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Kult-"Film": "The Room": Warum ihr sofort den schlechtesten Film aller Zeiten schauen solltet

Es gibt viele schlechte Filme - und es gibt "The Room". Der schlechteste Film aller Zeiten ist seit heute kostenlos und in voller Länge auf Youtube zu sehen. Und jede Sekunde eurer Zeit wert.

Es gibt Filme, die sind wie ein Autounfall. Alles, was da vor euren Augen passiert, ist zu schrecklich um hinzusehen - und trotzdem kann man nicht wegschauen. Genau das ist "The Room", nur viel unterhaltsamer. Der Film ist seit heute kostenlos bei Youtube zu sehen (unten eingehängt) - und echtes Pflichtprogamm. Was Autor und Hauptdarsteller Tommy Wiseau da auf der Leinwand veranstaltet, wird euch in seinen Bann ziehen. Auch, wenn es schwer in Worte zu fassen ist.

Denn in "The Room" ist wirklich absolut alles schlecht. Szenen hängen gefühlt willkürlich aneinender, die Schauspieler spulen ohne jegliches Talent die absurdesten Dialoge der Filmgeschichte hinunter. Ständig kommen haarsträubende Sex-Szenen. Und dann ist da noch dieser Football, der aus irgendeinem Grund immer wieder auftaucht. Von den völlig sinnlosen Special-Effects ganz zu schweigen. Dabei ist dem Film durchaus anzumerken, dass die Macher das alles ernst meinten. Kurz: "The Room" ist eine 99 Minuten lange Aneinanderreihung schlechter und schlechtester Entscheidungen. Und ein großartiger Film, um mit Popcorn und Freunden einen fassungslos-lustigen Abend zu verbringen.

 


Kult-Desaster

Wie es zu dem zum Kult gewordenen Film-Desaster kommen konnte, beschrieb der zweite Hauptdarsteller Greg Sestero in seinem Buch "The Disaster Artist", das letztes Jahr auch verfilmt wurde. Der krude Hauptdarsteller Tommy Wiseau, der trotz seines starken osteuropäischen Akzents darauf bestand, aus New Orleans zu stammen, wollte unbedingt Schauspieler werden. Weil er keine Rollen bekam schrieb Wiseau eben selbst ein Drehbuch - und finanzierte es auch gleich mit Millionen aus unbekannten Quellen.   

Dabei traf er unfassbar viele schlechte Entscheidungen. Die Hauptrolle Johnny spielte er selbst, obwohl er sich kaum die - immerhin von ihm selbst geschriebenen - Texte merken konnte. Einer der Haupt-Drehorte, eine Dachterasse in Downtown San Francisco, wurde komplett per Greenscreen eingebaut - obwohl Wiseau genau eine solche Dachterasse mit exakt diesem Blick tatsächlich besaß. Seine Begründung: Das macht man beim Film so. Und wenn es teurer war: Auch egal.

Dialoge von einem anderen Planeten

Das schlimmste an "The Room" ist aber das völlig hanebüchene Verhalten aller Figuren, inklusive der Dialoge. Als eine der Hauptfiguren eine Geschichte über eine Frau erzählt, die ins Krankenhaus geprügelt wird, lacht Johnny darüber. "Was für eine tolle Story, Marc." Als er gefragt wird, wie es bei der Arbeit war, wiegelt er ab - und fragt aus dem Nichts: "Egal, wie ist dein Sexleben?" Die Dialoge sind so schräg, dass einige Fans formulierten, sie klängen, als ob ein Alien zu viele Soap Operas gesehen hätte. 

Wiseau ist übrigens immer noch stolz auf sein Machwerk. Regelmäßig unterhält er sich bei Treffen oder im Internet mit Fans darüber. Auch bei James Francos Verfilmung von "The Disaster Artist" half er mit - und scheint sogar den Film zu mögen, obwohl er sich durchaus über ihn lustig macht. Der Künstler steht zu seinem Desaster.

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