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Interview: "Christliches in der AfD": Dieses Buch ist lustiger, als man denken würde

Gibt es eigentlich christliche Werte bei der Alternative für Deutschland? Das fragte sich auch der "Echter Verlag" und recherchierte. Nun wird Lektor Heribert Handwerk von vielen Menschen gefeiert und von AfD-Mitgliedern ziemlich wüst beschimpft.

Christliches in der AfD: Der Inhalt dieses Buches ist lustiger, als man annehmen würde

32 Seiten die überraschend amüsant sind: "Christliches in der AfD"

Die Kirche und ich sind nicht immer einer Meinung – aber in diesem Fall könnten wir uns nicht einiger sein. Der "Echter Verlag", ein katholischer Verlag aus Würzburg, brachte kürzlich einen Band heraus, der sich "Christliches in der AfD" nennt. Hier sollen also die christlichen Werte in der Partei-Philosophie der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" benannt werden. Eigentlich nicht weiter komisch, dass sich ein christlicher Verlag dafür interessieren sollte. Was allerdings nicht nur komisch, sondern sehr, sehr lustig ist, ist der Inhalt des 32 Seiten umfassenden Bandes. 

Christliches in der AfD? Fehlanzeige!

"Wir haben recherchiert", steht da, "und haben herausgefunden: Da gibt's nichts, gar nichts. Sie können blättern, so viel Sie wollen: Es gibt nichts…" Weshalb dann auch knapp 30 leere Seiten folgen. Auslöser für die Idee zu diesem Band sei der Parteiaustritt Anette Schultners –bis dahin Bundesvorsitzende der "Christen in der AfD"– im letzten Oktober gewesen, so Heribert Handwerk vom "Echter Verlag". "Die unmittelbare Reaktion darauf war: Klar, Christentum und AfD – wie soll das überhaupt zusammenpassen?" Man habe die Fragestellung kritisch zuspitzen wollen, um "das 'wo nix is, is nix' auch in der Darstellung sichtbar zu machen."

Knapp 5000 Exemplare habe man bereits verkauft, heißt es seitens des Verlags und sei nun im Druck der vierten Auflage. Wo man wütende Rezensionen und enttäuschte Reklamationsbriefe erwarten würde, waren die Reaktionen laut Heribert Handwerk überraschend positiv: "Nur ein kleiner Teil äußert sich negativ, bis hin zu versuchten Retourkutschen oder versuchten Beleidigungen à la 'grüngehirngeschissen'". Sein Geld habe bislang noch niemand zurückverlangt. Nach Erscheinen des Buchs kündigte Volker Münz, kirchenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, gegenüber katholisch.de an, rechtliche Schritte gegen den Verlag einleiten zu wollen: "Bestenfalls ist das Satire. Aus meiner Sicht diskreditiert sich der Verlag damit aber selbst."

Auf der letzten Seite des Mini-Buchs heißt es: "Sollten Sie christliche Standpunkte in der AfD benennen können, dürfen Sie uns diese gerne mitteilen". Gab es da denn schon ernstzunehmende Einsendungen? "Ein Landtagsabgeordneter der AfD hat uns ein von ihm verfasstes 'Kirchenpolitisches Manifest' geschickt. Ebenso haben sich einzelne Mitglieder auf unseren Hinweis […] gemeldet etwas zu christlichen Inhalten der AfD beizutragen. Diese erschöpfen sich aber in aller Regel in einer kruden Zusammenstellung von Bibelstellen oder der Ablehnung der Homoehe."

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