Jackson-Prozess Hauptzeuge gerät unter Druck


Jacksons Anwalt hat das angebliche Opfer im Kreuzverhör in die Mangel genommen. Dabei bestätigte der Teenager, dass er seinem Lehrer mehrfach erzählt habe, er sei von Jackson nie belästigt worden.

Der Verteidiger von Michael Jackson hat die Glaubwürdigkeit des angeblichen Missbrauchopfers am Montag stark in Zweifel gezogen. Im Kreuzverhör mit Jackson-Anwalt Thomas Mesereau räumte der Junge ein, seinem Lehrer mehrfach erzählt zu haben, er sei von Jackson nie belästigt, sondern nur gut behandelt worden. "Ich habe ihm gesagt, dass Michael Jackson mir nie etwas getan hat", sagte der 15-Jährige vor der Jury im Gericht von Santa Maria. Die Anklage war von der Aussage des Jungen sehr überrascht. Der Lehrer könnte nun als Zeuge vorgeladen werden.

Noch am Donnerstag war der 46-jährige Sänger von dem Teenager schwer beschuldigt worden. Im Zeugenstand schilderte er, wie der Sänger ihn unsittlich berührte, zur Masturbation aufforderte und ihm Alkohol zu trinken gab. Der Missbrauch soll im Frühjahr 2003 auf Jacksons Neverland Ranch stattgefunden haben.

Scharfes Kreuzverhör

Jacksons Anwalt Mesereau führte am Montag vor der Jury aus, dass der Junge als schwieriger, undisziplinierter Schüler galt, über den sich viele Lehrer beschwerten. Auch der 15-Jährige räumte ein, dass er sich häufig mit seinen Lehrern stritt. Der Verteidiger konfrontierte den Teenager mit den Vorwürfen, dass er auf Jacksons Neverland Ranch Alkohol gestohlen und sich heimlich Porno-Videos angeschaut habe, als Jackson nicht zu Hause war. Der Junge wies dies jedoch zurück. Das teilweise scharfe Kreuzverhör wird am Dienstag fortgesetzt werden.

Jackson war am Montag in Begleitung seiner Eltern pünktlich vor Gericht eingetroffen. Der in einem roten Jackett gekleidete Popstar wirkte entspannt und winkte wartenden Fans zu. Am vergangenen Donnerstag hatte eine über einstündige Verspätung des Angeklagten für großen Wirbel gesorgt. Jackson, der sich wegen Rückenschmerzen in einem Krankenhaus behandeln ließ, war nur knapp einer durch den Richter angedrohten Verhaftung entgangen. Zeit zum Umziehen hatte er dann keine mehr. Vor Gericht erschien er abgehetzt in Pyjamahosen, war ungekämmt und wirkte sichtlich erschöpft.

Mesereau hat mit dem Kreuzverhör seine Strategie fortgesetzt, die Glaubwürdigkeit der Kläger-Familie zu attackieren. Bereits in seinem Eröffnungsplädoyer hatte der Anwalt die Familie des Jungen als Lügner dargestellt. Die Familie würde die Anschuldigungen erfinde, um so Geld von Jackson fordern zu können.

DPA DPA

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