London Fashion Week Magermodels dominieren den Laufsteg


Knochige Schultern, Beine wie Streichhölzer, eingefallene Wangenpartien - trotz einer groß angelegten Kampagne gegen Magermodels liefen bei der Londoner Modewoche wieder erschreckend dünne Mädchen über den Laufsteg.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Londoner Modewoche sollte alles anders sein. Die britische Modekammer lancierte eine groß angelegte Kampagne gegen Magermodels und für mehr Weiblichkeit auf den Laufstegen. Die Initiatoren des Projekts, darunter das irische Topmodel Erin O'Connor, hatten sich zum Ziel gesetzt, die Modewelt von ihrem etablierten Idealbild einer dürren Frau abzubringen. Neue Designer sollten ermutigt werden, ihre Kollektionen mit Models verschiedener Konfektionsgrößen, Konturen und Altersgruppen zu präsentieren. "Jede Größe, jede Hautfarbe - genau darum dreht es sich bei der Mode", sagte die britische First Lady, Sarah Brown. Unter dem Motto "Alle Schichten jenseits des Laufstegs" wollten die Initiatoren Modeschöpfer aufklären. Vielen Modemachern fehle das Bewusstsein, welche Folgen die Präsentation ihrer Kollektionen durch Magermodels für die Frauen haben, die ihre Mode tragen sollen.

Allein, weder auf noch abseits des Laufstegs befolgte man diese Vorgaben. Der gefeierte Jungdesigner Ashish schickte spindeldürre Models auf den Laufsteg, an denen seine Ideen für die Mode im Frühjahr und Sommer 2010 verblassten: Palmen und Papageien auf Paillettenkleidern oder Röcke im Fußballmuster. Eine völlig abgemagerte Victoria Beckham sorgte auf einer Party des Mode-Magazins "Vogue" für Entsetzen. Bei der Show des Labels Burberry saßen in der ersten Reihe dünne Promi-Gäste wie Schauspielerin Gwyneth Paltrow oder It-Girl Alexa Chung, auf dem Laufsteg stolzierten zierliche Kindfrauen. Kontrovers ging es auch bei der Modenschau von Designer Mark Fast zu. Sein Stylist und Laufstegchef kündigte kurzfristig, weil Fast drei Models mit den Kleidergrößen 40 bis 42 engagiert hatte. Der Stylist weigerte sich, diese Models einzukleiden, weil sie in seinen Augen zu dick seien. Abgesehen von diesen drei Mädchen hielt es Fast jedoch wie die meisten Designer und schickte Models in Kleidergröße 34 bis 36 über den Laufsteg.

jum/DPA DPA

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