Liebe P.S. Du fehlst mir.

Liebe: P.S. Du fehlst mir.
Jeden Abend telefonieren? Nacktfotos austauschen? Und wirklich ­jedes Wochenende treffen? Eine Fernbeziehung muss nicht der Tod der Liebe sein. In der Juli-Ausgabe der NEON gibt unser Autor Philipp Schwenke fünfzehn Tipps für eine Fernbeziehung, die nicht nur funktioniert, sondern auch ein bisschen Spaß macht. Zum Beispiel sollte man unbedingt:

1. Technisch aufrüsten
Eine funktionierende Fernbeziehung braucht vor allem zwei Dinge: Aufrichtigkeit und … nein, stopp, völliger Quatsch. Eine Fernbe­ziehung braucht vor allem zwei Dinge: gute Kopfhörer und schnelles Internet. Egal, ob man sich in jemanden verliebt, der in einer anderen Stadt wohnt, oder ob man längst verliebt ist, aber einer von beiden woandershin muss; egal ob 100 oder 10 000 Kilometer dazwischenliegen, ob man sich jedes Wochenende sieht oder alle zwei Monate – man verbringt zu viel Zeit in Zügen, Flugzeugen und Videotelefonaten. Um das zu überstehen, braucht man erstens: gute Kopfhörer. Damit die immer gleiche Strecke und die schlechten Witze der angeschickerten Reisegruppen einen nicht zermürben. Zweitens braucht es eine schnelle Internetverbindung. Nichts nervt so sehr wie ein Skypegespräch, das dauernd zusammenbricht.

2. Pläne machen
Egal, ob bei Skype oder am Telefon: Wenn ihr euch schon nicht sehen könnt, dann macht Pläne für das Wiedersehen. Fürs Wochenende. Für den Urlaub. Fürs Zusammenziehen.

3. Viel reden. Viel schreiben. Aber auch nicht dauernd.
Jeder Beziehungsratgeber empfiehlt: Wer eine Distanzbeziehung führt, soll Rituale etablieren und sehr regelmäßig miteinander sprechen. Also zum Beispiel jeden Abend um neun. Das funktioniert gut, wenn beide ein Leben führen, das sie abends um neun nach Hause führt. Wenn nicht, dann nicht. Man sollte deswegen kein schlechtes Gewissen gegenüber dem Beziehungsratgeber haben. Wichtiger ist, überhaupt zu kommunizieren. Wie oft? Hier zwei Faustregeln. Für anhängliche Dauertelefonierer: Weniger ist mehr. Man muss nicht nach Stechuhr jeden Abend mindestens 120 Minuten am Telefon hängen. Es gibt Tage, an denen einfach nichts passiert, und Abende, an denen einem nicht nach Plaudern ist. Man kann auch nach zwei Minuten wieder auflegen, das heißt nicht, dass man einander nicht liebt. Für Maulfaule: Mehr ist mehr! Man kann nicht jeden Abend die beste Unterhaltung seines Lebens führen. Aber solange Reden fast die einzige Möglichkeit ist, Nähe herzustellen, muss man genau das tun, auch wenn das manchmal heißt, über nichts zu reden oder immer über das Gleiche. Die andere Möglichkeit ist übrigens: Schreiben. Darum: niemals, wirklich niemals eine romantische SMS unbeantwortet lassen.

4. Ehrlich zu sich selbst sein
Wenigstens ab und an sollte man sich – zu zweit und auch alleine – ernsthaft mit solchen Fragen beschäftigen: Warum stecken wir ei­gentlich in dieser Fernbeziehung? Geht es nicht anders oder wollen wir es nicht anders? Ist ein Job wichtiger als eine Beziehung? Ist dieser Job wichtiger als diese Beziehung? Die Liebe auf Distanz soll meistens keine Dauerlösung sein, und das heißt, dass einer von beiden irgendwann sein Leben ändern muss. Wer?

Der kompletten Text ist nachzulesen in unserer Juli-Ausgabe. Dort stellen wir auch vier Paare vor, die berichten, wie sie die Distanz zwischen Zürich und Berlin, Amsterdam und New York überwinden.