VG-Wort Pixel

Romance-Scamming Tipps der Polizei: So erkennt man einen Liebesbetrüger

Der erste Eindruck zählt – das gilt auch beim Online-Dating. Doch welchen Eindruck wollen diese russischen Frauen mit ihren Profilbildern erwecken? Wer sich eine Toilette voller Rosen wünscht, ist bei dieser jungen Dame goldrichtig. Diese Liebessuchende präsentiert sich im Abendkleid mit Rose - und einer Axt. Wer neben einer neuen Partnerin auch eine Badewanne voller Nudeln sucht, ist hier an der richtigen Adresse. Kerzenlicht sorgt für Romantik – offenbar auch auf dem Toilettendeckel. Für Fans von gesunder Ernährung räkelt sich diese junge Dame lasziv auf einem Bett voller Äpfel und Birnen. Wer sich eine Partnerin mit Hörnern und einem Plastikhandschuh als Euter wünscht, sollte diesem Profil einen Besuch abstatten. Bekanntlich passt ja zu jedem Topf ein Deckel. Einige müssen nur vielleicht etwas länger suchen.
Mehr
Flirten im Internet kann teuer werden. Denn auch Betrüger tummeln sich im Netz. Eine Expertin gibt Tipps, wie man sich vor Romance-Scammings schützen kann.

Betrüger gaukeln im Internet die große Liebe vor und bringen ihre Opfer dazu, große Summen zu überweisen. Viele Fälle des sogenannten Romance-Scammings landen auf dem Tisch von Heike Seitzer. Sie leitet in Waiblingen im Rems-Murr-Kreis die Kriminalinspektion 3 für Wirtschaftsdelikte und Korruption und bearbeitet Anzeigen gegen Liebesbetrüger. Im Gespräch erklärt sie die Tricks der Betrüger.

Woran kann ich früh erkennen, dass ich mit einem Liebesbetrüger chatte?

Misstrauisch werden sollte man, wenn sehr früh Liebesschwüre kommen und schon nach kurzer Bekanntschaft ein gemeinsames Leben in Aussicht gestellt wird. Zudem schreiben Täter meist in brüchigem Deutsch, weil sie ihre Sätze durch ein Online-Übersetzungsprogramm gejagt haben. Vereinbarte Treffen platzen, stattdessen kommen Geldforderungen. Ich rate dringend, nie Geld an Menschen zu überweisen oder zu übergeben, die man noch nie gesehen hat - egal wie gut die Begründung ist.

Oft klingen die Geschichten der Täter plausibel. Gibt es Möglichkeiten, ihre Lügen zu enttarnen?

Die Täter versuchen, seriös aufzutreten. Bei Männern klopft oft die reizvoll gekleidete Ärztin aus Osteuropa an. Bei Frauen melden sich gern promovierte Geologen, Doktoren oder hochrangige Offiziere. Sie schicken attraktive Fotos von sich, die aber meistens von anderen Internetseiten gestohlen sind. Oft werden Bilder professioneller Models missbraucht. Es gibt Anti-Scamming-Foren, in denen man recherchieren kann, ob ein Bild schon mal im Zusammenhang mit Liebesbetrug verwendet wurde.

Viele Opfer verschulden sich. Was passiert, wenn kein Geld mehr zu holen ist?

Dann wird manchmal versucht, sie als Geldwäscher zu gewinnen. In solchen Fällen bittet die Internet-Bekanntschaft darum, dass das Opfer das eigene Bankkonto zur Verfügung stellt, um Geldbeträge ins Ausland weiter zu überweisen. Auch hier wird wieder eine scheinbar plausible Begründung vorgeschoben, verbunden mit Liebesschwüren. Die Opfer kann das in ernste Schwierigkeiten bringen, denn sie machen sich damit strafbar.

Interview: Christine Frischke/DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker