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Instagram-Star Josh Ostrovsky: Er bekommt 2500 Dollar für ein Bad in Chili con Carne

Josh Ostrovsky erreicht als "The Fat Jew" über fünf Millionen Fans mit seinen Instagram-Posts. Und vermarktet sich und seinen Humor auch mal an Burger King. Jetzt hat er einen renommierten Modelvertrag geschlossen.

Ein Auftritt, wie es sich für Ostrovsky gehört: Bei den CFDA Fashion Awards, den Mode-Oscars, erscheint Ostrovksy mit kurzen Hosen, Louis-Vuitton-Tasche und seinem Rosé. Marketing, perfekt ironisiert.

Ein Auftritt, wie es sich für Ostrovsky gehört: Bei den CFDA Fashion Awards, den Mode-Oscars, erscheint Ostrovksy mit kurzen Hosen, Louis-Vuitton-Tasche und seinem Rosé. Marketing, perfekt ironisiert.

Manchmal braucht es Körpereinsatz, um berühmt zu werden. Josh Ostrovsky strampelt mit beiden Füßen, doch kommt er nicht von der Stelle. Er sitzt auf einem öffentlichen Fahrrad, dessen Vorderrad in einer Station feststeckt. Unter seinem schwarzen T-Shirt, Modekenner würden es Crop Top nennen, lugt sein Bauch als runde Kugel hervor. Neben ihm strampeln fünf weitere Leute, Obdachlose, wie der Titel des Videos verrät. Mit einem Headset gibt Ostrovsky Anweisungen. Eine Spinning-Stunde mitten in New York City.

Humor der derberen Sorte, ein Viralhit, der Ostrovsky, so könnte man das sagen, zu einer Berühmtheit in den USA gemacht hat. Kürzlich unterschrieb er einen Vertrag bei One Management, der Agentur von Karolina Kurkova und Bar Refaeli. 

Ostrovsky, den die meisten nur unter seinem Pseudonym "The Fat Jew" kennen, ist wirklich eine Erscheinung, mit seinem antennenförmigen Zopf, der gen Himmel ragt. Sein "jüdisches Einhorn"sagt er selbst dazu. Jüdisch ist er eigentlich gar nicht, Religion und auch eine vorgegebene Homosexualität sind Teil der Inszenierung des "Fat Jew".

Er besitzt gut fünf Millionen Instagram-Fans (Refaeli hat nur 1,8 Millionen), schreibt ein Buch, kooperiert mit Comedy Central, wird zu Konferenzen und Filmfesten geflogen, schreibt ein Buch und hat seinen eigenen Rosé herausgebracht. Mit dem er sich beim Digitalfestival "SXSW" in Texas live die Füße pediküren ließ.

Kurz: Er macht viele Dinge richtig, indem er andauernd und dauerhaft das Netz und seine liebsten Nutzer persifliert. Auf Youtube-Cliplänge, in Instagram-Bildsprache. Ostrovsky ist ein Internetstar, weil er sich über seine semantischen Figuren, seine Metaphern und Memes, lustig macht. Und auf eine sehr eigene Art und Weise Trends setzt. Ein digitaler Comedien, der erst anschließend mit der analogen Welt Kontakt aufnahm, so scheint es. Und seitdem von der Werbung für sich entdeckt und beansprucht wird. Zum diesjährigen Superbowl setzte er sich in eine riesige Wanne gefüllt mit Chili - für einen amerikanischen Werkzeughersteller.

2500 Euro für einen gesponserten Instagram-Post, das Unternehmen verlinkt. Früher, so erzählt er immer wieder, waren seine Werbe-Ideen zu radikal. Inzwischen suchen große Firmen nach ungewöhnlichen Zugängen. Und so ließ auch Burger King Ostrovsky auf Hähnchenfritten betten. Die Aufmerksamkeit sei ihnen garantiert, zumindest für den Moment.

Wer Vermarktung im Internetzeitalter verstehen will, kann sich an Ostrovsky orientieren. An seiner Karriere lässt sich exemplarisch zeigen, wie man sich eine Identität zulegen und online vermarkten kann, für ein Publikum, für Unternehmen, für ein gutes Leben. Und es würde wenig überraschen, wenn er bald auch in Hollywood sein digitales oder analoges Unwesen Treiben würde. Erst kürzlich trat er in einer Show von Nicole Richie auf.

 Die große Karriere kommt also noch?

"Ich möchte im unbequemen Sinne berühmt werden, ein rasendes Drogenproblem entwickeln", sagte er kürzlich in einem Interview mit dem "Hollywood Reporter",  "mich dann außer Kontrolle schrauben und mich umgeben mit Menschen, die mich nur benutzen wollen, während ich mich von Leuten, die mich wirklich lieben und sich sorgen, entfremden werde." Na klar. Wir freuen uns drauf.

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