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TV-Tipps des Tages für den 17.3.: Amélie im Bett mit Faschos

Bahia hat Sex mit Faschos und Konservativen, um sie zur guten, linken Sache zu bekehren. "Der Name der Leute" versprüht einen anarchischen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Gesellschaftssatire im Gewand einer Liebeskomödie: Arthur (Jacques Gamblin, l.) liebt Lionel Jospin - und Bahia (Sara Forestier, r.)

Gesellschaftssatire im Gewand einer Liebeskomödie: Arthur (Jacques Gamblin, l.) liebt Lionel Jospin - und Bahia (Sara Forestier, r.)

"Der Name der Leute" 20.15 Uhr, Einsfestival

Es gibt diese Filme, die einem unweigerlich das Herz öffnen. Filme, die Lust machen darauf, aus der eigenen kleinen Welt auszubrechen und die einem - zumindest für einen kleinen Moment - das Gefühl geben, dass wir die Welt doch noch verändern können. "Der Name der Leute" (lassen Sie sich von dem unspektakulären Titel nicht abschrecken!) versprüht dieses "Amélie"-Gefühl. Auch wenn mich die Kurzzusammenfassung in meiner TV-Zeitschrift fast abgeschreckt hätte: Zwei Menschen, die eigentlich nicht zusammenpassen, treffen sich, streiten sich eine Weile, bis es dann irgendwie doch funkt. Been there, seen that. Aber die Franzosen kriegen es irgendwie immer wieder hin, aus dieser abgegriffenen Formel Filme zu schneidern, die Anarchie, Sexyness und Tiefgang zu einem liebenswerten Stück Kino verbinden.

Auftritt Bahia, Tochter eines arabischen Einwanderers aus Algerien und einer linken Aktivistin, selbst Linke von ganzem Herzen und erklärte Gegnerin von allem, was irgendwie konservativ sein könnte. Im Kampf gegen den politischen Gegner setzt die quirlige Dame (Sara Forestier, ich glaube, ich bin verliebt!) aber nicht auf ausschweifende Debatten und Adorno, sondern auf ihre besondere Geheimwaffe: Sex. Bahia steigt mit Islamhasser, und Faschos ins Bett, um ihnen kurz vor dem Höhepunkt böse, linke Gedanken einzuflüstern. Bis sie auf Arthur (Jacques Gamblin) trifft, ein Mann, der nach außen hin alles zu verkörpern scheint, was sie hasst, der aber ein Familiengeheimnis mit sich trägt.

Klingt wie eine klassische Boy-meets-Girl-Story, ist aber so viel mehr. Regisseur Michel Leclerc und seine Freundin Baya Kasmi, die mit ihm das Drehbuch geschrieben hat, schleusen durch die Hintertür die ganz großen Fragen ein: Was macht die eigene Identität aus? Ab wann ist man ein echter Franzose? Und warum, zur Hölle, muss das überhaupt irgendjemanden interessieren? Mehr an dieser Stelle zu verraten, hieße spoilern. Schauen Sie rein - und melden sich danach bei mir. Und wir verändern die Welt gemeinsam! Deal?

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Jeder Tag zählt"
20.15 Uhr, ZDF
DRAMA Bei der 15-jährigen Lilli (Lilian Prent) wird eine seltene Form von Blutkrebs diagnostiziert, die Überlebenschance beträgt trotz Chemotherapie und Knochenmarktransplantation unter 50 Prozent. Um in der Nähe der Klinik zu sein, zieht Mutter Emma (Katharina Böhm) widerwillig bei ihrem Ex (Bernhard Schir) und dessen neuer Familie ein. - Drehbuchautorin Ruth Toma ("Same Same But Different") adaptierte den Roman "Am seidenen Faden" ihrer Schwester Jutta Mehler, deren Tochter selbst an Leukämie litt. Der Film schildert Ängste und Hoffnungen ebenso wie die drastischen Nebenwirkungen der Behandlung lebensnah und ohne allzu viel Pathos. (bis 21.45)

"Luther - Dritte Staffel"
22.50 Uhr, ZDFneo

SERIE Zum Start der 3. Staffel sieht sich John Luther mit einer albtraumhaften Mordserie konfrontiert. Ein Fetischist tötet Frauen nach gleichem Muster wie in einem Fall aus den 80er-Jahren... Der Brit-Krimi lebt von Antiheld Luther alias Idris Elba. Die Fälle sind mehr oder minder austauschbar. (bis 23.50)

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