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Interview

Anti-Gewalt-Coach: "Mobbing zerstört die Seele": Carsten Stahl ging durch die Hölle, dann änderte er sein Leben radikal

Gewalt und Mobbing sind trauriger Alltag auf deutschen Schulhöfen. Carsten Stahl weiß, wie sich das anfühlt, er war selbst Opfer und wurde später zum Täter. Nach Jahren in der Berliner Unterwelt kämpft er heute gegen Gewalt und Ausgrenzung.

Von Linda Göttner

Carsten Stahl steht vor einer Gruppe von Schülern

Die Aufklärung über Mobbing und Gewalt ist Carsten Stahls Berufung. Er gibt in ganz Deutschland Seminare.

Wer mit Carsten Stahl spricht, merkt schnell: Der Mann meint es ernst. Wenn der große, muskulöse Berliner über redet, dann spricht aus ihm sein ganzes Herz. Es ist zu seiner Lebensaufgabe geworden, über Ausgrenzung und Gewalt in Schulen aufzuklären und für ein tolerantes und respektvolles Miteinander zu kämpfen. Denn er weiß, wovon er spricht. Er ist gezeichnet, hat selbst erlebt, wie es sich anfühlt, am Boden zu liegen. Und wie es ist, zurückzuschlagen. Wenn er seine Geschichte erzählt, merken die Schüler, dass er einer von ihnen ist. Und genau das ist der Schlüssel. Der stern hat mit ihm über seine Vergangenheit und seine jetzige Berufung gesprochen.

Sie engagieren sich unter anderem gegen Mobbing, weil Sie als Kind selbst zum Opfer wurden. Wie haben Sie Mobbing erlebt?
Mobbing war ein großer Bestandteil meiner Kindheit, weil ich selbst als Zehnjähriger von einer Gruppe von fünf Jungen extrem gemobbt wurde. Ich war ein kleinerer, etwas dicklicher Junge mit leicht rötlichen Haaren und Sommersprossen. Ich hatte nichts Falsches getan, sondern war lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort. Du kannst dich für noch so cool halten, noch so stark sein, noch so in sein: Wenn eine Gruppe sich gegen dich wendet, stehst du außen. Ich wurde erst beleidigt, geschubst, dann irgendwann geschlagen, erniedrigt und ausgelacht. 

Das haben andere gesehen. Aber alle hatten Schiss, dass es ihnen ebenso ergeht, wenn sie helfen. Also schauten sie lieber aus Angst weg, statt einzugreifen oder Hilfe zu holen. Ich habe mich meinen Eltern nicht anvertraut. Mir wurde gesagt: „Wenn du es deinen Eltern erzählst, schneiden wir deiner die Kehle durch.“ Wenn man das einem Zehnjährigen sagt, den man tagtäglich drangsaliert, schlägt, auslacht und bedroht, der auf dem Boden liegt und sich vor Schmerzen krümmt, dann glaubt er das. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Das Mobbing gipfelte irgendwann in einem einschneidenden Erlebnis. Wie sah das aus?
Was mir da passiert ist, hätte jeden Menschen zerstört. Ich wurde als Zehnjähriger in eine drei Meter tiefe Grube geschubst. Vorher hatte ich die anderen noch angebettelt, mir nichts anzutun. Aber es gibt immer einen, der anführt und viele, die mitmachen. Das ist Gruppenzwang. Der eine stieß mich ohne zu zögern vor die Brust, ich fiel durch die Absperrung drei Meter tief in ein Loch, ganz knapp an Rohren und Steinen vorbei, brach mir dabei die Rippen, biss mir auf die Zunge und auf die Lippen, blutete ohne Ende und konnte nicht atmen. Und dann guckten sie runter und fingen an zu lachen. Sie lachten mich aus, wie ich mich vor Schmerzen krümmte. Und wenn man sich dann vorstellt, dass ein 15-Jähriger auf dich herunter pinkelt und alle anderen mitmachen, dann ist das eine solche Erniedrigung, eine tiefe Verletzung der Menschenwürde. 

Das hat mich sehr geprägt. Ich habe das nie richtig vergessen und verarbeitet. So etwas verarbeitet man nicht, man versucht es zu verdrängen, man schiebt es ganz nach hinten. Und machen wir uns nichts vor: Welcher Promi, welcher Typ, der so aussieht wie ich, würde zugeben, ein Opfer zu sein? Aber genau darin liegt meine Stärke heute: Die lernen durch mich, dass es okay ist, das zuzugeben. Es ist sogar mutig. Und deswegen outen sich mir gegenüber so viele Kinder, gemobbt worden zu sein und es auch selber zu tun. Denn auch ich bin irgendwann vom Opfer zum Mittäter, zum Täter, zum Intensivtäter, zum Kriminellen geworden.

Warum ist das passiert?
Weil es zwei Arten von Mobbingopfern gibt. Es gibt die, die daran zerbrechen, die depressiv werden, deren Selbstwertgefühl gegen null läuft, die Selbstmordgedanken haben. Jeden zweiten Tag bringt sich in ein Kind deswegen um. Oder die, die merken, dass sie mit Bitten und Flehen nicht da rauskommen. Die irgendwann zurückschlagen oder mitmachen und Teil der Gruppe werden. Weil sie lieber in Kauf nehmen, sozial stark zu sein und andere fertig zu machen als selbst zum Opfer zu werden. 

Oder sie schlagen irgendwann so hart zu, dass sie selbst zum Täter werden. Ich habe mich irgendwann gewehrt und gemerkt, dass sie mich dann in Ruhe lassen. Dadurch habe ich gelernt, was Tausende von Kindern heute auch auf dem Schulhof lernen: Wenn du zurückschlägst, lassen sie dich in Frieden. Du lernst also, dass Gewalt hilft. Das ist das Falscheste, was man lernen kann.

Jeden zweiten Tag bringt sich in Deutschland ein Kind wegen Mobbing um

Nach Jahren im Untergrund haben Sie sich irgendwann gegen den Weg der Gewalt entschieden und sind zum Coach gegen Mobbing und Gewalt geworden. Was war der Beweggrund zur Umkehr?
Dass mein eigener Sohn nach zwei Tagen Grundschule mit blutiger Lippe und Nase in meinen Armen lag und mich anflehte: „Papa schick mich da nie wieder hin. Ich habe nichts gemacht und die haben mir wehgetan. Warum Papa?“ Mein sechsjähriger Sohn ist von vier anderen Kindern ohne Grund getreten und geschlagen worden. Plötzlich habe ich mich als weinenden, hilflosen Jungen vor Augen gesehen. Und ich wusste, dass ich vom Opfer zum Täter geworden bin und das wollte ich für mein Kind nicht. Dagegen musste etwas getan werden. 

Ich wollte an der Schule meines Sohnes mit dem Direktor reden, doch der hat stellvertretend für das Schulsystem das Thema relativiert, heruntergespielt und verharmlost. Er wollte sogar eine Schuldumkehr machen und sagte: „Wir müssen erst einmal schauen, was Ihr Sohn gemacht hat.“ Nach Tausenden Gesprächen, die ich schon geführt habe, kann ich sagen, dass dieses Verhalten System hat. Die Lehrer reagieren regelmäßig so, viele schauen weg. Aber langsam bricht es auf, durch meine Arbeit und durch viele Eltern, die jetzt endlich den Mund auf machen.

Carsten Stahl zeigt Daumen hoch vor einem Banner, hinter dem eine Gruppe Menschen auf einer Tribüne steht

Mit Gewaltprävention und der Vermittlung von Respekt und Toleranz legt Carsten Stahl die Grundlage gegen Mobbing

Was sind die Mechanismen von Mobbing?
Man stelle sich einen Kreis vor, der die Gemeinschaft darstellt. Das kann die Klasse, die Schule aber auch unser ganzes Land sein. In der Mitte sind die Coolen, die Starken, die Anerkannten, die Beliebten. Die mit den besseren Klamotten oder Handys, die denken, besser auszusehen, vielleicht cleverer sind, besser Fußball spielen können oder sich aus sonst einem Grund privilegiert fühlen. Um sie herum sind lauter Mitläufer, Mitmacher oder Wegseher. Die, die so sein wollen wie die Coolen und auf jeden Fall zur Gemeinschaft gehören wollen. Außerhalb des Kreises sind die, die nicht so cool oder schlank sind, nicht Heidi Klums Modelmaßen entsprechen, eine Brille tragen oder nicht Fußball spielen können. Die werden von allen in der Mitte tagtäglich ausgegrenzt. Dazu kommen die fünf Pfeiler von Mobbing:
Beleidigungen. Das sind keine Worte, das sind Kugeln, die der Mund als Waffe auf Menschen und ihre Seelen abfeuert.
Lästern und hinter dem Rücken Lügen zu verbreiten. Das wird heute sehr stark von Mädchen und oft im Internet bei Whatsapp und Co. gemacht.
Körperliche Gewalt, das Schlagen, Treten, Schubsen, Beinstellen.
Diebstahl: Es werden Sachen weggenommen und kaputt gemacht.
Auslachen.

Das alles mündet in Demütigung, Isolierung und Ausgrenzung. Mobbing zerstört die Seele eines Menschen. Das ist keine Frage von Dauer. Viele fragen immer: Wann beginnt denn Mobbing? In dem Moment, wo du für dich entscheidest, dass deine Würde verletzt wird und du sagst „Lass das sein“, doch der Täter verletzt dich noch einmal. Beim zweiten Mal ist es Mobbing. Ich hatte 30.0000 Schüler in allen Bundesländern und allen verschiedenen Schularten in Seminaren. 90 Prozent aller meiner Schüler ab der dritten Klasse haben in meinem Seminar zugegeben, dass sie schon Opfer von Mobbing waren. 90 Prozent – meistens die gleichen – waren schon Täter und Mittäter. 60 bis 70 Prozent haben weggeschaut, weil sie Angst hatten, dass es ihnen sonst auch passiert.

Gibt es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen?
Nein. Die Mädchen sind heute ähnlich gewalttätig wie die Jungs, was man in vielen Internetvideos sieht. Grundsätzlich ist bei Jungs die Gewalt immer da, denn sie messen sich körperlich. Wir reden auch nicht darüber, den sozialen Stand durch Kräftemessen auszumachen – das ist alles normal. Aber wenn Menschen gedemütigt werden, ist es Mobbing.

Wie haben soziale Netzwerke Mobbing verändert?
Die neue Form des Mobbings im Internet ist heimlich, hinterlistig und anonym. Man kann mit einem Knopfdruck in fünf Minuten die Seele eines Menschen zerstören. Cybermobbing zerfetzt die Seele eines Menschen und das heilt nie wieder.

Wie sieht der Umgang mit Mobbing in Deutschland aus?
Im deutschen Grundgesetz steht: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deshalb verstehe ich das Bildungssystem und auch die Politiker nicht, dass sie diesen Paragraphen nicht anwenden und zulassen, dass jede Woche 500.000 bis eine Millionen Schüler in Deutschland Opfer von Mobbing und Gewalt werden. Dass das System zulässt, dass sich jeden zweiten Tag in Deutschland Kinder wegen der Entwürdigung ihrer Seele das Leben nehmen.

Es gibt Lehrer und Direktoren, die sagen, wir haben kein Mobbing in der Schule und den Eltern verbieten, darüber zu sprechen. Jeder Direktor, jeder Lehrer und jeder Politiker, der in Deutschland sagt, wir haben kein Problem mit Mobbing an unserer Schule, der lügt aus Angst, als Problemschule dazustehen. Es gibt aber keine Problemschulen, sondern in unserer Gesellschaft ein Problem mit Mobbing, Vorurteilen, Gewalt und Ausgrenzung.

Ich bin 250 Tage im Jahr in den letzten vier Jahren tagtäglich an Schulen. Viele Sozialarbeiter und Lehrer schweigen leider, weil sie Angst haben von oben Druck zu kriegen, wenn sie den Mund aufmachen. Das System lässt die Lehrer vollkommen im Stich. Sie müssten sich schon im Studium mit dem Thema Mobbing auseinandersetzen. Schließlich werden sie tagtäglich damit konfrontiert, auch gegen sich selbst.

Wie klären Sie in Ihren Seminaren über Mobbing auf und wirken dem entgegen?
In nehme in vielen meiner Kurse der Gruppendynamik die Energie. Denn Täter nähren sich aus der Energie der Mittäter, weil diese wegschauen und mitlachen. Nimmst du den Tätern die Unterstützung der Mittäter, dann kriegen sie nicht mehr ihre Bühne. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Täter hört auf oder grenzt sich selber aus. Damit stärkt man die Opfer. Der größte Fehler, der in Deutschland begangen wird, und daran sieht man auch die Hilflosigkeit und das Versagen des Systems, ist es, Opfer von den Schulen zu nehmen. So signalisiert man den Tätern, dass sie jeden, den sie nicht mögen oder raus haben wollen, fertig machen können. Damit gewinnen die Täter und das Problem ist nicht behoben. Sie suchen sich danach nur den Nächsten.

Carsten Stahl mit erhobenem Arm vor einer Gruppe Schüler, die auch den Arm heben

Carsten Stahl gibt unter anderem an Schulen zweitägige Seminare – das sogenannte Camp Stahl

Was ist Ihr wichtigster Tipp in den Seminaren?
Das Allerwichtigste ist hinschauen, handeln und nicht mitmachen. Der Schlüssel gegen Mobbing sind keine Diplome und großen Titel. Im Gegenteil, Kinder schrecken die eher ab. Der Schlüssel gegen Mobbing ist das Herz. Wenn man Menschen im Herzen berührt, öffnen sie ihren Verstand und sehen und verstehen, was sie schon längst wissen. Das ist meine Gabe. 

Warum vertrauen die Jugendlichen Ihnen?

Weil ich einer von ihnen bin. Das sage ich ihnen auch sofort und schwöre ihnen, dass ich sie nicht belüge. Ich bin ehrlich und authentisch, ich öffne ihnen mein Herz und innerhalb von drei Stunden spüren sie das. Ich erzähle meine Geschichte. Die Jugendlichen sind so dankbar, dass ich mich ihnen gegenüber öffne, dass dadurch eine ganz enge Bindung entsteht. Ich kann meine Vergangenheit nicht ändern, aber ich sehe es als meine Pflicht an, ein Vorbild zu sein. Ich tue alles dafür, dass andere Kinder nicht den gleichen Schaden nehmen. Viele Experten sind bei dem Thema oft sehr vorsichtig, weil sie nicht ins Aus wollen. Ich bin im Aus. Ich werde nie wieder weiß und ich war mal schwarz, aber jetzt bin ich grau. Und als Grauer kann ich überall hin. Ich kann sowohl zu den Tätern als auch zu den Opfern. So bin ich wie ein Vermittler. Das ist meine Berufung.

Ich werde nie wieder weiß und ich war mal schwarz, aber jetzt bin ich grau. Und als Grauer kann ich überall hin. Ich kann sowohl zu den Tätern als auch zu den Opfern.

Was war Ihre prägendste Erfahrung im Seminar?

Viele Kinder kommen nach dem Seminar zu mir und bedanken sich, umarmen mich und sagen mir, ich hätte ihnen Hoffnung gemacht, meine Worte hätten ihnen geholfen und sie fühlten sich nicht mehr alleine. Es haben mir schon mehrere Kinder gesagt: „Du hast mein Leben gerettet.“ Aber das Prägendste war, als ein Mädchen mit einem Tuch um den Hals zu mir kam. Sie zog das Tuch herunter und zeigte mir, dass sie eine Strangulationsverletzung hatte. Ich kann mir vorstellen, dass sie versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Sie sagte: „Deine Worte haben mich befreit.“ Ich habe angefangen zu weinen und das Kind umarmt.

Wie könnten Schulen dem Mobbing besser vorbeugen?
Erst einmal muss man die Wahrheit kennen. Viele Schulen argumentieren, dass sie einen Schulpsychologen und einen Schulsozialarbeiter haben. Die Wahrheit ist aber, dass viele Schulen gar keinen haben. Viele haben auch nur einen Sozialarbeiter, der für zwei Schulen zuständig ist und 30 Stunden arbeitet. In Berlin kommt auf 350 Schüler ein Schulpsychologe. In Brandenburg gibt es einen für 1000 Schüler. In Sachsen-Anhalt und den anderen neuen Bundesländern kommt teilweise auf über 10.000 Schüler nur einer. Ich fordere, dass an jeder Schule in Deutschland mindestens ein festangestellter Sozialarbeiter sein muss

An alle Experten: Es geht nicht darum, wer den Kindern hilft, sondern dass wir helfen. Besonders die Lehrer: Habt den Mut, euch endlich aufzulehnen. Die Kinder sind eure Schutzbefohlenen und wenn ihr wisst, dass gemobbt wird, und ein Kind alleine ist und sich das Leben nimmt, dann klebt an euren Händen Blut. Denn ihr wusstet es. 

Was wären Strategien, um in sozialen Netzwerken Mobbing einzuschränken?
Man sollte den Kindern erst einmal den richtigen Umgang mit Handys zeigen. Mittlerweile haben die meisten schon in der Grundschule eins. Man muss ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die digitale Welt gefährlich ist. Ich wäre beispielsweise dafür, FSK18 für gewaltverherrlichende Spiele und Gewalt in der Musik einzuführen. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft im Hinblick auf Mobbing in der Gesellschaft?
Ich wünsche mir, dass wir es schaffen, ein Bewusstsein in Deutschland gegen Mobbing zu schaffen. Dass die Lehrer und Direktoren sich dem Thema öffnen, sich helfen lassen und es nicht mehr verschweigen. Dass das Bildungsministerium und auch alle Politiker sich diesem Thema annehmen und es auf ihrer Agenda höher platzieren. Es muss auch mehr Geld für die Arbeit gegen Mobbing zur Verfügung stehen. Wir alle zahlen mit den Krankenkassenbeiträgen in einen Fond für diverse Präventionsarbeit ein. Aber eine Anti-Mobbing-Arbeit wird daraus nicht bezahlt. Um etwas zu verändern, brauchen wir viele Ansätze. Ich bin ein Ansatz. Aber lasst uns auch mit Polizei und Psychologen zusammensetzen, um gute, wirksame, nachhaltige Projekte zu schaffen. Wir arbeiten momentan nicht miteinander, sondern gegeneinander. Es ist Zeit umzudenken und gemeinsam neue Weg zu gehen.

 

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