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"Friends"-Mode: "Früher haben die Leute immer nach Rachels Outfits gefragt. Heute wollen sie Monica"

Wer hatte die coolsten Klamotten: Rachel, Monica oder Phoebe? In einem Interview hat jetzt die Kostüm-Designerin von "Friends" erzählt, wie sie die Outfits damals auswählte und damit den typischen Look der Serie prägte.

Friends

Fashion-Vorbilder: Der Look der "Friends" stammt aus den 90ern - und ist heute wieder gefragt.

Picture Alliance

Nichts tröstet so gut wie eine Folge "Friends": Der Hype um die Serie kennt auch heute - 25 (!) Jahre nach der Erstausstrahlung - keine Grenzen. Netflix war es im vergangenen Jahr beispielsweise stolze 100 Millionen Dollar Lizenzgebühr wert, die zehn Staffeln der Show weiter im Programm zu halten. Die Geschichten rund um die sechs Freunde aus New York sind Kult - nicht zuletzt auch wegen des unverwechselbaren Stils der Serie. Und damit ist neben der berühmten lila Wandfarbe in Monicas Apartment auch die Mode gemeint.

Miniröcke, Karohemden, Blümchen-Prints - die Looks in "Friends" waren cool aber unaufgeregt. Verantwortlich für die Klamotten in der Show war die Kostüm-Designerin Debra McGuire. Im Interview mit dem britischen "Guardian" erzählte sie nun, dass sie noch heute von Fans angeschrieben wird, die nach einem bestimmten Teil aus der Serie fragen. Es seien meist junge Leute, die "Friends" gerade entdeckt hätten. Und sie sehen die Serie mit anderen Augen als die ersten Zuschauer damals. "Früher haben die Leute immer nach Rachels Outfits gefragt. Heute wollen sie Monica. Ich finde das so lustig, denn damals hab ich nie auch nur ein Wort über ihre High-Waist-Hosen und bauchfreien Shirts gehört. Sie hat ja als Koch gearbeitet und ihre Garderobe war deshalb praktischer und realistischer", erzählt McGuire.

Hier haben wir den Style von Monica abgeguckt und anprobiert:

90er-Selbstversuch: Abgeguckt und anprobiert: Ich habe mich wie Monica aus "Friends" angezogen
Courteney Cox als Monica in "Friends"

Courteney Cox als Monica Qualität statt Quantität! Monicas Normcore-Looks sieht man auch heute noch täglich an jeder Straßenecke: Schlichte Jeans, weiße Sneakers und ein gut geschnittenes Oberteil, eine schicke Bluse oder ein teurer Cashmere-Sweater. Für die einen klingt das nicht nach großer Stylingkunst, aber Monica ist das beste Beispiel dafür, wie Minimalismus mit maximaler Wirkung funktioniert.

Wer einmal seinen Stil gefunden hat, sollte diesem treu bleiben. Das ist nicht nur wahnsinnig nachhaltig gedacht, weil man Fehlkäufe und Trendschnäppchen vermeidet, sondern auch keine Bauchschmerzen mehr beim morgendlichen Blick in den Kleiderschrank bekommt – untereinander lassen sich coole, hochwertige Basics nämlich easy miteinander kombinieren.

Aber es gibt noch eine Style-Lesson, die wir von Monica gelernt haben… 

Getty Images

Das "Friends"-Konzept: Jede Rolle bekam einen eigenen Stil verpasst

Für jeden der "Friends" hatte McGuire einen bestimmten Look im Kopf. "Monica war meist in schwarz, grau, weiß oder burgunderrot gekleidet, Rachel in Blau- und Grüntönen. Die Jungs hab ich nach Material eingeteilt: Ross bekam Tweed, Chandler viel Vintage und Streifen, Joey hatte Leder und später Pullover und Chenille-Stoff. Phoebe hatte immer Muster", erklärt sie.

Ihr Konzept ist aufgegangen - die Looks der "Friends" wirken heute noch authentisch, manchmal sogar zeitlos. Findet zumindest auch der Designer Tom Ford, der McGuire einmal genau dieses Kompliment gab: Die "Friends"- Looks hätten sich außerordentlich gut gehalten. McGuire kann stolz auf ihre Arbeit sein - und sie ist es auch: "Das war ein großes Lob."

Quellen: "The Guardian", "NY Times"

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