HOME

Imagewechsel: Miley Cyrus outet sich als Feministin

Miley Cyrus scheint langsam erwachsen zu werden. In einem Interview mit der US-Ausgabe von "Elle" spricht sie erstmals über Lebensweisheiten - und zeigt sich auf dem Cover ungewöhnlich zugeknöpft.

Von Frank Siering, Los Angeles

Handelt es sich bei Miley Cyrus letztem Interview mit der amerikanischen "Elle" um den Versuch einer bewussten Image-Korrektur, oder wird der frühere Disney-Kinder-Star tatsächlich erwachsen? Zuletzt zeigte sich die 21-Jährige artig zugeknöpft und fast schon ein bisschen langweilig auf dem Mai-Titelblatt der "Elle". In dem Magazin spricht sie offen und ehrlich über ihren Ex-Verlobten Liam Hemsworth und ihr umgekrempeltes Image nach ihrer Karriere als Disney-Liebling Hannah Montana.

"Dankbar" sei sie, dass Disney ihr eine "echt harte Ausbildung" ermöglicht habe. Und "Glück" habe sie gehabt, dass sie als ehemaliger Kinderstar einen Weg aus dieser Status-Ecke gefunden hat und sich als Künstlerin "neu definieren" konnte.

Schwere Zeiten nach Trennung

Dieser Entwicklungsprozess sei gar nicht so leicht gewesen, gesteht Cyrus in dem Interview. "Meine Trennung (von Liam Hemsworth) war ziemlich intensiv. Ich hatte echte Angstgefühle, was passieren würde, wenn Disney nicht mehr hinter mir steht und er (Hemsworth) nicht mehr bei mir ist", so Cyrus. Heute gehe es ihr gut, heute habe sie diese schwierige Zeit gut überwunden. Aber vor drei Jahren noch, da habe sie "im Bett gelegen und gedacht, keinen Freund zu haben sei das Ende der Welt."

Auch wenn die "gehypte Sexualität" von Cyrus in den letzten Monaten von vielen kritisiert worden ist, so versteht sich die Sängerin von "Wrecking Ball" dennoch als Feministin. "Mir geht es nur um Gleichberechtigung", so Cyrus gegenüber der "Elle". Des weiteren sagt sie: "Es ist ja nicht so, dass ich sage, Frauen an die Macht. Ich wünsche mir aber sehr wohl Gleichberechtigung für alle."

Unterstützung für Schwule und Lesben

Cyrus holt auch gegen die Doppelmoral in der Musikindustrie aus: "Männliche Rapper greifen sich ständig in den Schritt und singen von den ganzen 'hoes', zu Deutsch 'Schlampen', die sie um sich versammelt haben. Darüber regt sich keiner auf". "Aber wenn ich mir in den Schritt greife und ein paar heiße 'Model Bitches' um mich habe, dann soll ich Frauen erniedrigen?", fragt Cyrus in dem Interview.

Und als wolle sie ihren Kritikern beweisen, dass es ihr sehr ernst ist mit ihren Aussagen, outet sie sich in diesem Interview dann auch gleich noch als Unterstützerin der Schwulen- und Lesbengemeinde. "Ich treffe ständig Männer und Frauen, die mir sagen, dass sie nur deshalb zugeben lesbisch oder schwul zu sein, weil meine Musik ihnen den Mut dazu gegeben hat". Nicht zuletzt deshalb versteht sich Miley Cyrus auch als Teil "einer großen Veränderung in der Gesellschaft".