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Western "Rust" Chefbeleuchter verklagt Alec Baldwin nach tödlichem Schuss am Filmset

Serge Svetnoy
Serge Svetnoy arbeitete am Set des Westerns "Rust" als Chefbeleuchter
© Patrick T. FALLON / AFP
Er stand in unmittelbarer Nähe, als Kamerafrau Halyna Hutchins am Set des Westerns "Rust" getötet wurde. Nun fordert der Beleuchter Serge Svetnoy Schadenersatz wegen schwerer seelischer Schäden.

Nach dem tödlichen Schuss von Alec Baldwin auf die Kamerafrau Halyna Hutchins hat der Chefbeleuchter des Filmsets den Hollywood-Schauspieler verklagt. Dem Hauptdarsteller und Produzenten des Western "Rust" werde Fahrlässigkeit vorgeworfen, teilten Anwälte am Mittwoch mit. In der bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klage von Chefbeleuchter Serge Svetnoy werden auch die Produzenten und die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed genannt. Laut der Klageschrift, die am Mittwoch von dem Branchenblatt "Deadline.com" und anderen US-Medien veröffentlicht wurde, fordert Svetnoy Schadenersatz in nicht genannter Höhe. 

Baldwin, der auch Produzent des Films ist, hatte am 21. Oktober während der Dreharbeiten zu dem Western im Bundesstaat New Mexico offenbar versehentlich Kamerafrau Halyna Hutchins erschossen, als er bei einer Probe die Requisitenwaffe abfeuerte. Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter getroffen und verletzt. Der Revolver war offenbar mit mindestens einer echten Kugel geladen worden. Wie dies geschehen konnte, ist nach wie vor unklar.

Beleuchter wirft Alec Baldwin fahrlässiges Verhalten vor

Er habe durch Hutchins Unfalltod "schwere seelische Schäden" erlitten, erklärte Svetnoy laut Klageschrift. Ihr Tod sei "durch fahrlässige Handlungen und Unterlassungen" Baldwins und anderer verursacht worden. "Es gab einfach keinen Grund dafür, dass eine scharfe Kugel in dem Colt steckte oder irgendwo am Set von 'Rust' vorhanden war". Dies sei "eine tödliche Bedrohung für jeden in der Umgebung" gewesen.

Baldwin, Regieassistent David Halls und Waffenmeisterin Gutierrez-Reed hätten sich nicht an die in der Filmindustrie üblichen Regeln im Umgang mit Waffen gehalten und "ließen zu, dass ein mit scharfer Munition geladener Revolver auf lebende Personen gerichtet wurde", heißt es in der Klage weiter.

Svetnoy war mit Kamerafrau Halyna Hutchins befreundet

Svetnoy hatte bereits in mehreren Filmen mit Hutchins zusammengearbeitet. Die Kugel sei in nächster Nähe an seinem Gesicht vorbeigeschossen. Nie zuvor bei einem Dreh habe er so einen lauten Schuss gehört.  Nach dem Unglück eilte er laut Klageschrift zu seiner Freundin, die tödlich getroffen zu Boden gesunken war. "Als er sie hielt, bemerkte er, dass die Hand, die er auf ihren Rücken gelegt hatte, nass wurde von ihrem Blut." Die nächsten 20 bis 30 Minuten seien "die längsten seines Lebens" gewesen. Er habe versucht, Hutchins "zu helfen und beizustehen, während er hilflos zusah, wie sie unaufhaltsam ihr Bewusstsein verlor". 

Fall Baldwin: Das letzte Foto von der lebenden Halyna Hutchins

Die Anwälte der Waffenmeisterin Gutierrez-Reed betonten am Mittwoch erneut, ihre Mandantin wisse nicht, wie die scharfe Munition ans Set gelangt sei. "Wir sind überzeugt, dass es sich um Sabotage handelte und Hannah etwas angehängt wird", erklärte ihr Anwalt Jason Bowles. "Wir glauben auch, dass sich jemand am Tatort zu schaffen gemacht hat, bevor die Polizei eintraf."

jum/DPA/AFP

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