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#BullyMe: "Die Angst bleibt": Mobbing-Opfer teilen auf Twitter ihre Erfahrungen – und klagen an

Unter dem Hashtag #BullyMe berichten Mobbing-Opfer in den sozialen Medien, was sie durchmachen müssen oder mussten. Dabei wird deutlich, dass die meisten von ihnen noch viele Jahre später leiden.

Mobbing

"Es waren die kleinen Dinge": Wer Mobbing persönlich erlebt, wird das erniedrigende Gefühl oft nicht wieder los (Symbolbild)

Mobbing wird gerne unterschätzt. Aber jeder Betroffene, der die seelische Misshandlung düuch Mitschüler, Kollegen oder Vorgesetzte schon einmal erfahren musste, weiß: Mobbing ist kein dummer Spruch, kein blöder Spaß. Mobbing ist auch keine Phase, die schon wieder vorbeigehen wird. Vielmehr verursacht Mobbing psychische Verletzungen, unter denen die Opfer noch Jahre später leiden.

Das ist auch eine der Hauptaussagen vieler User, die zurzeit via Twitter unter dem Hashtag #BullyMe ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Thema teilen: Auch Erwachsene, bei denen das Mobbing teilweise bis in die Schulzeit zurückliegt, werden das Gefühl der Erniedrigung auch nach Jahrzehnten einfach nicht los. Mit ihren Tweets versuchen sie ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Mobbing kein Kavaliersdelikt ist, sondern nicht selten Schäden fürs Leben verursachen kann.

Mobbing: "Blicke, Getuschel, Spott"

"Auch nach 10 Jahren noch keine Komplimente annehmen können, weil man meint, sie nicht verdient zu haben", schreibt eine Userin. "Das macht Mobbing mit einem. Es geht einfach nicht weg." Eine Betroffene beschreibt ihr Leben mit der traumatischen Erfahrung so: "Heute bin ich 36. Noch immer jedoch bin ich zwölf, sobald ich an Teenagern vorbei muss. Fühle Blicke, höre Getuschel, sehe Spott in den Gesichtern."

Häufig ist in den Tweets deshalb auch die dringende Aufforderung an die Eltern zu lesen: "Nehmt eure Kinder ernst!" Das gilt auch für die Lehrer, die an den Schulen eingreifen müssen: "Eure Schüler würden kaum nach Hilfe fragen, wenn sie noch Hoffnung hätten, es allein zu schaffen", schreibt ein User.

Wir haben einige der Geschichten für euch gesammelt, die unter #BullyMe bei Twitter zu finden sind – persönliche Erlebnisse, allgemeine Einschätzungen, aber auch Kritik an allen, die sich wegen unterlassener Hilfeleistung mitschuldig machen:

1,8 Millionen Menschen Opfer am Arbeitsplatz

In Deutschland sind 15,7 Prozent der 15-Jährigen Opfer regelmäßigen Mobbings durch Mitschüler. Am Arbeitsplatz sollen es laut Verdi rund 1,8 Mil­li­onen Menschen sein, wobei in mehr als der Hälfte der Fälle die Vorgesetzten dafür verantwortlich sind.

Bei den Opfern kann Mobbing schwerwiegende Depressionen verursachen. Betroffene finden unter der Telefonnummer 0800 111 0 111 oder im Chat auf der Website der Telefonseelsorge Hilfestellung und weitere Informationen, was sie unternehmen können. Sie finden zudem Ansprechpartner bei folgenden Initiativen:

Sicher-Stark-Initiative

Mobbing – Schluss damit

Beratung4Kids

Schüler gegen Mobbing

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tim
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