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Todd Latourette: Für bessere Rollen: "Better Call Saul"-Schauspieler schnitt sich eigene Hand ab

Was der Druck in der Filmindustrie mit Schauspielern machen kann, zeigt die Geschichte von Todd Latourette. Er gestand nun in einem Interview, sich vor 17 Jahren während einer "psychotischen Episode" selbst die Hand abgetrennt zu haben – um an bessere Rollen zu kommen. 

Todd Latourette bei seinem kurzen Auftritt in der vierten Staffel von "Better Call Saul"

Todd Latourette bei seinem kurzen Auftritt in der vierten Staffel von "Better Call Saul"

Das Schauspiel-Business ist hart. Besonders in Städten wie Los Angeles ist gefühlt jeder zweite Kellner Schauspieler und jeder Kinoarbeiter hält in der Hosentasche einen Lebenslauf bereit, nur falls durch irgendeinen Zufall ein wichtiger Casting-Direktor durch die Tür spazieren sollte.

Da ist es dringend nötig, sich als angehender Schauspieler hervorzutun, wenn man in die Riege derer aufsteigen will, die tatsächlich von ihrer Kunst leben können. Doch was Todd Latourette vor sieben Jahren machte, geht etwa eine Million Schritte zu weit. In einem Interview mit dem lokalen TV-Sender "KOB4" gestand er nun, sich vor 17 Jahren mit einer Säge die Hand abgetrennt zu haben. Daraufhin habe er sich als Kriegsveteran ausgegeben, was dazu geführt habe, dass er für Filmemacher interessanter wurde: "In der Filmindustrie sah man mich mit anderen Augen. Ich war anders als die anderen und das gefiel ihnen."

Laut eigener Aussage ist Latourette bipolar, hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls aufgehört, seine Medikamente zu nehmen, was dazu führte, dass die Idee über Tage zu einem Plan wurde. Er sei sich sicher, dass es sich damals um eine "psychotische Episode" gehandelt habe, so Latourette in dem Interview.

"Ich mache mir hiermit meine Karriere als Schauspieler kaputt"

Zwar sah man den Schauspieler in den letzten Jahren in kleineren Rollen wie "Männer, die auf Ziegen starren", "Killer Women" und zuletzt in "Better Call Saul", doch so wirklich wollte seine Karriere nie abheben. Und wenn man Todd glaubt, wird sie das nun erst recht nicht mehr: "Ich mache mir hiermit meine Karriere kaputt. Wenn irgendjemand glaubt, dass ich mich hiermit hervortun will, dann liegt er falsch. Ich verdränge mich gerade selbst aus der New-Mexico-Filmindustrie. Aber ich mache es gerne, um sagen zu können, was ich sagen will."

Er könne einfach nicht mehr mit der Lüge leben, so Latourette. Besonders mit der Tatsache, dass viele Menschen glauben würden, dass er bei einem Auslandseinsatz mit der Armee verwundet wurde. Außerdem hoffe er, mit seinem Geständnis anderen Menschen helfen zu können, die ebenfalls unter psychischen Erkrankungen leiden: "Die Macht ist in deinen Händen, deine Tabletten regelmäßig zu nehmen. Damit so etwas wie das hier niemand anderem passieren muss. Weil es schneller passiert als man denkt."

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jgs
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