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Nichts Neues im Westen Diese chinesische Boyband besteht nur aus Frauen

Diese chinesische Boyband besteht aus Frauen
FFC-Acrush: Jun Qian, Xi Chen, Ke Ran, Jun Xi und Lin Fan.
© FFC-Acrush
Mit ihrem androgynen Look begeistern sie Tausende von Fans. Die "Boyband" FFC-Acrush ist der neueste Hit in China. 

In China stellen sie das Konzept "Boyband" auf den Kopf: Seit November letzten Jahres stürmt die Band FFC-Acrush die Social Media-Plattformen. Sogar Katy Perry, die in China große Beliebtheit genießt, liegt mit ihren Millionen Followern auf Weibo (das chinesische Twitter) im Web-Ansehen nur knapp vor der 900 000 Followern starken Band

Dabei hat FFC-Acrush noch nicht mal ein offizielles Video herausgebracht. Ein Jahr wurden die fünf Mitglieder gecastet, die jetzt alle Teil der Sportmarke "Fantasy Football Corporation (FFC)" sind. Sie haben sich dazu verpflichtet, Football zu lernen und während ihrer Performance Tricks auf der Bühne zeigen. Dabei soll gezeigt werden, wie "fröhlich, gesund und voll mit positiver Energie" die Mitglieder seien, so Wang Tianhai, Chef der Firma Zhejiang Huati Culture Communicaion Co. Ltd.

Die "Boys" sind aber eigentlich Frauen

Aber das ist gar nicht das Besondere an dieser Band. Obwohl Acrush stets als Boyband betitelt wird, sind alle fünf Mitglieder weiblich. Lin Fan, Jun Qian, Xi Chen, Ke Ran und Jun Xi sind alle in ihren frühen Zwanzigern (bis auf die Jüngste, sie ist 18) - Kurzhaar-Frisuren und gender-neutrale Kleidung bereits seit ihrer Kindheit gerockt, sagt Zhou Xiaobai, Manager der Band. 

Diese chinesische Boyband besteht aus Frauen
Die chinesische "Boyband" begeistert Tausende mit ihrem androgynen Look. 
© FFC-Acrush

Acrush sei "eine Band, die für Freiheit eintritt und nicht durch (gesellschaftliche) Rahmen eingegrenzt", so Xiaobai. Neben dem androgynen Aussehen vermeiden die Bandmitglieder auch die binäre Pronomen-Form und nutzen statt "er" und "sie" die genderfreie Formulierung "meishaonian", was in etwa mit "attraktive Jugend" übersetzt werden kann. Sogar der Buchstabe "A" repräsentiert Maskulinität, da er für Adonis steht, der griechische Gott der männlichen Schönheit. Durch diesen Bruch, die Auflösung der binären Geschlechterordnung, werden Schönheitsideale individualisiert: Jede Person kann und darf sein, wie sie möchte. 

Androgynie ist "in" in China

Die Band folgt dabei dem Erfolg der Siegerin der Talent Show Super Girl in 2005, Li Yuchun (auch bekannt als Chris Lee), die inzwischen als Unisex-Popstar in ganz China gefeiert wird. Transvestismus, also das Tragen von Kleidung, das dem anderen Geschlecht zugeschrieben wird, wurde im letzten Jahrzehnt zunehmend populär in China. 

Und auch FFC-Acrush erhält verstärkt Zuspruch. Ihr Debutsong soll erst Ende April erscheinen und jetzt schon spricht ihr Weibo-Account Bände. "Ich liebe deinen Style, wer braucht Prinzessinenkleider oder mädchenhafte Musik? Weiter so!", applaudieren Fans und nennen sie "husbands", ein Ausdruck der normalerweise für männliche Stars wie Justin Bieber reserviert ist. 


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