Fall Gsell Inhaftierter Staatsanwalt widerruft sein Geständnis


Der in Untersuchungshaft sitzende Staatsanwalt aus Hof hat sein Teilgeständnis im Fall Tatjana Gsell widerrufen. Die Gründe für den plötzlichen Sinneswandel sind unklar. Will er Tatjana Gsell aus Liebe schützen?

Neue Wendung im Fall Gsell: Ein angeblich in den Überfall auf den Nürnberger Prominentenarzt Franz Gsell verwickelter Staatsanwalt bestreitet inzwischen jede Beteiligung an der Tat. Über seinen Verteidiger habe der Bekannte der Hauptbeschuldigten Tatjana Gsell sein früheres Geständnis widerrufen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg am Montag mit. Zu den Gründen habe der Anwalt des seit rund vier Wochen inhaftierten Juristen keine Angaben gemacht. Der Arzt war Anfang des Jahres bei einem Überfall tödlich verletzt worden.

Noch im Juli hatte der 32-Jährige zugegeben, von der Gsell-Ehefrau als Helfer bei einer Autoschieberei angeheuert worden zu sein. Er habe den Auftrag erhalten, Geld von Autoschiebern in Empfang zu nehmen. Zu diesem Zweck habe er sich am Tag des Überfalls auf Franz Gsell im Januar dieses Jahres in der Nähe des Gsell-Hauses aufgehalten. Für diese Dienste habe er 5000 Euro erhalten.

Spekulationen um Motive für Widerruf

Lokalzeitungen spekulierten am Montag über die Motive des beschuldigten Staatsanwalts für seinen Widerruf. So wird vermutet, dass er Tatjana Gsell mit seinem Geständnis nicht belasten wollte, da er weiterhin in die "Luxus-Lady" verliebt sei. Der junge Staatsanwalt kennt Tatjana angeblich aus seiner Studienzeit in Bamberg, der Heimatstadt der späteren Gsell-Ehefrau. Als er seine nach zahlreichen Schönheitsoperationen total veränderte Ex-Freundin vor Jahren wiedersah, habe es sofort wieder gefunkt.

Unterdessen setzt die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen im Fall Gsell weiterhin auf den in Griechenland festgenommenen Kopf einer Autoschieberband. Dieser soll an dem Überfall auf Franz Gsell beteiligt gewesen sein. Inzwischen sei der Beschuldigte in Thessaloniki von der zuständigen deutschen Staatsanwältin vernommen worden. Er habe sich auch zu dem Überfall geäußert. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft dazu jedoch keine Angaben machen.

Trennungsabsichten der Grund für den Überfall?

Hintergrund für den verhängnisvollen Überfall auf den Nürnberger Schönheitschirurgen vor sieben Monaten waren nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Trennungsabsichten der 44 Jahre jüngeren Gsell- Ehefrau. Nachdem sich die 32-Jährige schon mehrere Monate lang mit einem Düsseldorfer Geschäftsmann im spanischen Marbella aufgehalten hatte, soll der 76-Jährige seiner Frau gedroht haben, den Geldhahn abzudrehen. Daraufhin soll sie rumänische Autoschieber für den Diebstahl ihrer Luxuslimousine angeheuert haben, um später die Versicherungssumme zu kassieren.


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