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Britney Spears: Vorwurf der Kindesmisshandlung

Der Sorgerechtsstreit um die Kinder von US-Popstar Britney Spears verschärft sich. Die Behörden gehen jetzt auch Hinweisen auf Kindesmisshandlung und Vernachlässigung nach. Die Sängerin verweigert dem Jugendamt jedoch die Einsicht in Unterlagen über ihre Söhne.

Ein Anwalt der Bezirksjugendbehörde von Los Angeles äußerte in einem Schreiben an ein Gericht Sorge um das Wohlergehen ihrer Söhne, falls die 26-Jährige das Sorgerecht behalte. Er beantragte, Teile der Gerichtsakten zu öffnen. Details wurden nicht bekannt. Die Anwälte von Spears und ihres Ex-Mannes Kevin Federline waren zunächst nicht erreichbar. Wegen ihrer Alkohol- und Drogenprobleme war Spears, die zuletzt mit ihrem Partyleben mehr Schlagzeilen machte als mit ihrer Musik, das Sorgerecht für ihre Söhne Sean Preston (2) und Jayden James (1) entzogen worden. Sie darf aber ihre Kinder besuchen. Die Behörde beantragte jetzt bei Gericht, die derzeit gültigen Sorgerechts- und Besuchsregelungen nicht zu ändern, bis sie ihre Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen habe.

Die Sängerin hingegen will sich bei der Betreuung ihrer Söhne nicht vom Jugendamt in die Karten schauen lassen. In einem Schriftsatz an das Landesgericht in Los Angeles macht sie Sicherheitsbedenken geltend. "Ich versuche, die Reise- und Fahrpläne der Kinder so geheim wie möglich zu halten, damit skrupellose Journalisten nicht so leicht Zugang zu mir und den Jungen bekommen", schrieb die US-Sängerin nach einem Bericht der "New York Post" vom Mittwoch an das Gericht.

Das Jugendamt hatte Unterlagen zum Sorgerechtsstreit zwischen Spears und ihrem Ex-Ehemann Kevin Federline angefordert, um Spears' Eignung als Mutter zu überprüfen. Den Einwand der Sängerin wies die Behörde zurück. "Aufgrund der bisherigen Untersuchung haben wir unsere eigenen Bedenken, was die Sicherheit und das Wohlergehen der Kinder angeht, solange sie in der Obhut der Mutter sind", konterte das Jugendamt. Über die Herausgabe der Papiere ist dem Bericht zufolge noch nicht entschieden.

Dass Spears nicht gerade eine vorbildliche Mutter ist, hat sie in diesem Jahr mehrfach bewiesen. So ist wohl auch die zweifelhafte Ehrung zu erklären, die der 26-Jährigen jetzt zuteil wurde: Von der US-Zeitschrift "Babytalk" bekam Spears einen Award mit dem klangvollen Namen "Stinkende Windel" verliehen. Damit wurde sie als schlechteste Mutter des Jahres ausgezeichnet. In der Begründung hieß es, Britney Spears rauche und trinke in der Nähe ihrer Söhne. Zudem habe sie ihnen Kaugummis zu essen gegeben.

Spears Ex-Mann Kevin Federline sieht sich hingegen als treu sorgenden Vater. "Mein wichtigstes Karriereziel, meine absolute Priorität ist es zurzeit, ein guter Vater für meine Kinder zu sein. Meine Kinder bedeuten mir die Welt", so Federline in einem Interview. Dabei helfe es nicht unbedingt, dass er und seine Ex berühmt sind. "Das Schlimmste am Berühmtsein ist, dass nicht einmal die Privatsphäre meiner Kinder geschützt wird. Besonders schlimm ist die Verfolgung durch Paparazzi. Meinetwegen können die von mir so viele Fotos machen, wie sie wollen, aber die Typen sollen verdammt noch mal meine Kinder in Ruhe lassen." Spears zahlt ihrem Ex-Mann jeden Monat insgesamt 30.000 Dollar an Alimenten für den Unterhalt der beiden Söhne.

AP/DPA/jum / AP / DPA