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Auf Twitter geteilt: Wie diese Frau ihrer demenzkranken Mutter hilft, rührt viele

Demenzerkrankungen werden nicht umsonst "Der lange Abschied" genannt. Erinnerungen gehen den Erkrankten verloren und ihre Lieben können nur hilflos dabei zuschauen. Doch wie eine Frau ihrer erkrankten Mutter hilft, rührt nun viele Twitter-User.

Demenz: Frau kümmert sich um ältere Person

Demenz kann das alltägliche Leben für Betroffene zu einer unmöglichen Aufgabe machen

Getty Images

Laut der Non-Profit-Organisation "Alzheimer Disease International" erkrankt weltweit alle drei Sekunden ein Mensch an Demenz. Noch gibt es keine Heilung für die Erkrankung, die bei Betroffenen zu Gedächtnisverlust und Orientierungslosigkeit führt und schließlich auch den verfrühten Tod bedeuten kann.

Häufig werden Demenzerkrankungen auch "Der lange Abschied" genannt, weil sie sowohl für die leidende Person selbst als auch für ihr Umfeld viel Schmerz bedeuten. Der Betroffene ist zwar am Leben, aber nicht mehr er selbst. Wenn Erinnerungen, die vorher ganz selbstverständlich waren, langsam aber sicher davon gleiten und die gleiche Unterhaltung wieder und wieder und wieder geführt werden muss, ist die Krankheit eine Qual. 

Demenz: Schon kleine Erinnerungen können ein bisschen Erleichterung bringen

Eine Frau aus Großbritannien hat aber einen Weg gefunden, um ihrer an Demenz erkrankten Mutter wenigstens ein bisschen zu helfen. Der britische Arzt Philip Grimmer teilte auf seinem Twitter-Account ein Bild, das ein Whiteboard zeigt, auf dem die Frau ihrer Mutter einige wichtige Nachrichten hinterlassen hat. Dazu schreibt er: "Worte der Unterstützung, die eine Tochter ihrer alternden und demenzkranken Mutter hinterlassen hat. Ein einfaches Whiteboard, das in ihrem Blickfeld im Wohnzimmer steht. Dadurch sind die aufgeregten Anrufe um einiges weniger geworden."

Auf dem Brett steht:
"Deine Mahlzeiten sind schon bezahlt,
Dir geht es gut,
Deiner Familie geht es gut,
Du ziehst nicht um,

Keiner von uns zieht um,
Trink weiter, das hilft deinem Gedächtnis,

Du schuldest niemandem Geld,
Niemand ist sauer auf dich."

"So einfach und doch so genial"

Der Tweet mit dem Foto verbreitete sich schnell im Internet und wird von anderen Usern gefeiert. Viele von ihnen haben auch Familienmitglieder, die an Demenz erkrankt sind und entweder ähnliche Lösungsansätze nutzen, oder die Frau für ihren Einfallsreichtum loben. Eine Userin schreibt zum Beispiel: "Ich habe heute eine Krankenpflegerin getroffen, die sich diese Woche um einen Patienten gekümmert hatte, der die ganze Nacht wach gewesen war, weil er seine Bushaltestelle suchte – aus Angst, dass er den Bus verpassen könnte. Sie malte ein Schild, hängte es an seinen Tropf und schlief ein. So einfach und doch so genial!"

Phil Grimmers Tweet wurde inzwischen über 7000 Mal geteilt und bekam über 40.000 Likes. Bleibt zu hoffen, dass er hilft, ein bisschen mehr Bewusstsein für diese so stark verbreitete Krankheit zu schaffen.

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jgs
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