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"Porno-Affäre": Uschi Glas nimmt Urteil nicht hin

In dem bizarren Prozess um Uschi Glas und ihre vermeintliche "Porno-Affäre" im Internet ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Schauspielerin nimmt das Urteil nicht hin, sondern legt Berufung ein.

Die Schauspielerin Uschi Glas hat nach ihrer gerichtlichen Schlappe in der so genannten "Porno-Affäre" Berufung eingelegt. Die Berufung gegen die Ablehnung der Schmerzensgeldklage sei beim Kammergericht Berlin anhängig, teilt ihr Anwalt Markus Roscher mit. Das Berliner Landgericht hatte Ende Juli die Klage gegen die Berliner Polizei abgewiesen. Die 61-Jährige hatte 20.000 Euro Schmerzensgeld verlangt, weil die Polizei ihre Daten bei Ermittlungen gegen einen Internet-Pornoanbieter verwendete.

Das Gericht sah darin keine schwere Persönlichkeitsverletzung. An Medienberichten über den Fall werde eindeutig klar, dass Glas nicht selbst auf Sexseiten gesurft habe, an ihr bleibt nichts hängen, entschied die Kammer. Der Fall war hochgekocht, nachdem Glas der Zeitschrift "Schweizer Illustrierte" für eine Promi-Story ihren Ausweis zur Verfügung gestellt hatte.

Es geht ihr nicht ums Geld

Ein Berliner Polizist kam durch Zufall an den Artikel, kopierte den Ausweis und benutzte die Daten, um herauszufinden, ob sich Jugendliche mit Daten von Erwachsenen ungehindert auf Pornoseiten einloggen können. "Wir haben die Berufung aber auf einen Entschädigungsbetrag in Höhe von 2000 Euro begrenzt", sagt Anwalt Roscher. "Wir wollen damit zeigen, dass es meiner Mandantin nicht um Geld geht, sondern um die Ahndung eines datenschutzrechtlichen Fehlgriffs der Berliner Polizei."

DPA / DPA
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