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"The Vagina Bible": Schmutzige Sprache? Warum Social-Media-Plattformen dieses Buch zensieren

Ein US-Verlag wirft großen Social-Media-Plattformen vor, Werbung für ein Buch geblockt zu haben, weil dort das Wort "Vagina" vorkam. Viele User finden das Vorgehen der Plattformen lächerlich.

Ein rosafarbener, geöffneter Reißverschluss und dazu der Titel "The Vagina Bible" – diese Kombination löst wahrscheinlich in jedem Biologieunterricht der sechsten Klasse Gekicher aus. Aber auch bei den Werbeprüfern von Twitter, Facebook und Co. haben Bild und Text für Reaktionen gesorgt: Wie die "BBC" berichtet, blockten die Plattformen die Werbung des "Kensington Books"- Verlages, der die "Vagina Bible" verlegt. Die Begründung: Es sei obszöne Sprache verwendet worden oder Werbung für Sexprodukte und Dienstleitungen für Erwachsene.

Das Buch stammt von der bekannten US-Gynäkologin Jennifer Gunter, die damit gesundheitliche Aufklärung für Frauen betreiben will. "Vagina ist ein anatomischer Begriff. Wenn man dieses Wort nicht verwenden darf, heißt das, dass es immer noch mit Scham besetzt ist. Das ist ein patriarchalisches Relikt, von dem ich die Nase voll habe", sagte die Ärztin gegenüber der "BBC".

Versehen oder Absicht?

Twitter betonte, dass Verweise auf Fortpflanzungsorgane nicht verboten seien. Dass die Anzeigen geblockt worden seien, sei eine Mischung aus menschlichem Versagen und Regelverstößen gewesen. Facebook gab an, man untersuche die Vorwürfe. Einige Posts wurden später freigegeben. Auch das Vagina-Museum, das in diesem Jahr in Großbritannien eröffnet werden soll, gab gegenüber der "BBC" an, ähnliche Reaktionen auf ihre Posts von den großen Social-Media-Plattformen erhalten zu haben.

Viele Unser kritisierten das Vorgehen von Facebook und Co. "Vagina ist ein anatomischer Begriff und kein schmutziges Wort“, schrieb ein Twitter-User. Lasst uns Fakten von Fiction trennen." "Hieße das ganze 'Penis-Bible' hätten sie wahrscheinlich Plakate aufgestellt", meint ein anderer. Und auch andere Experten meldeten sich in der Diskussion zu Wort.

Die Psychologin Dr. Jessica Eaton beispielsweise tweetete über ihre Erfahrung bei einer Sexualkunde-Fortbildung für Lehrer. "Wir hatten ein Meeting und kamen alle zu dem Schluss, dass es uns deutlich leichter viel, das Wort Penis auszusprechen als Vagina."

lau
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