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Gucci, Balenciaga und Co.: Minderjährige Models schützen: So wollen Luxusmode-Designer fairer werden

Neue Richtlinien in der Luxusmodebranche: Gucci, Yves Saint Laurent und Co. wollen in Zukunft mehr auf Nachhaltigkeit setzen und außerdem keine Models unter 18 als Erwachsene porträtieren.


Balenciaga Model

Balenciaga, Gucci und Co. wollen mehr auf Nachhaltigkeit setzen

Getty Images

Für bekannte Designer wie Balenciaga oder Gucci stehen in den kommenden Monaten große Veränderungen an: Der Luxusmoden-Eigner "Kering" aus Frankreich hat neue Standards in Sachen Nachhaltigkeit, Tierschutz und Schutz von minderjährigen Models bekannt gegeben.

Der Tierschutz betrifft zum Beispiel die gesamte Lieferkette der Unternehmen. Marie-Claire Daveu, die bei dem Konzern für Nachhaltigkeit zuständig ist, erklärte am Montag in einer Mitteilung, sie hoffe, dass alle Zulieferer und generell die Branche für Luxusmode die Maßstäbe übernehmen. 

"Die Verbesserung des Tierschutzes ist für unsere Branche ein Muss und 'Kering' möchte die Aufmerksamkeit von einigen wenigen Arten auf alle Tiere, einschließlich Nutztier, innerhalb der globalen Lieferketten der Mode lenken", so Daveu. Die Schutzstandards gelten demnach weltweit für alle Tiere, die Teil der Lieferkette sind. Zudem gebe es Standardanforderungen an Schlachthöfe, teilte das Unternehmen mit.

"Die Verbesserung des Tierschutzes ist für unsere Branche ein Muss"

Die Standards sind mit Bauern, Tierschutzorganisationen und Wissenschaftlern erarbeitet worden und in drei Abstufungen unterteilt, so "Kering". Die Mindestanforderung dabei sei die Einhaltung der Tierschutzgesetze der Europäischen Union, hieß es in der Mitteilung. In der höchsten Standardkategorie müssten Produzenten die Tiere unter anderem auf der Weide halten und es sei kein Einsatz von Antibiotika erlaubt. Zu "Kering" gehören neben Balenciaga auch Luxus-Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent, die in ihren Kollektionen Leder verarbeiten.

"Wir sind uns unserer Vorbildfunktion bewusst"

Eine weitere Neuerung der französischen Designerlabels ist die Entscheidung, keine minderjährigen Models mehr als Erwachsene bei Fotoaufnahmen oder Modeshows posieren zu lassen. Die Vorgabe werde in den Modehäusern ab der Herbst/Winterkollektion 2020 umgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Der Konzern sei sich bewusst, welchen Einfluss die Fotos der Marken auf junge Menschen hätten, sagte "Kering"-Chef François-Henri Pinault. Er hoffe, dass andere Verantwortliche in der Branche dem Beispiel folgten. "Aus unserer Sicht scheint die physische und psychische Reife eines Models über 18 für die Anforderungen in diesem Beruf angemessener. Wir sind uns auch unserer Vorbildfunktion bewusst", sagt auch Daveu. 

"Kering" hatte bereits 2017 gemeinsam mit dem ebenfalls französischen Luxusunternehmen LVMH ("Louis Vuitton - Moët-Hennessy") eine "Charta für das Wohlbefinden von Models" ins Leben gerufen. Diese besagte, dass Models unter 16 Jahren bei Schauen oder Fotoshootings der Marken nicht als Erwachsene dargestellt werden dürften. Außerdem wurde der Nachweis von Gesundheitszertifikaten für die Models umgesetzt, der in Frankreich gesetzlich vorgeschrieben ist. Den Marken der beiden Luxuskonzerne wurde in der Vergangenheit immer wieder Sexismus und Magerwahn vorgeworfen. 2016 verbot beispielsweise die britische Werbeaufsicht einen Clip von Gucci, da sie die gezeigten Models darin zu dünn fand.

Quelle: "Kering"

https://www.instagram.com/heylilahey/
ivy/dpa