HOME

Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipp 27.7.: "Pump up the Jam": Und jetzt alle: HYPER, HYPER!

Warum war die Techno-Szene gar nicht so happy über Scooter? Und was machen Snap und Dr. Alban eigentlich heute? Eine Doku über den Eurodance klärt auf. Und wie finden wir das? Geil, natürlich.

"I SAID: I WANT TO SEE YOU SWEAT!!"

"I SAID: I WANT TO SEE YOU SWEAT!!"

"Pump up the Jam - Heroes of Eurodance"
22.05 Uhr, Arte
DOKU Bitte vervollständigen Sie folgende Zahlenreihe: Eins, zwei, Polizei. Drei, vier, ...? Richtig! Wenn Sie jetzt auf Anhieb (und ein wenig freudig erregt) "Grenadier" in ihren Bildschirm gebrüllt haben, sind Sie höchstwahrscheinlich eins dieser Kinder der Neunziger. Meinen Scooter, wenn Sie Techno sagen, reißen theatralisch die Arme in die Höhe, wenn Sie "Pray" von DJ Bobo hören und haben sich vielleicht sogar freiwillig zur Bundeswehr gemeldet, weil Sie gehofft hatten, dass dort genauso viele Mädels im knappen weißen Oberteil im Regen tanzen wie damals bei Captain Jack.

Lange Zeit war es ja verpönt, laut zu sagen, dass man Eurodance eigentlich ganz geil findet. 'n ironisches Indielied, bisschen schmachtend, aber mit Weltverbesserungsanspruch - damit konnte man punkten. Aber wenn ich alleine im Auto saß (und mir ganz sicher war, dass alle Scheiben hochgekurbelt waren), wurde mein CD-Schlitz mit Rednex, Aqua und E-rotic gefüttert - und die Boxen bis zum Anschlag aufgedreht. "Life in plastic, it's fantastic, Baby!"

Aner jetzt wird "Eurodance" endlich salonfähig: Auf Trash-Partys, die so illustere Namen wie "Entdeck the Dreck" tragen, zuckeln Leute zu Dr. Alban und dem Scatman Johannes ab, die Anfang der 90er noch nicht mal "Bobo" (geschweige denn "Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop") sagen konnten. Und Jan Böhmermann bringt dem Eurodance ein fast schon unironisch liebevoll gemeintes Ständchen (von "Prism is a dancer") ganz zu schweigen.

Spätestens aber, wenn Arte dem Thema eine Doku widmet und (Zitat) die "Musik eines belächelten Genres neu entdeckt", wissen wir: Eurodance ist (wieder) zurück in der Mitte der Gesellschaft! Also - Sonntagabend auf unserem Lieblingsbildungskanal ein bisschen Laune tanken und dann die ganze Gang zum mitternächtlichen Spontanrave zusammentrommeln. Bis sie, eins - zwei, kommt, die Polizei!

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo