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"Richter Alexander Hold": TV-Staatsanwalt vor Gericht

In der Gerichtsshow "Richter Alexander Hold" verknackt er seit Jahren Ganoven. Doch jetzt stand TV-Staatsanwalt Sewarion Kirkitadse selbst vor Gericht - und verlor.

Von Georg Wedemeyer

Als Staatsanwalt steht er gleich in zwei Sat-1-Serien ("Richter Alexander Hold" und "K11") für Gesetzestreue und graumelierte Seriosität: Sewarion Kirkitadse. "Man kann seine eigenen Überzeugungen darstellen", sagt er auf die Frage, was ihn an diesem TV-Auftritt reize. Doch im wahren Leben leistet sich offenbar auch ein TV-Staatsanwalt schon mal einen Fehltritt. In München saß er jetzt selbst auf der Anklagebank - und wurde verurteilt.

Es ging um Geld, das er einem seiner Mandanten vorenthielt. Im wahren Leben nämlich ist Sewarion Kirkitadse nichts Staatsanwalt, sondern niedergelassener Rechtsanwalt in der bayerischen Landeshauptstadt. Der Mandant, ein Albaner behauptete, Kirkitadse würde ihm 9422 Euro schulden. Doch Kirkitadse beteuert, er habe ihm das Geld bar ausgezahlt. Eine Quittung allerdings konnte er nicht vorweisen.

Der (echte) Staatsanwalt erhob daraufhin den Vorwurf der Veruntreuung von Mandantengeldern. Nach mehrtägiger Verhandlung sah das Münchner Amtsgericht das genauso. Es verurteilte den 54-jährigen Kirkitadse vergangenen Donnerstag wegen Untreue zu 20.000 Euro Geldbuße und acht Monaten Gefängnis auf Bewährung.

Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Der Staatsanwaltschaft ist es zu milde, sie hat Berufung eingelegt. Sewarion Kirkitadse war für stern.de nicht für eine Stellungsnahme zu erreichen.

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