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Mobbing: Diese Frau zeigt, wie wichtig persönliche Grenzen sind

Eine Twitter-Userin erzählt, dass ihre Mutter ihr schon als Kind beigebracht hat, dass es okay ist zu gehen, wenn man sich unwohl fühlt. Heute weiß sie, wie wichtig es auch als Erwachsene ist, seine persönlichen Grenzen zu kennen und zu akzeptieren.

Mobbing: Persönliche Grenzen sind wichtig

Nicht nur beim Thema Mobbing ist es wichtig, seine persönlichen Grenzen zu kennen – und für sie einzustehen

Unsplash

Wir alle waren wahrscheinlich schon einmal bei einer Freundin oder einem Freund zum Übernachtungsbesuch oder auf einer Pyjama-Party eingeladen. Und wir alle haben uns dabei schon mal unwohl gefühlt. Vielleicht weil man nicht einschlafen konnte, oder weil jemand etwas gesagt hat, das nicht nett war. Vielleicht auch einfach nur, weil man nach Hause wollte. Aber man ist geblieben, lag die ganze Nacht wach und fühlte sich schrecklich. 

Erynn Brook hat schon als kleines Kind von ihrer Mutter gelernt, dass es vollkommen in Ordnung ist, seine persönlichen Grenzen zu stecken und für diese einzustehen. Auf Twitter erzählt sie ihre Geschichte: "Ich war vielleicht sieben und ich glaube, es war meine erste Übernachtung in einem anderen Haus. Ich erinnere mich nicht mehr an den Namen des Mädchens. Aber bevor ich los bin, sagte mir meine Mutter, dass wenn ich mich zu irgendeiner Zeit unwohl fühle, selbst wenn es mitten in der Nacht war, ich sie anrufen könne." 

Auch wenn die Eltern des anderen Mädchens schon ins Bett gegangen waren, solle sie an die Tür klopfen und nach dem Telefon fragen, ermutigte ihre Mutter sie. Wenn die Eltern die Tür nicht öffnen sollten, solle sie selbst nach dem Telefon suchen und anrufen. Sie versicherte ihr, dass sie unter keinen Umständen Ärger von ihr bekommen würde. 

Niemand muss sich für seine Grenzen entschuldigen – vor allem nicht bei Mobbing

"Ich glaube, ich wurde mit irgendetwas [von dem anderen Mädchen] aufgezogen. Es war definitiv nicht, dass ich nur nicht schlafen konnte, sondern es war etwas Zwischenmenschliches", erzählt sie weiter. Daraufhin habe sie getan, was ihre Mutter ihr gesagt hatte. Die Mutter des anderen Mädchens versuchte, Erynn zu entmutigen. "Sie sagte, es sei schon spät. Ich sagte, meiner Mutter sei das egal. Sie sagte, ich könne auf der Couch schlafen. Ich sagte, ich will nach Hause. Sie sagte, ich verärgere damit ihre Tochter. Ich sagte, dass sie gemein zu mir war." 

Sie rief ihre Mutter an. Als diese im Pyjama vor der Tür stand, entschuldigte sich die Mutter des anderen Mädchens dafür, dass Erynn angerufen hatte. Doch Erynns Mutter hob nur die Hand und sagte: "Entschuldigen Sie sich nicht für meine Tochter. Ich will, dass sie weiß, dass sie gehen darf und ich immer für sie da bin." Dieses Gefühl habe ihr ihre Mutter in vielen Situationen gegeben, besonders wenn es um das Thema Mobbing ging. "Ich erinnere mich an drei Freunde, die in unserem Flur mit ihren gepackten Taschen sitzen und darauf warten, von ihren Eltern abgeholt zu werden, nachdem ich ihnen gesagt habe 'aus meinem Haus zu verschwinden', weil sie mich gehänselt und gemobbt haben." 

"Es war und ist immer noch radikal"

"Ich kann nicht sagen, dass ich immer meinem Bauchgefühl bei meinen Grenzen und meinem Unwohlsein gefolgt bin. Ich kann nicht sagen, dass ich nie etwas einfach runtergeschluckt habe, um es anderen bequem zu machen. Aber ich kann sagen, was meine Mutter mir beigebracht hat, war wichtig. Es war und ist immer noch radikal", schreibt sie. "Es ist radikal Grenzen zu haben. Und sie auszuüben." Drei Dinge seien besonders wichtig in dem, was ihre Mutter getan habe: Sie habe ihr immer explizit gesagt, dass sie gehen darf, wenn sie will. Sie habe die Entscheidungen ihrer Tochter nie hinterfragt oder habe in Erwägung gezogen, dass sie überreagiert. Und: Sie sei immer aufgetaucht.

Erynns Twitter-Thread geht im Netz viral, wurde über 11.000 Mal retweetet und von 26.000 Menschen geliked. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, seine eigenen Grenzen zu kennen und für sie einzustehen, auch wenn es für andere unbequem ist. Niemand sollte sich quälen, wenn er oder sie sich unwohl fühlt. Vor allem nicht beim Thema Mobbing. Ihre Mutter ist ein tolles Beispiel dafür, wie Eltern ihre Kinder in schwierigen Situationen unterstützen können. 

"Falls dir das noch nie jemand gesagt hat (oder wenn du eine Erinnerung daran brauchst): Du hast das Recht zu gehen!", schreibt Erynn. "Du kannst ein Date verlassen, eine Party, einen Job, ein Meeting, eine Verpflichtung. Du hast die Erlaubnis. Wenn du dir Sorgen darum machst, dass du dein Wort nicht halten kannst, dann erinnere dich daran, dass deine Grenzen auch dein Wort sind, deine Integrität."

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