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Angst-Studie 2018: Trump, Zuwanderung, überforderte Politiker – davor haben wir Angst

Wovor haben die Deutschen am meisten Angst? Nein, es sind nicht Flüchtlinge. Die größten Angstmacher 2018 sind Donald Trump – und die Politik.

Von Laura Heyer

Naturkatastrophe? Jobverlust? Alles nicht so schlimm wie die Politik von Donald Trump

Naturkatastrophe? Jobverlust? Alles nicht so schlimm wie die Politik von Donald Trump

Der US-Präsident, der gern zu allem twittert und sich selbst als bester Präsidenten bezeichnet, bereitet uns die größten Sorgen. Dicht gefolgt von der deutschen Politik. Das sagt zumindest die "Angst-Studie 2018“.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 69 Prozent fürchten, dass die Welt durch Donald Trump gefährlicher wird
  • Auf den Plätzen zwei und drei folgen Themen rund um Zuwanderung
  • Alle Spitzenplätze der Umfrage sind mit politischen Themen besetzt, Persönliches (wie Jobverlust) macht den Deutschen im Vergleich weniger Angst
  • Die Angst bleibt insgesamt überdurchschnittlich hoch

Um "Die Ängste der Deutschen“ zu ermitteln, befragt eine große deutsche Versicherung jedes Jahr rund 2400 Frauen und Männer ab 14 Jahren. Seit 1992 kann man so verfolgen, was uns umtreibt. Mit 69 Prozent erreichen Donald Trump und seine Politik einen absoluten Spitzenwert. Während im vergangenen Jahr noch die Angst vor Terror ganz oben stand, sind es nun vor allem politische Themen. "Auf den Spitzenplätzen stehen ausschließlich außen- und innenpolitische Sorgen“, berichtet Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters, das die Studie organisiert.

"Mangelhaft" für Politiker

Wirtschaftliche und persönliche Sorgen machen den Deutschen weniger Angst als politische. Sichtbar wird das an den Spitzenplätzen der Studie: die Überforderung der Behörden durch mehr Asylbewerber und die Spannungen, die der Zuzug von Ausländern in Deutschland auslösen kann, landen mit 63 Prozent auf den Plätzen zwei und drei. Insgesamt stellen die Befragten der Politik kein gutes Zeugnis aus: Ginge es nach Schulnoten, würden die meisten Politiker sitzen bleiben. 48 Prozent gaben den Volksvertretern die Note "mangelhaft“. Und nicht nur das - 61 Prozent fürchten, dass die Politiker überfordert sind. Damit stieg der Wert im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozentpunkte.

Zurückgegangen ist jedoch die Angst vor Terror, die nach den Attentaten in Europa im vergangenen Jahr deutlich in der Studie zu spüren war. "Aus der Langzeitbeobachtung wissen wir, dass die Ängste von aktuellen Ereignissen und der Präsenz in den Medien beeinflusst werden. Unmittelbar nach spektakulären Attentaten ist die Furcht dementsprechend größer“, erklärt Brigitte Römstedt. Die Hälfte aller Deutschen fürchtet sich zudem vor mehr Naturkatastrophen und auch das Thema Euro-Schuldenkrise ist weiterhin präsent.

Ost/West - kein großer Unterschied

Ein gravierender Unterschied zwischen Ost und West lässt sich in der Studie nicht erkennen. Jedoch sind die Einschätzungen der Probleme unterschiedlich: die Überforderung der Behörden durch Flüchtlingen wird im Osten mit 69 Prozent, im Westen mit 62 bewertet. Auch die Angst vor überforderten Politikern ist im Osten und Süden größer (Nord 58 Prozent / Süd 64 Prozent – Ost 67 Prozent / West 60 Prozent). Auch insgesamt steigt die Angst: der „Angst-Index“, der einen Durchschnitt aller abgefragten Sorgen abbildet, stieg um einen Punkt auf 47 Prozent.

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