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Blöde Anmachen: "Sorry, ich habe einen Freund": Warum reicht es eigentlich nicht, dass ich einfach keine Lust habe?

Fast jede Frau kennt diese Situation: Ein Kerl baggert dich an, du hast keine Lust auf ihn – aber erst, wenn du die magischen Worte "Ich habe einen Freund" aussprichst, macht er sich vom Acker. Wieso eigentlich?!

Mann baggert Frau an

Er will sie, sie will ihn nicht. Man würde denken, dass es ganz einfach ist – aber das stimmt leider nicht.

Getty Images

Ich bin ein bisschen angetrunken, als ich in das Taxi steige. Ob ich morgen früh raus müsse?, fragt der Fahrer. Ich muss. Wir unterhalten uns angeregt über Schlaf und Arbeit und Schichtarbeit. Er ist Morgenmensch, erzählt er mir. Ich verrate ihm, dass ich Kaffee-Junkie bin und ohne gar nicht erst versuchen muss, aus dem Bett zu kommen. "Bringt dir dein Freund denn morgens immer Kaffee ans Bett?", fragt er und schaut mich mit blitzenden Augen im Rückspiegel an. "Ja, meistens schon", antworte ich. Er guckt zurück auf die Straße. Den letzten Kilometer der Fahrt verbringen wir größtenteils schweigend.

Das war eine glatte Lüge. Mein Freund bringt mir keinen Kaffee ans Bett. Ich habe nicht mal einen Freund. Ich bin in einer sehr glücklichen Beziehung mit einer Kaffeemaschine mit Zeitschaltuhr. Und habe damit absolut kein Problem. Woher kommt also das Bedürfnis, einer mir völlig fremden Person das Gegenteil zu erzählen?

Ganz einfach: Aus der Befürchtung, dass dieser freundliche junge Mann, den ich aber leider null attraktiv fand, diese Frage gestellt haben könnte, um herauszufinden, ob eine Chance darauf bestehe, dass wir diese Unterhaltung vielleicht mal außerhalb des Taxis weiterführen. Und weil ein "Ist lieb, aber lass mal" viel zu häufig eine von zwei Reaktionen hervorruft: Unverständnis und Beharrlichkeit oder Unverständnis und ein gekränktes Ego. Schiebt man allerdings einen echten oder eben auch erfundenen Freund vor, wird dieser respektiert.

Ist doch egal, ob ich einen Freund habe – ich hatte keinen Bock auf ihn

Tatsächlich war der Abend im Taxi eine Ausnahme. Normalerweise sehe ich absolut nicht ein, wieso ich irgendjemandem irgendwas vorlügen soll, wenn ich schlicht und ergreifend keinen Bock auf ihn habe. Führte übrigens mit meinem Ex auch immer wieder zu Diskussionen, die dann ungefähr so aussahen:

Ich: Boah, gestern Abend war da so ein sau penetranter Typ.
Er: Wieso hast du nicht einfach gesagt, dass du einen Freund hast?
Ich: Weil das nicht der Punkt ist.
Er: [Guckt mich verständnislos an.]
Ich: Ist doch egal, ob ich einen Freund habe – ich hatte keinen Bock auf ihn.
Er: Aber du hast doch einen Freund.
Ich: Aber auch wenn ich dich nicht hätte, hätte ich ja trotzdem keinen Bock auf ihn.
Er: [Beleidigt.; Muss man nicht verstehen. Anm. d. Red.]

Wie kommt es nur, dass ein Typ kein Problem damit hat, sich bei einer Frau, die ihn ja ganz offensichtlich nicht will – ob das nun kommt, weil sie einen Freund hat, oder ob sie sich den ausgedacht hat, weil sie keinen Bock hat, ist ja völlig egal, der springende Punkt bleibt: Sie will nicht –, zum Affen zu machen, aber, sobald ein anderer Kerl ins Spiel kommt, das Handtuch wirft? Die einfachste Erklärung wäre: Weil er Angst hat, aufs Maul zu bekommen. Das könnte ich sogar noch irgendwo nachvollziehen, aber die Gefahr besteht ja nur, solange der Freund auch dabei ist.

Wieso kann nur ein anderes Männchen die Paarung ausschließen?

Schlussendlich läuft es wahrscheinlich darauf hinaus, dass irgendwo ganz tief in unserem Denken verankert ist, dass eine Frau so sehr darauf angewiesen ist, einen Mann zu finden, der für sie sorgen kann, dass sie es sich eigentlich nicht leisten kann, einen interessierten Junggesellen zurückzuweisen. Dass das schon früher wahnsinnig diskriminierend war und heutzutage in großen Teilen der Welt auch einfach riesengroßer Humbug ist, ist klar – und dennoch führt es dazu, dass ein einfaches "Nein" nicht akzeptiert wird. Nur wenn ein anderes Männchen bereits Besitz auf dieses Weibchen angemeldet hat, ist die Paarung ausgeschlossen.

Ich glaube, worauf ich schlussendlich hinaus will, ist das hier: Lieber Taxifahrer, ich habe gelogen. Ich fand dich wirklich sehr nett. Aber das war's dann auch. Und hätte ich auf deine Frage geantwortet, dass ich keinen Freund habe, hättest du das möglicherweise als Einladung zu einer weiteren Flirt-Salve verstanden – und darauf hatte ich schlicht und ergreifend keine Lust. Nicht mal unbedingt, weil ich mitten in der Nacht alleine in deinem Auto saß – du wirktest wie ein rechtschaffener Typ –, sondern weil es zu spät war, um eine Diskussion anzufangen und dein gekränktes Ego den ganzen Trinkgeld-Akt am Ende der Fahrt wirklich und ernsthaft unangenehm gemacht hätte. Schönes Leben noch!

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Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
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