Prozess in Norwegen "Er hat große Angst": Heute sagt Marius Borg Høiby aus

Marius Borg Høiby darf während der Verhandlung nicht fotografiert werden. Foto: Ane Hem/NTB Scanpix Pool/AP/dpa
Marius Borg Høiby darf während der Verhandlung nicht fotografiert werden
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Am ersten Prozesstag gegen ihn wirkt der Sohn von Norwegens Kronprinzessin sehr nervös. Am Mittwoch soll Marius Borg Høiby zu den Vorwürfen aussagen.

Vor seiner Aussage im Vergewaltigungs-Prozess gegen ihn ab Mittwochmittag steht Marius Borg Høiby laut seiner Verteidigerin unter großem Druck. "Er hat große Angst vor der ganzen Situation", sagte Ellen Holager Andenæs nach dem ersten Verhandlungstag. Dazu trage auch die enorme öffentliche Aufmerksamkeit bei. 

Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin ist in 38 Punkten angeklagt, darunter wegen vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht – eine davon mit Geschlechtsverkehr. Außerdem soll er die Frauen gefilmt haben.

Marius Borg Høiby bestreitet Vergewaltigungs-Vorwürfe

Eins der mutmaßlichen Opfer hatte am Dienstag bereits ausgesagt. Marius Borg Høiby soll ihre Geschlechtsteile berührt haben, während sie schlief, und sie dabei gefilmt haben. Der Norweger hatte die schwersten Vorwürfe zum Auftakt des Prozesses bestritten. Einige andere Taten – darunter Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogenmissbrauch und Verkehrsdelikte – hatte er teilweise eingeräumt. 

Kurz vor dem Prozess hatte die Polizei den Norweger am Sonntag erneut aufgegriffen: Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Der Sohn von Mette-Marit muss deshalb für vier Wochen in Untersuchungshaft. "Das ist für den Fall natürlich in keiner Weise glücklich", sagte Verteidigerin Ellen Holager Andenæs. 

Laut norwegischen Medien wurde der 29-Jährige nach dem Vorfall am Wochenende im Krankenhaus behandelt. Dort soll ihn demnach auch die Familie des Kronprinzen besucht haben. Haakon und Mette-Marit bleiben dem Prozess fern und wollen ihn auch nicht kommentieren. 

Mette-Marit wegen Kontakt zu Epstein unter Druck

Hoiby hatte sich öffentlich bislang nur einmal zu den Vorwürfen geäußert, nachdem er im August 2024 wegen des Vorwurfs festgenommen worden war, in der Wohnung seiner damaligen Freundin randaliert und die Frau misshandelt zu haben. Damals räumte er ein, unter Einfluss von Kokain und Alkohol gehandelt zu haben und seit langem Drogenprobleme zu haben. Die schwersten Vorwürfe stritt er aber von Anfang an ab.

Die norwegische Königsfamilie ist durch den Skandal in Bedrängnis geraten. Die an einer unheilbaren Lungenkrankheit leidende Mette-Marit steht zudem unter Druck, weil ihr Name in neu veröffentlichten Akten zur Affäre um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auftaucht.

Die Veröffentlichungen lassen eine gewisse Vertrautheit zwischen der Prinzessin und Epstein vermuten. Unter anderem fragte ihn die Frau von Kronprinz Haakon in einer E-Mail, ob es "für eine Mutter unangemessen ist, als Bildschirmschoner für ihren 15-jährigen Sohn ein Bild von zwei nackten Frauen, die ein Surfbrett tragen, vorzuschlagen". Mette-Marit zeigte am Wochenende Reue: Sie habe Epstein falsch eingeschätzt – "und ich bedauere zutiefst, den geringsten Kontakt zu Epstein gehabt zu haben".

DPA · AFP
rös / mkb

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