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Madelyn wurde nur 30 Jahre alt: Bewegender Nachruf auf Süchtige: "Für einige war sie nur ein Junkie"

Madelyn Linsenmeir verlor mit 30 Jahren den Kampf gegen die Drogen. Doch ihr Tod soll nicht umsonst gewesen sein. In einem liebevollen, aber schonungslosen Nachruf macht ihre Familie anderen Süchtigen Mut.

Oxycontin

Mit 16 probierte Madelyn auf einer Party Oxycontin-Pillen – danach kam sie nicht mehr von den Drogen los

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Madelyn Linsenmeir wurde nur 30 Jahre alt. Am 7. Oktober starb die Frau aus der Stadt Burlington im US-Bundesstaat Vermont. Sie war Mutter eines kleinen Sohnes – und sie war drogenabhängig. In einem Nachruf hat ihre Familie das Leben von Madelyn gewürdigt. Der Text, der auf dem Lokalportal "Seven Days" veröffentlicht wurde, hat sich seitdem im Internet stark verbreitet.

"Über die Toten nur Gutes", sagt das Sprichwort. Doch Madelyns Familie wollte keine heile Welt vorspielen. Deshalb erzählte sie schonungslos auch von den dunklen Seiten ihres Werdegangs. Denn für sie war Madelyn auch mit ihren Fehlern wertvoll: "Für einige war Maddie nur ein Junkie – wenn sie ihre Sucht gesehen haben, hörten sie auf, sie zu sehen. Wie viel sie verpasst haben ..."

Mit 16 nahm Madelyn zum ersten Mal Drogen

Madelyn sei eine Bühnenperson gewesen und habe wunderschön singen können. "Maddie war lustig, warm, furchtlos und widerstandsfähig", heißt es in dem Nachruf. Doch leider waren die Drogen stärker als sie. Mit 16 nahm sie zum ersten Mal auf einer Party das Mittel Oxacontin – "so begann eine Beziehung mit Rauschmitteln, die den Rest ihres Lebens bestimmen sollte". Trotz vieler Entzugsversuche sei Madelyn nie wirklich von den Drogen losgekommen und habe immer wieder Rückfälle erlitten.

Das konnte auch die Geburt ihres Sohnes Ayden im Jahr 2014 nicht ändern. Schließlich verlor sie das Sorgerecht für ihr Kind. Madelyn geriet in einen Teufelskreis, eine Spirale, die sie immer weiter nach unten zog, wie ihre Familie beschreibt: "Jede schreckliche Sache, die sie im Namen ihrer Krankheit tat, ließ ihren Schmerz und ihre Scham exponentiell wachsen." In diesem Sommer sah es zwölf Tage lang so aus, als hätte Madelyn den Durchbruch geschafft, doch dann kam der nächste Rückschlag: "Ihre Sucht hat sie verfolgt, sie hat sie uns wieder mal gestohlen."

Nicht den Drogenabhängigen sehen, sondern den Menschen

Für die Familie wiegt der Verlust ihrer Tochter, Schwester und Cousine schwer. Doch er soll nicht umsonst gewesen sein – aus diesem Grund entschieden sich die Angehörigen, mit der traurigen Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen und ein schonungsloses Bild der Sucht zu zeichnen. Sie wollen Verständnis schaffen für Abhängige, die trotzdem Menschen sind, die bei all ihren Problemen Mitgefühl und Respekt verdient haben.

In ihrem Nachruf wenden sie sich am Ende direkt an andere Süchtige: "Ihr müsst wissen, dass jeder Atemzug ein Neustart ist. Ihr müsste wissen, dass hunderttausende Familien, die jemanden verloren haben, für euch beten. Ihr müsst wissen, dass wir von ganzem Herzen daran glauben, dass ihr es schaffen könnt und es schaffen werdet."

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epp
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