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Magersucht und Bulimie So erkennen Sie Anzeichen für Essstörungen

Immer wieder schockieren Bilder von Magermodels oder extrem untergewichtigen jungen Menschen. In deutschen Krankenhäusern wurden 2015 8.079 Personen mit Magersucht und mehr als 2000 mit Bulimie diagnostiziert. Im gleichen Zeitraum starben 75 Menschen an den Folgen von Essstörungen. Für Betroffene und Angehörige ist es oft schwierig zu erkennen, welche Anzeichen auf Magersucht oder Bulimie hindeuten. Anorexie, der medizinische Ausdruck für Magersucht, stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „ohne Appetit sein“. Um ihr frappierendes Untergewicht zu erreichen, essen Personen mit Magersucht oft nur winzige Mengen. Zudem ist häufig die übermäßige Einnahme von Appetitzüglern sowie Entwässerungs- und Abführmitteln zu beobachten. Die Angst zuzunehmen steht über allem. Betroffene fühlen sich fett – obwohl sie das augenscheinlich nicht sind.


Schwieriger zu identifizieren sind die Merkmale für Bulimie – da Erkrankte oft normalgewichtig und vom Erscheinungsbild unauffällig sind. Auch wenn sich für Bulimie der Begriff "Ess-Brech-Sucht" eingebürgert hat, zählt das erzwungene Erbrechen nicht immer zum Krankheitsbild. Extremes Fasten, drastische Diäten, der Missbrauch von Abführmitteln und übertriebene Sportaktivitäten zur Regulierung des Gewichts gehören zu typischen Merkmalen. Sehr verbreitet sind regelrechte Fressattacken bei denen hohe Kalorienmengen zugeführt werden – die danach durch herbeigeführtes Erbrechen rückgängig gemacht werden. Scham und Ekel vor dem eigenen Körper sind elementarer Bestandteil der Krankheit.


Die Gründe für Essstörungen sind vielfältig:



- (falsche) Schönheitsideale und teilweise vorgelebter Schönheitswahn der Mode- und Werbeindustrie

- Perfektionismus

- Geringes Selbstwertgefühl

- soziales, familiäres Umfeld

- Genetische Faktoren (Studie 2016, Uni Duisburg-Essen)

- pubertierende Jugendliche sind anfällig

- kalorienreduzierte Diäten begünstigen oft den Einstieg für Essstörungen 
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Immer wieder schockieren Bilder von Magermodels oder extrem untergewichtigen Teenagern. Doch wie können Betroffene und Angehörige Anzeichen für Essstörungen früher identifizieren?


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