Claire Foy So schwer ist der Mama-Job wirklich

Schauspielerin Claire Foy spricht Klartext.
Schauspielerin Claire Foy spricht Klartext.
© imago/FAMOUS / James Warren
Claire Foy rechnet ab: Die Schauspielerin nennt ihren Alltag als berufstätige Mutter eine "logistische Katastrophe".

Claire Foy (41) gehört zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen ihrer Generation. Mit ihrer Darstellung von Queen Elizabeth II. in "The Crown" wurde die Britin weltberühmt. Doch abseits des roten Teppichs kämpft die 41-Jährige mit denselben Herausforderungen wie Millionen anderer berufstätiger Mütter. Im Interview mit "Harper's Bazaar UK" findet sie dafür deutliche Worte.

"Einen Job zu haben und gleichzeitig Elternteil zu sein, ist eine logistische Katastrophe - das ist die Wahrheit", erklärt Foy dem Magazin. Die Schauspielerin teilt sich das Sorgerecht für ihre zehnjährige Tochter Ivy Rose mit Ex-Mann Stephen Campbell Moore, von dem sie sich 2018 trennte. "Die Arbeitszeiten beim Film- und Fernsehdreh sind nicht gerade familienfreundlich - da gibt es viel zu jonglieren und viel Hoffen auf das Beste."

Kritik an Hollywood

Doch nicht nur die Doppelbelastung macht Foy zu schaffen. Die Schauspielerin prangert auch den Umgang der Branche mit Frauen in ihren mittleren Jahren an. "Die Industrie hat ein Problem mit Frauen zwischen 45 und 60", sagt sie. "Sie wissen nicht wirklich, was sie mit ihnen anfangen sollen. Sie fragen sich: Wer bist du? Bist du eine Mutter? Oder schon eine Großmutter?" Eine Beobachtung, die Foy nicht einfach hinnehmen will: "Ich habe immer gespürt, dass es meine Verantwortung ist, die Frauen zu spielen, die ich kenne und mag. Und wenn ich das kann, werde ich es tun."

Derzeit steht die gebürtige Stockporterin gleich für mehrere Projekte vor der Kamera. In der Buchverfilmung "H is for Hawk" spielt sie eine Akademikerin, die nach dem Tod ihres Vaters Trost in der Falknerei findet. Für die Rolle lernte Foy tatsächlich, mit Habichten umzugehen. "Es war geradezu absurd, dass ich das gemacht habe", gibt sie zu. "Aber dann habe ich es geliebt, weil mir klar wurde, dass wir nicht genug Wildheit in unserem Leben haben."

Abrechnung mit Social Media

Auch zum Thema soziale Medien hat die Schauspielerin eine klare Meinung - und die fällt vernichtend aus. "Ich hasse sie regelrecht", sagt Foy. Sie halte sich bewusst aus öffentlichen Debatten heraus, wenn sie nichts Sinnvolles beizutragen habe. "Wenn man nur Lärm um des Lärms willen macht, sollte man wahrscheinlich den Mund halten - also halte ich ihn."

Privat hat die Schauspielerin inzwischen ein neues Glück gefunden. An ihrer Seite ist der Musiker Charlie Cunningham, mit dem sie in Nordlondon lebt. Dort managt sie den Alltag zwischen Schulabholungen und Dreharbeiten - auch wenn das nicht immer einfach ist. "Ich muss meinen Lebensunterhalt verdienen", räumt sie ein. "Aber wenn ich Projekte machen kann, die einen tieferen Sinn haben als nur bezahlt zu werden, dann ist das mein Ziel."

"H is for Hawk" hat in Deutschland noch keinen Starttermin, in Foys Heimat startet der Film am 23. Januar. Im März ist sie in der Familienkomödie "The Magic Faraway Tree" an der Seite von Andrew Garfield zu sehen.

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