München Moshammers Boutique für immer geschlossen


Nach der Ermordung von Rudolph Moshammer bleibt seine Boutique für immer geschlossen. Das gab Alleinerbe Käßmeyer bekannt und löste damit Spekulationen um die Finanzlage des Geschäftes aus.

Das Geschäft des ermordeten Modemachers Rudolph Moshammer an der Münchner Maximilianstraße bleibt für immer geschlossen. "Ohne den Namen Moshammer kann man den Laden Moshammer nicht fortsetzen", bestätigte ein Vertrauter des Alleinerben und Geschäftsteilhabers Walter Käßmeyer (76) entsprechende Medienberichte vom Dienstag. Die sechs Mitarbeiter sollen noch bis zum 30. Juni ihr Gehalt bekommen. Was mit der Ware geschehen soll, ist noch unklar. Bei einer eventuellen Versteigerung wäre mit Erlösen im sechsstelligen Betrag zu rechnen.

Hohe Nachfrage nach Moshammer-Artikeln

Erinnerungsstücke an den ermordeten Modemacher Rudolph Moshammer stehen hoch im Kurs. In Moshammers Boutique meldeten sich zahlreiche Interessenten. "Es gab eine hohe Zahl von Anfragen von Privatleuten wie auch Händlern - für den Kauf einer Krawatte bis zum Massenverkauf", bestätigte ein Vertrauter Käßmeyers.

Spekulationen um Finanzlage

Unterdessen wird weiter über die finanzielle Situation des ermordeten Moshammer spekuliert. Experten bezweifeln, dass sein Geschäft in den letzten Jahren Gewinne abgeworfen hat. Gut möglich, dass der Modemacher den Laden nur noch zum reinen Privatvergnügen aus der eigenen Tasche finanzierte. bisher hat sich Alleinerbe Käßmeyer noch nicht dazu geäußert, ob er das Erbe antreten wird. Er hat dazu sechs Wochen Zeit.

Der Geschäfstführer der Hamburger Werbeagentur Scholz & Friends, Marc Schwieger, sagte dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money", nach dem Tod Moshammers sei die Marke einige 100.000 Euro wert. "Sie könnte aber bei professioneller Pflege zu einem europaweiten Lifestyle-Label aufsteigen, das Millionen wert wäre."

Daisy in "Urlaub"

Hundedame Daisy macht inzwischen mit Moshammers langjährigem Chauffeur "Urlaub" im Zillertal. Beide erholten sich bei langen Spaziergängen im Schnee von den Strapazen, sagte eine Sprecherin. Der Chauffeur wolle entgegen dem von Moshammer verfügten Vermächtnis nicht in das Haus im Münchner Nobelvorort Grünwald ziehen. Er habe dort seinen Chef ermordet aufgefunden und könne unter diesem Umständen nicht in dem Haus leben. Laut Testament steht ihm auch eine Wohnung im Stadtteil Harlaching sowie eine Leibrente zu.

Mausoleum wird weiter bewacht

Moshammers letzte Ruhestätte auf dem Ostfriedhof wird unterdessen rund um die Uhr bewacht. Ein Mann eines Sicherheitsdienstes hält "bis auf weiteres" Tag und Nacht vor dem Mausoleum die Stellung, unter anderem zum Schutz vor Schmierereien. Der Dienst hatte Moshammer auch zu Lebzeiten betreut.


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