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Miet-Wahnsinn in Städten: "Einhornblut und die Seele des ersten Sohnes": Jodel-Nutzer teilt groteske Wohnungsanzeige

Der Mietwahnsinn in Großstädten wie München nimmt immer absurdere Züge an. Vor allem Studenten leiden unter hohen Preisen und den Anforderungen der Vermietern. Nun macht eine besonders aberwitzige Wohnungsanzeige die Runde im Netz.

Junge Frau mit Smartphone in der Hand

Als Student in Großstädten eine Wohnung suchen - kein großer Spaß. 

In wohnen? Schön. In München eine Wohnung suchen? Der blanke Horror. Wer keine Connections in die schwer durchschaubare Mietmafia hat oder betuchte Eltern, die einem eben mal ein Apartment kaufen, kann sich auf Monate der sisyphosartigen Frustration einstellen.

Ich selbst (das muss ich fairerweise dazusagen) hatte immer mehr als Verstand, was die Wohnungssuche dort anging, aber ich kann dutzende Leidensgeschichten von Freunden aufzählen, die zum Studieren nach München kamen und innerhalb weniger Wochen völlig verzweifelt waren.

Und das Deprimierende ist: Es wird mit jedem Jahr schlimmer. Kein Wunder, dass der Mietmarkt in der bayerischen Landeshauptstadt auch in der Studenten-App Jodel ein heiß diskutiertes Thema ist.

Einhornblut, zwei Liter Lava und die Seele des ersten Sohnes

Gerade sorgt der Screenshot einer für Wirbel, den eine Nutzerin dort geteilt hat. In dem Ausschnitt ist aufgelistet, was die Wohnungseigentümerin alles als Nachweis von den potentiellen Mietern erwartet.

Es fängt harmlos an: eine Mieterauskunft, eine Schufa-Auskunft. Fair enough.

Dann aber geht es weiter: eine Bestätigung des Vormieters, dass die Miete stets pünktlich gezahlt wurde (what?), der Nachweis einer unbefristeten (!!) Festanstellung mit bestandener Probezeit und die letzten drei Gehaltsnachweise bei einem Mindesteinkommen von 3000 Euro netto monatlich (im Ernst???).

Die Jodel-Nutzerin, die diese Anforderungen aus Studentensicht offensichtlich mehr als grotesk findet, ergänzte die Liste um drei Punkte: Einhornblut, zwei Liter Lava und die Seele des ersten Sohnes.

Auf dem -Kanal von Jodel, wo der Beitrag am Montag geteilt wurde, sorgt die Anzeige für viel Diskussion. Über 16.000 Nutzer haben bereits auf den Post reagiert und er hat mehr als 3000 Kommentare (Stand 7.2.). Die Aufregung über die Anzeige ist groß. "Unbefristete Anstellung – wo gibt’s denn sowas noch?", fragt ein Nutzer. "Der Frau würde ich gerne mal in die Augen schauen, und sie fragen, ob sie sich nicht schämt, die derzeitige Notlage derart auszunutzen", empört sich eine andere. Eine Nutzerin wundert sich, dass nicht auch noch "ärztliches Attest und negativer Schwangerschaftstest" gefordert sind.

Solche Anzeigen sind kein Einzelfall

Viele merken aber auch an, dass solche Anzeigen längst keine Seltenheit mehr sind – auch in anderen Städten wie Hamburg, Köln oder Frankfurt. "Was genau ist hier so schockierend, wenn ich fragen darf?", schreibt ein Nutzer. "Das ist München; so eine Anzeige kratzt hier niemanden." Eine andere schreibt: "Mal ehrlich: Wenn ich eine hochwertige Wohnung vermieten würde, würde ich auch all diese Papiere anfordern. Das ist völlig normal. Man will ja keine verschuldeten Mietnomaden in der Wohnung haben."

Um welche Wohnung es sich handelt, ist leider nicht bekannt. Ein Facebook-Nutzer mutmaßt aber: "eine 45qm 1 Zimmer Wohnung im 60er Jahre Block, sechster Stock ohne Aufzug, dafür mit Gemeinschaftsbad. Für 850 Kalt im Monat."

Wie dem auch sei: Einen Eimer Einhornblut griffbereit zu haben, kann im Wahnsinn der Wohnungssuche sicher grundsätzlich nicht schaden.

lko
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