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Meinung

Neue Kollektion: H&M zeigt bei der Bademode auch Models ohne Größe 36 – doch das ist erst der Anfang

Frauen jenseits der Kleidergröße 34/36 haben es beim Online-Shopping nicht immer leicht, denn auf den Produktbildern sind meist nur schlanke Models zu sehen. H&M hat nun eine Lösung: Sie präsentieren ihre aktuelle Bademode auch an einem Model ohne Size Zero.

Neue H&M-Bademoden-Kollektion zeigt Model ohne Größe 36

Neben den sehr schlanken Frauen, posiert auch ein Model ohne Größe 36 für die neuen H&M-Bikinis

Viele Frauen mit den Kleidergrößen 40 bis 44 kennen das Problem beim Online-Shopping: Bei den regulären Kollektionen haben die Models auf den Fotos in Normalfall Kleidergröße 34/36 – bei den Plus-Size-Kollektionen hingegen meistens ab Größe 46. Wie sehen die Klamotten also an den sogenannten "Inbetweenies" aus? H&M hat bei seiner neuen Bademoden-Kollektion nun eine Lanze für sie gebrochen. Zwischen den vielen schlanken Models gibt es ab jetzt auch Bikini- und Badeanzug-Fotos von einem Model, das genau zu dieser Kategorie gehört: mit Dehnungsstreifen, Cellulite und dem ein oder anderen Röllchen.

Und das nicht in einer extra Curvy-Kollektion, wie man es gewohnt ist, sondern in der regulären. Bei einem Bikini-Höschen präsentiert sie zum Beispiel die Farbe Weinrot. Klickt man auf die Farbe Schwarz, sieht man die selbe Hose bei einem sehr schlanken Model. So können sowohl dünne, als auch fülligere Frauen sehen, wie die Bademoden-Teile bei ihnen aussehen würden. Ein weiteres Highlight: die Bikinis und Badeanzüge sind bis Größe 48 erhältlich. So sollte es doch am besten immer sein, oder? Plus-Size-Kollektionen sind zwar schön und gut – aber wieso ist es nicht einfach normal, dass Modehäuser all ihre Kleidungsstücke jenseits von Kleidergröße 42 anbieten?  

Viel Zuspruch für die neue H&M-Bademoden-Kollektion

Auf Facebook gibt es für H&M viel Zuspruch in den Kommentaren. Doch ein Problem wird auch hier schnell deutlich: Viele sprechen davon, dass "endlich normale Körper" und " echte" Frauen gezeigt werden. Was dabei aber vergessen wird: Auch dünne Menschen haben eine "normale" Figur, denn niemand hat einen abnormalen Körper. Das kritisieren auch einige User in der Kommentarspalte. Doch alle sind sich wahrscheinlich einig, dass es wünschenswert wäre, wenn in Zukunft mehr Modeketten ihre Klamotten an unterschiedlichen Körperformen präsentieren. Das wäre unter Umständen sogar besser für die Umwelt. Denn wer schon vorher weiß, wie etwas an der eigenen Körperform aussieht, braucht nicht jedes Kleidungsstück in zig Größen zu kaufen und abschließend wieder zurück zu schicken, weil nichts passt.

Aber auch H&M kann noch dazu lernen. Aktuell haben wir nur dieses einzige Model ohne klassische Modelfigur – abgesehen von der Plus-Size-Kollektion – im Online-Shop entdecken können. Und das auch nicht bei jedem Teil. Wie wär's vielleicht auch mit einer Frau mit Kleidergröße 48 oder größer? Wir fordern: mehr davon! Und zwar nicht nur bei H&M.

NEON-Redakteurin fragt Menschen auf der Straße