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TV-Tipps des Tages für den 9.2. "Tatort": Der letzte Ritter

Die Kommissare Ritter und Stark ermitteln einen fünf Jahre zurückliegenden Unfall auf einer Landstraße bei Berlin.
Die Kommissare Ritter und Stark ermitteln einen fünf Jahre zurückliegenden Unfall auf einer Landstraße bei Berlin.
© rbb/Conny Klein
stern.de führt Sie mit dem TV-Tipp des Tages durch den Fernseh-Dschungel. Heute: der Berlin-"Tatort" - zum letzten Mal mit Till Ritter als Ermittler.

"Tatort: Großer schwarzer Vogel" 20.15 Uhr, ARD
KRIMI Irgendwie hab ich ihn immer gemocht, den Großstadtcowboy Till Ritter, gespielt von Dominic Raacke. Er gehört zu den letzten Machos, denen das öffentlich-rechtliche Fernsehen ein Podium gibt. Doch damit ist nun Schluss: Zum letzten Mal geht der Berliner "Tatort"-Kommissar an diesem Sonntag auf Sendung. Seit 1999 hatte er das Kommissariat in der Hauptstadt geleitet, zunächst sechs Folgen lang mit Robert Hellmann (Stefan Jürgens), ab 2001 an der Seite von Felix Stark (Boris Aljinovic), mit dem er ein kongeniales Gespann bildete.

Doch jetzt steigt Ritter aus. Sein Kollege Stark wird noch einmal alleine auf Verbrecherjagd gehen, dann fällt auch für ihn die letzte Klappe. Die Folge wird voraussichtlich im November ausgestrahlt, ab 2015 präsentiert der RBB ein runderneuertes "Tatort"-Team.

Es waren keine schlechten Jahre, einige der gemeinsamen Fälle von Ritter und Stark waren sogar brillant. Doch nach dieser Folge hält sich der Abschiedsschmerz in Grenzen: "Großer schwarzer Vogel" ist ein völlig uninspiriert umgesetzter und komplett spannungsarm erzählter Fall. In weiten Teilen stehen die Protagonisten unmotiviert in der Kulisse herum und schweigen sich an. Handlung ist Mangelware, hier wird noch nicht einmal etwas erklärt - die meiste Zeit werfen sie sich bedeutungsschwangere Blicke zu. Selbst großartige Schauspieler wie Julia Koschitz können in dieser Geschichte nichts mehr retten, die zum größten Teil in der Vergangenheit spielt. Über Ritter erfahren wir immerhin ein paar spannende Details: Er leidet seit geraumer Zeit unter Schlaflosigkeit und nimmt Tabletten, weil er über den Tod einer geliebten Frau nicht hinweg kommt. Man hätte was draus machen können aus dieser Geschichte - leider hat's der RBB versemmelt. Till Ritter werde ich dennoch vermissen.
Ein TV-Tipp von Carsten Heidböhmer, Redakteur bei stern.de


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