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Persönliche Highlights: 30.000 Pfandflaschen zur Hochzeit? Auf dem Dorf sind solche fiesen Geschenke normal

Wer vom Dorf kommt, weiß, dass es zur Hochzeit gerne mal ein Geschenk gibt, bei dem das Geld ganz besonders "verpackt" ist. Beton, Wackelpudding, Kronkorken - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Highlights unserer Autorin.

Ein aus Strohballen gebautes und mit einem Scheinwerfer angestrahltes Hochzeitspaar

Die Hochzeitsgeschenke, die man auf dem Dorf bekommt, sind manchmal etwas extravaganter

Picture Alliance

"Bin ich froh, dass ich nicht vom Dorf komme", sagt meine Kollegin, als ich von den fiesen Hochzeitsgeschenken erzähle, die in unserem Dorf schon verschenkt wurden. Wer vom Land kommt, ist es gewohnt, dass das Brautpaar zur Vermählung etwas ganz besonderes geschenkt bekommt. Da reicht keine 08/15-Idee wie ein Bilderrahmen mit "frechem" Spruch oder ein hübsch verziertes Einmachglas. Es muss schon ein legendäres Geldgeschenk sein, an das sich noch Jahrzehnte später das ganze Dorf erinnert! 

In Bayern hat das ein Burschenverein gerade vorgemacht. Sie hatten ihrem Freund und seiner Frau zur Hochzeit 30.000 Pfandflaschen im Wert von ca. 4000 Euro geschenkt:

Die fiesesten Ideen für Hochzeitsgeschenke

Meine Eltern (und ihre Clique) haben in ihrer Laufbahn als Hochzeitsgäste auch schon einige Gemeinheiten verschenkt. "Das ist eigentlich echt fies", entweicht es meiner Mutter, als sie mir am Telefon die Highlights aufzählt. Besonders hart hat es damals unsere Nachbarn getroffen. Die Moneten wurden nicht nur in Beton gegossen und vergraben - nein: Als Sahnehäubchen gab es noch eine dudelnde Glückwunschkarte, die sie hinter den Kleiderschrank im Schlafzimmer des Brautpaares geschmissen haben, weil der so schwer war, dass man ihn nicht verrücken konnte. Vierzehn Tage hat es übrigens gedauert, bis das Gedudel verstummte. Ja, die Menschen vom Dorf sind einfallsreich und vielleicht auch ein bisschen diabolisch. 

Ähnlich fies war das Geschenk für meinen Onkel und meine Tante. Das Geld wurde handlich verpackt in Ein-Euro-Münzen, die in Kronkorken "gekloppt" wurden. Man stecke die Münze in den Korken und schlage mit einem Hammer die Zacken um - fertig: ganz viel Arbeit für das frisch vermählte Paar! Auch schön: die Badewanne mit Geld und Wackelpudding füllen oder die Münzen gleich einfrieren. Macht auch richtig Spaß! Also den Schenkenden. 

Auch beliebt: den Brautleuten den Weg zum Haus/zur Wohnung/zum Schlafzimmer versperren. Und das möglichst kreativ. Einige Anregungen: Man nehme sehr viele Plastikbecher, entferne ihre Böden, stelle sie auf die Treppe/vor die Tür/in den Flur und fülle sie mit möglichst kleinteiligem Kram wie Erbsen oder Reis. Will das Paar dann nach der seeeehr langen Partynacht (das ist ein Muss auf dem Dorf!) morgens ins Bett verschwinden, müssen sie erst die Becher hochnehmen. Was dann passiert, könnt ihr euch ja denken. Wer es etwas einfacher mag, füllt einfach Becher mit Wasser und stellt damit alles zu. Man kann natürlich auch ganz old school das Haus/die Wohnung/das Treppenhaus so voll mit Ballons stopfen, dass ein Durchkommen unmöglich wird. 

Was meine Eltern auch schon gemacht haben: eine Schnitzeljagd mit Hilfe eines Telefonbuchs. Darin waren Hinweise versteckt, wo sich die nächste Station auf dem Weg zum Geschenk befindet. Und auch das Pfand-Geschenk haben wir hier schon häufiger gesehen. Ich gebe zu, natürlich nicht in dieser Größenordnung. Aber neu ist die Idee nicht. 

Werdet doch auch mal kreativ!

Zu der Zeit, als meine Eltern geheiratet haben, hatten einige Brautpaare solche Angst vor einem Hochzeitsstreich, dass sie ihr Haus während der Feier bewachen ließen. Bei den Hochzeiten, auf denen ich in den letzten Jahren war, gab es sowas nicht. Ich weiß, Hochzeitsspiele sind out und Geschenkideen werden bei Pinterest gesucht - aber fehlt uns nicht auch ein bisschen Dorf-Spirit? Wir müssen unsere Freunde ja nicht gleich mit 30.000 Pfandflaschen beglücken, aber ein bisschen kreativer könnten wir schon wieder werden. Die peinlichen Abi-Streiche haben uns damals doch auch gefallen.

Ein Brautpaar sitzt nebeneinander auf Stühlen, sie hält einen Blumenstrauß auf dem Schoß
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?