-Folge "Fürchte dich" aus Frankfurt ist ein Gruselschocker geworden

Bewertung:

  • 4 von 5 Punkten
  • Ein spannendes "Tatort"-Experiment: Hier wird der Sonntagskrimi in einen waschechten Horror-Schocker verwandelt, was über weite Strecken gelungen ist.


Worum geht's in diesem "Tatort"?

In einer düsteren, regennassen Nacht nähert sich ein alter Mann im weißen Nachthemd dem Haus von Kommissar Brix (Wolfram Koch) und seiner Mitbewohnerin Fanny (Zazie de Paris). Er übergießt sich mit Benzin, bricht aber zusammen, ehe er sich anzünden kann. Aufgrund seiner kryptischen Worte schaut sich Brix den Dachboden des Hauses genauer an - und findet dort ein Kinderskelett. Nicht das einzige Geheimnis, das dieses Haus umgibt. Kommissar Brix findet heraus, dass hier früher ein Waisenhaus war, in dem vor 70 Jahren ein Mord geschah. Und als tatverdächtig gilt der alte Mann, der das Haus abfackeln wollte.

Warum lohnt sich der Krimi?

"Heute Nacht erzähle ich Ihnen von einem der unheimlichsten Kriminalfälle meiner bisherigen Laufbahn": Gleich zu Beginn dieses "Tatorts" schwört Kommissarin Anna Janneke den Zuschauer aus dem Off darauf ein, was ihn in den nächsten 90 Minuten erwartet: puren Horror. Es geschehen merkwürdige Dinge in dem Haus, ein Geist scheint sein Unwesen zu treiben und greift auch Besitz von Fanny. Verantwortlich für diesen "Tatort" ist Regisseur Andy Fetscher, der 2007 mit "Bukarest Fleisch" einen viel beachteten deutschen Horrorfilm vorgelegt hat. "Fürchte dich" ist sein "Tatort"-Debüt. Gekonnt inszeniert Fetscher immer wieder auch den Kontrast zwischen der modernen Hochglanzwelt von Frankfurt und der Geisterwelt, die das Haus ergriffen hat.

Was nervt?

Bisweilen übertreibt es der Regisseur ein wenig mit den Genre-Klischees. So hält die Untote ein bisschen zu oft ihre Fratze in die Kamera.

Die Kommissare?

Leisten beide Höchstarbeit: Anna Janneke (Margarita Broich) versucht, Fanny unter Kontrolle zu halten. Die Französin dreht langsam durch und sieht buchstäblich Gespenster. Paul Brix versucht derweil zusammen mit der Enkelin des alten Mannes herauszufinden, was vor 70 Jahren wirklich geschah. 

Ein- oder Ausschalten?

Den Sonntagskrimi mit einem Horrorfilm zu vermählen, ist ein ungewöhnliches Vorhaben, das es bislang noch nicht oft gegeben hat. So viel Mut sollte honoriert werden. Deswegen: unbedingt einschalten.

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