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TV-Tipps des Tages für den 27.2.: Überlebenskampf nach dem Völkermord

Ron Moores "Battlestar Galactica" verfrachtet das amerikanische 9/11-Trauma ins All. Die düstere Scifi-Serie mischt gute Action mit kontroversen politischen Themen - unser TV-Tipp des Tages.

Für dieses Verhältnis bezahlte die Menschheit mit ihrem Leben: Zylonenmodel Nummer Sechs (Tricia Helfer) und Wissenschaftler Gaius Baltar (James Callis)

Für dieses Verhältnis bezahlte die Menschheit mit ihrem Leben: Zylonenmodel Nummer Sechs (Tricia Helfer) und Wissenschaftler Gaius Baltar (James Callis)

"Battlestar Galactica - Pilotfilm" 22.15 Uhr, Tele 5
Als ich hörte, dass "Kampfstern Galactica" neu aufgelegt wird, musste ich erst einmal herzhaft lachen. 1978 war die Serie im Kielwasser der allgemeinen "Star Wars"-Begeisterung produziert worden und genauso schnell wieder verschwunden. Als Trash war "Battlestar" lustig, inhaltlich aber eine Enttäuschung. Dabei versprach die Prämisse der Serie durchaus Potenzial: Die letzten Überlebenden der Menschheit suchen in den Weiten des Weltraums nach ihrem mythischen Heimatplanet, der Erde - stets verfolgt von den mörderischen Zylonen, einer Roboterrasse, die sie beinahe ausgerottet hätte.

Mein damaliger Mitbewohner überredete mich trotzdem, der Neuauflage eine Chance zu geben. Mit Edward James Olmos ("Blade Runner") hatten sie einen genialen Charakterkopf als alternden Raumschiffkommandanten gecastet - und Showrunner Ronald D. Moore galt als Drehbuchautor, der sich nicht scheute, moralische Abgründe zu erkunden.

Doch was Moore mit den holzschnittartigen Vorlagen des Originals anstellte, verschlug mir die Sprache. Schon der Pilotfilm, der heute auf Tele 5 anläuft und ursprünglich als Miniserie veröffentlicht wurde, macht unmissverständlich klar: This is not your father's "Battlestar"! Die Menschheit erlebt ihren Untergang - und nichts, aber auch gar nichts ist lustig daran. Moores Neuauflage umarmt die Düsternis der Prämisse - und liefert eine beißende Satire auf die Terrorangst der USA nach 9/11. Den leichten Humor der Vorlage tauscht das neue "Battlestar" gegen Zynismus und Ironie: Ausgerechnet Baltar, der Wissenschaftler, der die Menschheit verriet, überlebt das Gemetzel und wird als ihre letzte Hoffnung gefeiert.

Ron Moore macht "Battlestar" zu einem Experimentierkasten für anspruchsvolles und gewagtes Storytelling - im Gewand einer Abenteuerserie. Helden gibt es hier keine. Nur Überlebende, traumatisierte Menschen, ständig auf der Flucht vor jenen künstlichen Wesen, die sie einst als Diener geschaffen hatten, die rebellierten, einen Völkermord begingen - und mir trotzdem immer sympathischer wurden. Und jedes Mal, wenn ich glaubte, ja hoffte, es gehe nicht heftiger, legte Moore einen drauf: Niemand sonst hatte den Mut, seine Serienhelden kurz nach 9/11 als Selbstmordattentäter mit nachvollziehbaren Motiven zu zeigen. Ja, "Battlestar Galactica" ist eine kontroverse, nachdenkliche, hochpolitische und bisweilen sehr philosophische Serie. Und sie macht süchtig. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo