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Meinung

Selbstliebe : Toxische Menschen aus deinem Leben verbannen? Das ist oft ziemlicher Bullshit

Das Leben ist stressig, klar. Viele Menschen sind es auch. Macht sie das direkt zu "toxischen" Freunden oder ist das eigentlich nur eine Ausrede, um dir den Alltag zu erleichtern? Wir haben das mal analysiert.

Gute Miene zum bösen Spiel machen? Immer öfter wird uns davon abgeraten

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Bitte nicht falsch verstehen: Der aktuelle Trend zu Selbstliebe, self care, Achtsamkeit ist wichtig, richtig und vermutlich auch dringend nötig, wenn man unsere gnadenlose Leistungsgesellschaft betrachtet. Aber eine Parole, die einem in diesem Kontext permanent um die Ohren geschlagen wird, macht mich wütend: "Verbanne toxische Menschen aus deinem Leben."

Klingt erstmal logisch, oder? Jemand, der nur negative Energie verbreitet, soll dich auf dem Weg zum spirituellen High nicht runterziehen! Aber genau hier befindet sich vielleicht der Schritt von der Selbstliebe (super Sache) zur Selbstsucht (nicht cool) oder gar Selbstverleugnung (auch nicht cool). Warum?

Dazu sollten wir uns erst einmal die Frage stellen, wer diese ominösen "toxischen", also giftigen, Menschen überhaupt sind. Das Adjektiv toxic wurde übrigens gerade vom "Oxford Dictionary" zum Wort des Jahres gewählt – einfach weil es einem neuerdings ständig und überall begegnet. Wenn das Britney Spears wüsste. Aber zur Sache: Wen würdest du als toxisch betrachten?

  • Jemanden, der gemein zu dir ist und bewusst dafür sorgen will, dass es dir schlecht geht?
  • Jemanden, der dich kritisiert und dich ständig auf deine Fehler aufmerksam macht?
  • Jemanden, der oft schlechte Laune hat und deine Zeit und Energie frisst?
  • Jemanden, der dich für seine Bedürfnisse nutzt und sich für deine nicht interessiert?

1. Jemand, der gemein zu dir ist und bewusst dafür sorgen will, dass es dir schlecht geht

Hier sind wir uns einig. Jemand, der dir ganz offensichtlich Schlechtes will, ob er es nun laut sagt oder hinterrücks intrigiert, ist scheiße und sollte nicht zu deinem Freundeskreis zählen. Toxisch? Total. Das Problem: So jemand ist eh in den seltensten Fällen dein Freund. So jemand ist dein ätzender Kollege, deine zickige Schwägerin, die eifersüchtige "beste Freundin" deines neuen Freundes. Das sind Menschen, die du nicht los wirst, egal wie sehr du sie verbannst.

Auch, wenn es ganz witzig ist, sich das vorzustellen – wie man ihnen mit einem Harry-Potter-Zauberstab im Flur auflauert und einen dieser pseudolateinischen Flüche brüllt. Wird nicht helfen. Ein gewisses Maß Widerstand und Ehrlichkeit sind hier sicher total akzeptabel, aber denk' dran, dass du mit diesen Leuten vermutlich noch viele, viele Jahre irgendwie auskommen musst.

2. Jemand, der dich kritisiert und dich ständig auf deine Fehler aufmerksam macht

Klar ist das ätzend. Sehr sogar. Wir alle wollen uns gut fühlen, holen uns gern Bestätigung von außen und haben vor allem ein bestimmtes Selbstbild, das wir uns überhaupt gar nicht gern von irgendwem kaputt machen lassen wollen. Deshalb sind wir oft eher höflich als ehrlich miteinander. Bis auf einen gewissen Typ Mensch, der von Natur aus offenbar unfähig ist, freundlich rumzuschmeicheln. Aus irgendeinem Grund haben wir alle uns schon mal jemanden in unseren Freundeskreis gewählt, der uns sagt, wenn die neue Jeans nicht gut sitzt, wenn die frisch gefärbten Haare uns nicht stehen, wenn wir nicht so gut Gitarre spielen, wie wir glauben oder unser "süßer" Anmachspruch in der Kneipe einfach nur peinlich war – und auch, wenn unser neuer Lover nicht wundertolltastisch, sondern ein verlogener Hallodri ist.

Halleluja, ja, das kann auf die Dauer an unserem Selbstbewusstsein, an unserer Laune und auch an der entsprechenden Freundschaft kratzen. Aber toxisch? Glaubst du nicht, du hast dir diesen Freund oder diese Freundin aus einem Grund in dein Leben geholt? Auch wenn es weh tut: An manchen Kritiken an deinem Lebensstil ist vielleicht was dran. Spoiler: Oft sind das die, die dich am meisten treffen. Das heißt nicht, dass du dir das sieben Tage die Woche geben musst, es ist okay, sich von solchen Freunden auch mal ein paar Tage diplomatisch eine Auszeit zu nehmen. Aber wenn wir ganz ehrlich mit uns selbst sind, sind solche unbequemen Menschen vielleicht wertvoller als die, die immer höflich lächeln und nicken, oder?

3. Jemand, der oft schlechte Laune hat und deine Zeit und Energie frisst

Du willst niemanden in deinem Umfeld haben, der dich mit seiner negativen Energie runterzieht? Was dann – lieber jemanden, der dich mit seiner positiven Energie mitreißt? Dir ist aber schon klar, dass für denjenigen dann DU der bist, der in gewisser Weise eine Belastung ist? Diese Aussage ist die, die mich vielleicht am wütendsten macht. Auf Instagram verkünden ständig Menschen, dass sie sich von Menschen "verabschieden" wollen, die ihre Energie aussaugen und immer nur nehmen und nicht geben würden.

Ich stelle mir dann denjenigen vor, wie er auf einem Rettungboot neben der sinkenden "Titanic" sitzt und allen im Wasser strampelnden Ertrinkenden auf die Finger schlägt, sobald sie den Rand des Boots berühren und versuchen, an Bord zu kommen. Wer permanent schlechte Laune hat, wem es nicht gut geht, der braucht dich umso mehr, verdammtnochmal. Und klar ist das anstrengend. Klar möchtest du nicht drei Mal die Woche fünf Stunden(!) mit der liebeskummergeplagten Freundin telefonieren, wenn du einen harten Arbeitstag hattest. Klar möchtest du lieber lachen und tanzen als den depressiven Kumpel zu trösten. Und klar ist das auslaugend und hart und anstrengend und es ist okay, auch mal abzulehnen. Aber diesen Menschen aus deinem Leben schmeißen?

Da ist self care nicht nur eine lahme Ausrede, das ist schlicht grausam und, kleiner Hinweis, wird deine Vibrations sowas von in den Keller ziehen. Wer sind Leute, die du für spirituell hältst und als bei sich angekommen beschreiben würdest? Vielleicht Mutter Theresa oder der Dalai Lama. Und glaubst du, die würden ihre Spiritualität vorschützen, um sich nicht länger mit den Problemen der Welt auseinandersetzen zu müssen? Wäre das nicht eine ziemlich miese und selbstsüchtige Ausrede? Und machst du dich damit nicht auch zu genau so jemandem – einem, der nur nehmen und nicht geben will?

4. Jemand, der dich für seine Bedürfnisse nutzt und sich für deine nicht interessiert

Überleg' mal ganz, ganz hart, ob du nicht für jemand anderen dieser Mensch bist. Ob du manche Freunde nur anrufst, wenn du shoppen gehen willst. Ob du dich bei manchen nur ausheulst. Oder nur bereit bist, mit jemandem wegzugehen, wenn dein Partner oder deine "coolere" Freundin gerade keine Zeit hat. Manchmal sind wir Menschen eben so, oft ohne es zu merken. Und es war doch dieser Dude, der von Erleuchtung relativ viel Ahnung hatte – Jesus –, der sagte: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Verlange also von niemandem etwas, dass du nicht auch fehlerlos ablieferst.

Aber klar, wer dich permanent und ohne Einsicht oder Reue ausnutzt, der ist definitiv toxisch. Dass er die Gelegenheit dazu bekommt, liegt allerdings bei dir. Und auch, dieser Situation entschlossen ein Ende zu setzen. Wenn du das einfach nicht auf die Reihe bekommst, lass dir von deiner toxischen Freundin Typ 2 mal ordentlich was husten und beherzige ihre Ansagen. Anschließend kannst du ja für eine Weile die toxische Freundin Typ 3 sein und den ganzen Frust in stundenlangen Telefonaten bei jemandem abladen. 

Ist nur zu hoffen, dass der gerade auf keinem Selbstfindungstrip ist.

Grusel: Diese Puppe soll besessen sein
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(