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Liebe und Freundschaft: Habt keine Angst vor der "Friendzone" – die gibt es nämlich gar nicht

Gerade bei Männern scheint eine panische Angst vor Freundschaften mit Frauen, auf die man steht, vorzuherrschen. Angeblich käme man aus der Kategorie "Kumpel" nie wieder raus, schon gar nicht in die Kategorie "Lover". Das ist allerdings völliger Unsinn.

Ein Paar im Sonnenuntergang

Manchmal kann Freundschaft zu Liebe werden. Jedenfalls ist Freundschaft nie ein Hindernis.

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Speziell bei Männern scheint es eine wirklich verbreitete Angst zu sein. Lacht die Frau, auf die du stehst, ein bisschen gönnerhaft über deine Witze? Will sie mit dir Dinge unternehmen, die Spaß machen, aber ganz sicher keine Dates sind? Findet sie dich sogar "süß" oder "knuffig"? ALARM ALARM, dröhnt es da sofort im Kopf, du wirst gefriendzoned! Friendzone – das heißt: Sie möchte mit dir abhängen, aber sie wird niemals mit dir zusammensein wollen. Scheinbar ist das der Albtraum vieler Menschen. Das ultimative Versagen in Sachen Romantik, der epic fail in Sachen Aufreißen.

Keine Beziehung, weil ihr Freunde seid?

Dabei gibt es keine Friendzone. Es gibt nur Menschen, die eine Beziehung – oder einfach nur Sex – mit euch wollen, und solche, die das nicht wollen. Ob ihr für diese Menschen Freunde, entfernte Bekannte, Kollegen oder absolut Unbekannte seid, ist fast völlig irrelevant. Niemand, der dich irgendwie interessant findet, wird davon absehen, etwas mit dir anzufangen, nur weil er dich jetzt in die Kategorie "Freunde" einsortiert hat. Das ist keine permanente Kategorie. Aber es ist eine gute Kategorie – schließlich ist Freundschaft super und, ja, kann auch zwischen Männlein und Weiblein prima funktionieren.

Solltest du auf jemanden stehen, der von diesem Wunsch deinerseits noch nichts weiß, ist das Etablieren einer Freundschaft übrigens ein sehr viel besserer Weg zu einer echten Beziehung als ein betrunkenes Geständnis nach zwei flüchtigen Treffen. Wenn du nicht gerade durch einen verrückten Zufall das exakte Beuteschema deines Gegenübers bist und eure Gene und Hormone sich sofort einig sind, dass ihr wunderschöne Kinder zusammen machen werdet (in dem Fall ergibt sich eure Beziehung nach dem ersten Anlächeln eh von selbst, darum braucht ihr hier gar nicht weiterlesen), dann musst du den anderen schließlich erstmal möglichst elegant davon überzeugen, dass du ein guter Fang bist. Dass du interessante Hobbys hast, gut riechst, lustige Witze aus dem Ärmel schütteln kannst, über einen exquisiten Musikgeschmack verfügst oder saugut kochen kannst. Alles Dinge, die sich im Rahmen einer Freundschaft wunderbar demonstrieren lassen.

Als Freunde könnt ihr euch beschnuppern

Und dann braucht es nur noch einen romantischen Moment. Oder ein Glas Rum-Cola zu viel. Und, zack, rosa Liebeskonfetti bis ans Ende eurer Tage. Ihr kennt euch. Ihr wisst, dass ihr euch gut findet. Ihr habt das Risiko, negativ voneinander überrascht zu werden, minimiert. Läuft!

Was aber natürlich auch passieren kann: Euer Schwarm mag euch – aber das war's. Mehr Gefühle als Sympathie sind nicht vorhanden. Das ist fies. Das ist manchmal auch irgendwie irrational, weil ihr doch supergut zusammen passen würdet. Aber das ist halt manchmal so, und niemand kann etwas dafür. Diese Situation hat nichts mit "gefriendzoned werden" zu tun – hättet ihr den anderen alpha-mäßig in der Disse angebaggert, hättet ihr euch halt direkt ein Nein anhören können. Dann wäre euch aber vielleicht entgangen, einen tollen Menschen kennenlernen zu dürfen und zumindest die Option zu haben, mit diesem befreundet zu bleiben, auch wenn romantisch dabei nichts mehr rumkommen wird.

Und aus der Freundschaft heraus habt ihr zumindest noch die Chance, den umschwärmten Menschen davon zu überzeugen, dass er oder sie eure Qualitäten nicht ausreichend registriert hat. Damit ist natürlich nicht gemeint, jemanden zu bedrängen, zu stalken, ihn zu nerven oder mit eurem ständigen Hundeblick ein schlechtes Gewissen machen zu wollen. Nein – man hat die Chance, sich regelmäßig von seiner besten Seite zu zeigen und zu schauen, ob vielleicht doch irgendwann ein Sinneswandel eintritt. Wenn nicht, dann nicht. Dann sollte man aber auch überlegen, ob das Weiterführen der Freundschaft das Beste für das eigene Seelenheil ist.

Die Freundschaft ist nie ein Hindernis, höchstens eine höfliche Ausrede

Harte Fakten: Sätze wie "Ich will nichts mit dir anfangen, weil ich unsere Freundschaft nicht aufs Spiel setzen will", hören eigentlich nach dem Wort "anfangen" auf. Da steht jemand einfach nicht auf dich. Gib dafür nicht der Freundschaft die Schuld, sondern den Umständen, den Hormonen oder dem Timing, wer weiß das schon. Mehr harte Fakten: Wenn du vor Freundschaften mit Frauen Angst hast, bist du eine Pussy. Am Ende verleitet dich das sogar noch dazu, offen über Gefühle oder sowas zu reden, iiiiih! (Ironie off.)

Und vielleicht ein guter Tipp: Vor Selbstbewusstsein strotzende Muskelmänner sind in der Regel nicht der Traum aller Frauen, auch wenn all die Muskelmänner euch das erzählen wollen, um der ganzen vergeudeten Zeit im Fitnesscenter einen Sinn zu geben. Die meisten Frauen sind gern mehr als ein Accessoire und absolut bereit, auch Macken und Unsicherheiten zu lieben, zu helfen und zuzuhören. Der Typ, der damals in der Oberstufe die meisten heißen Bräute abgeschleppt hat, war magerer Kettenraucher, konnte aber saugut Gitarre spielen. Seid die beste Version von euch selbst und nicht das, was angeblich bei den Frauen oder den Männern das Ideal sein soll.

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