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Designer-Kampagne: Steckt Frau Beckham in die Tüte

Am Modegeschmack von Victoria Beckham scheiden sich die Geister. Erst vor Kurzem wurde die selbst ernannte Fashionqueen zur am schlechtesten angezogenen Frau gekrönt. Dennoch machte Designer Marc Jacobs sie jetzt zum Gesicht seiner neuen Kampagne - oder besser gesagt zur Witzfigur.

Nach ihrer Wahl zur unmodischsten Frau durch den Kritiker Richard Blackwell, hat Victoria Beckham wieder Grund zur Freude: Designer Marc Jacobs machte sie zum Model seiner aktuellen Kampagne. Vor allem die Miniröcke, in denen Beckham auf dünnen Beinen durch die Gegend stelzt, waren Blackwell ein Dorn im Auge. Eben diese Beine sind jetzt das Aushängeschild für Marc Jacobs - sie ragen aus einer riesigen Einkaufstasche. Von Victorias Gesicht ist nichts zu sehen.

"Wir dachten, es sei witzig, eine Kampagne mit Victoria Beckham zu machen, ohne Victoria Beckham zu zeigen. Sondern nur ihre Beine, die aus einer Tüte hervorragen", erklärt Jacobs im Modefachblatt "WWD". Ganz stimmt das nicht. Denn auf einigen Bildern darf Beckham dann doch in die Kamera von Fotograf Juergen Teller blinzeln. Mal lugt Posh mit einem Propeller auf dem Kopf aus einer riesigen Einkaufstüte, mal tritt sie aus einer Schuhschachtel, mal sieht man nur ihre Beine in schwarzen Pumps.

Marc Jacobs beweist damit ein weiteres Mal, dass er die Modewelt gern ein bisschen auf die Schippe nimmt. 2002 machte er die Schauspielerin Winona Ryder zum Gesicht seiner Kampagne - kurz nachdem sie beim Diebstahl von Klamotten erwischt worden war.

Dass nun ausgerechnet die als zickig und schwierig geltende Victoria Beckham die neue Kampagne ziert, dürfte bei vielen Modefans für Unverständnis sorgen. Immerhin ist sie nicht so clean und chic wie die Jacobs-Muse Sophia Coppola, nach der er sogar eine Tasche benannte. Aber Jacobs gefiel der Gedanke, Victoria als ein Produkt zu inszenieren, um ein Produkt zu bewerben. Und Beckham nahm die Rolle der Modepuppe dankend an. "Die Bilder sind witzig und ironisch", findet sie. "Marc ist ein Genie. Ich habe ihm komplett vertraut, und es war toll, mit Juergen nach vielen Jahren wieder zusammenarbeiten zu dürfen."

Am Ende bleibt der Eindruck, dass Victoria Beckham doch besser zur Kampagne passt, als man denkt. Denn ohne prominenten Inhalt ist es eben nur eine Papiertüte. Nicht mehr und nicht weniger.

jum