Norwegen Polizei ermittelt wegen weiterer Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby

Marius Borg Høiby muss bald vor Gericht. Wegen weiterer Vorwürfe soll seine neue Wohnung in Oslo durchsucht worden sein.
Marius Borg Høiby muss bald vor Gericht. Wegen weiterer Vorwürfe soll seine neue Wohnung in Oslo durchsucht worden sein
© imagoimages/Bestimage/Royalportraits Europe/Bernard Rubsamen/Bestimage
Die Polizei hat Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby weiter im Visier. Wegen neuer Vorwürfe soll es eine Wohnungsdurchsuchung gegeben haben.

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby, den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, startet am 3. Februar vor dem Osloer Gericht. Doch offenbar ermittelt die Polizei weiter. Neue Vorwürfe stehen im Raum.

Von einer weiteren betroffenen Frau ist die Rede

Wie die norwegische Zeitung "Aftenposten" am Montag, einen Tag vor Høibys 29. Geburtstag, berichtet, durchsuchten Beamte kurz vor Weihnachten seine erst kürzlich bezogene Wohnung im Osloer Luxusstadtteil Frogner. Die Ermittler wollten dabei offenbar Beweise für neue Vorfälle sichern, die nicht mit der Anklage im Zusammenhang stehen. Die neuen Vorwürfe könnten dem Stiefsohn von Kronprinz Haakon weitere rechtliche Probleme bringen. Wie es heißt, soll es um Ermittlungen in mehreren Straftaten gehen. Davon wird eine als "schwerwiegend" bezeichnet. Polizei und Staatsanwaltschaft sollen laut des Berichts Marius Borg Høiby und auch eine mögliche Betroffene vernommen haben, um den weiteren Hinweisen nachzugehen.

Welche Vorwürfe genau im Raum stehen, ist nicht bekannt. Høibys Anwälte Ellen Holager Andenæs und Petar Sekulic betonten gegenüber "Aftenposten", dass sie zu laufenden Ermittlungen keine Angaben machen würden. Auch ein Sprecher des Osloer Präsidiums äußerte sich zurückhaltend und erklärte, dass derzeit keine Details veröffentlicht würden.

Marius Borg Høiby drohen bis zu zehn Jahre Haft

Marius Borg Høiby muss sich im Februar bereits wegen 32 Anklagepunkten verantworten, darunter vier Fälle von Vergewaltigung. Auch Missbrauch einer früheren Partnerin, Verstöße gegen Kontaktverbote gegenüber einer weiteren ehemaligen Partnerin sowie das heimliche Filmen der Genitalien mehrerer Frauen ohne deren Wissen oder Zustimmung werden ihm vorgeworfen. Die mutmaßlichen Vergewaltigungen sollen sich zwischen 2018 und 2024 ereignet haben. Im Sommer 2024 waren die ersten Anschuldigungen gegen ihn publik geworden. Im Falle einer Verurteilung wegen der schwersten Vorwürfe drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Im Dezember gab Mette-Marit erstmals ein Statement ab

Das norwegische Königshaus hat sich zu dem Fall weitgehend bedeckt gehalten. Im Rahmen der TV-Dokumentation "Das Jahr mit der Königsfamilie" des Norwegischen Rundfunks (NRK) äußerte sich die Kronprinzessin im Dezember erstmals ausführlich zu den schweren Vorwürfen gegen ihren Sohn und auch zu der Tatsache, dass sie so lange mit einem Statement wartete. "Wir waren stets der Ansicht, dass diese Angelegenheit vor Gericht geklärt werden muss. Dort gehört sie hin. Und wir wollen uns weder mit dem Fall selbst noch mit privaten Angelegenheiten befassen, bevor er nicht vor Gericht verhandelt wurde."

Im Beisein ihres Mannes Kronprinz Haakon äußerte sie aber auch Unverständnis über die Berichterstattung. "Was mich vielleicht am meisten ärgert, ist die Kritik an unserem Umgang mit der Situation als Eltern. Dass wir sie nicht ernst genommen hätten. Das finde ich schwierig." Gemeinsam hätten sie "unser Bestes gegeben und professionelle Hilfe gesucht". Angesichts derartig schwerer Vorwürfe seien für Eltern damit zwangsläufig "unglaublich viele Selbstvorwürfe verbunden". Sie finde es aber schwierig, "für Dinge verantwortlich gemacht zu werden, die ich nicht getan habe".

Marius Borg Høiby ist kein offizielles Mitglied des Königshauses

Mette-Marit hat ihren ältesten Sohn Marius mit in die royale Ehe gebracht. Vater des Jungen ist der verurteilte Straftäter Morten Borg, von dem sie sich kurz nach der Geburt trennte. 1999 lernte die alleinerziehende Mutter den norwegischen Thronfolger Haakon kennen. Gegen eine Vermählung gab es angesichts ihrer wilden Party-Vergangenheit und ihres unehelichen Sohnes zunächst einige Widerstände. Am 25. August 2001 konnte das Paar dann aber doch im Osloer Dom heiraten. Sie bekamen zwei gemeinsame Kinder, Tochter Ingrid Alexandra wird einmal nach ihrem Vater Haakon den Thron besteigen. Marius Borg Høiby hingegen ist kein offizielles Mitglied des Königshauses.

SpotOnNews
che

PRODUKTE & TIPPS