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Ein Zuhause mit Bier: Du warst meine Rettung - eine Liebeserklärung an die Kleinstadtkneipe

Sie sind die Rettung aller Jugendlichen in ansonsten verschlafenen und nicht besonders spannenden Städtchen: Die zwei, drei Kneipen, in denen gute Musik aus den Boxen und billiges Bier aus den Zapfhähnen kommt. Eine Würdigung.

Eine Gruppe Jugendlicher feiert in einer Kneipe

Was würden wir ohne sie machen? Kleine Kneipen, in denen wir uns zuhause fühlen können

Picture Alliance

Dort, wo es außer einer Absturz- und einer Indie-Disco nichts gibt, was Menschen unter 30 Spaß machen könnte, sind sie der Lebensretter: die kleinen Kneipen in den kleinen Städten, die jungen Menschen ein abendliches Zuhause bieten. Wo man weiß, dass die Kundschaft keine Kohle hat und versucht, trotzdem einen wirtschaftlichen Kompromiss zu finden, mit dem sowohl die Menschen vor als auch die hinter der Theke leben können.

Meine kleine Kneipe nennt sich Thav. Sie hatte lauter schlaue Ideen: den "Doppeltag" etwa, am Donnerstag, wo zwei Bier so viel wie eines kosten. Den "Weinabend" am Sonntag, wo man für ein paar Euro die Hausmarke aus einer Halbliterkaraffe süppeln kann und sich dabei trotz studentischer Armut beinahe intellektuell fühlen darf, während die einschüchternd hübsche Thekendame Musik von Bright Eyes auflegt. Einen Snack namens Brot mit Soße – Fladenbrot mit etwas Tsatsikiähnlichem und ein paar Oliven – für lächerlich wenig Geld.

Reich wird ein Kleinstadt-Kneipen-Betreiber wohl nicht

Für das Thav war es okay, wenn im Sommer alle draußen im Innenhof lümmelten, obwohl sich unweigerlich irgendwann die Nachbarn beschwerten. Immer. Manchmal machten wir peinliche Dinge, wie man sie als junger Mensch eben macht – auf dem Asphalt vor dem Eingang hocken und Gitarre spielen. Tiefgründige Songzeilen mit Edding auf der Toilette verewigen. Das lag daran, dass wir hier prinzipiell weniger zu Gast als zu Hause waren.

Hier trafen wir uns, bevor es in die Disco ging. Hier trafen wir uns, nachdem wir den Tag am See verbracht hatten. Hier trafen wir uns, um mit den besten Freunden die wirklich wichtigen Dinge zu besprechen. Hier trafen wir uns, weil man das eben so machte. Weil abends alle hier waren. Sehen und gesehen werden. Die Szene checken.

Kleine Städte haben ja den Vorteil (wenn man es denn als Vorteil sehen will), dass man ziemlich genau weiß, wen man abends wo treffen wird. Es gibt ja nur eine begrenzte Anzahl Menschen in der entsprechenden Altersgruppe. Insofern lassen sich Abende prima planen.

Die drei besten Freundinnen sind sowieso da, vielleicht der Schwarm, vielleicht der Ex, vielleicht die Tussi, die auch auf den Schwarm steht, und bestimmt der Typ, den man eigentlich nicht kennt, aber auf jeder Party trifft und deshalb stets euphorisch begrüßt und mit dem man manchmal spät am Abend betrunken über die ganz große Weltpolitik philosophiert. Da weiß man vorher immer schon, ob es Anlass gibt, sich besonders viel Mühe beim Styling zu geben. Oder wem man wie am besten aus dem Weg geht.

Der perfekte Ort für spannende Sozialstudien

Kleine Kneipen, in denen man eigentlich jeden Anwesenden zumindest über drei Ecken kennt, sind der weltbeste Ort für kleine Sozialstudien. Wie benehmen sich die beiden, die gerade frisch getrennt sind? Wie wird es für X sein, auf Y zu treffen – nachdem sie doch neulich was miteinander hatten? Wie wird es für A sein, B und C als frischgebackenes Pärchen zu erleben, wo doch jeder weiß, dass A seit Ewigkeiten ganz fürchterlich in B verliebt ist? Und was hat die Hipsterbraut vom benachbarten Gymnasium da bloß heute Seltsames an? In kleinen Städten kann man sich nicht aus dem Weg gehen, und auch seinen Problemen nicht. Und in der Kneipe konzentriert sich das alles.

Wenn ihr jemals das Bedürfnis verspürt, einen Roman zu schreiben – setzt euch nicht mit einem Macbook in ein hippes Berliner Café. Nehmt lieber ein abgegrabbeltes Notizbuch mit in eure Kleinstadtkneipe, denn nirgends gibt es mehr Geschichten, mehr Beziehungen, mehr Leben, mehr Inspiration. Und trinkt dabei zwei Bier zum Preis von einem.

Über tanzenden Menschen in einem Club ist eine rosa Neonschrift "Bloody Hour" zu sehen

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.