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Freitag, der 13.

Ticks und Zwänge: Entschuldigen Sie die Störung! Vier Menschen berichten von ihren kleinen Neurosen

Vom Ohrenhaarezupfen-beim-Tatort-gucken bis Keine-Haltegriffe-in-Bus-und-Bahn-anfassen: Fast jeder pflegt kleine Rituale, die bisweilen seltsame Blüten treiben. Kleine Erfahrungsberichte von Betroffenen.

Tücken des Alltags: Manche Menschen kostet es große Überwindung, sich an den Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln festzuhalten

Tücken des Alltags: Manche Menschen kostet es große Überwindung, sich an den Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln festzuhalten

Eines vorweg: Dieser Text handelt nicht von Zwangsstörungen. Als solche werden Handlungsmuster bezeichnet, die den Alltag der Betroffenen gegen ihren Willen stark behindern. Die "Klassiker" unter diesen Zwängen sind unter anderem: exzessives Sammeln und Ordnen, zigfaches An- und Ausschalten des Lichtschalters, Waschzwang.

So schlimm steht es um die folgenden "Patienten" zum nicht. Zwar treiben die kleinen Rituale, die sie durchaus gewissenhaft pflegen, bisweilen seltsame Blüten. Allerdings handelt es sich um vergleichsweise harmlose Neurosen, die in Sachen Intensität und Zeitaufwand nicht mit ernst zu nehmenden Zwangshandlungen zu vergleichen sind. Noch nicht? Nein, die Betroffenen sind sich sicher, ihre kleinen Macken im Griff zu haben – und können sogar über sie lachen. Und ihre Partner (manchmal) auch.

Boris (34): Zupft Ohrenhaare beim "Tatort"

Meine Freundin und ich sind seit über acht Jahren zusammen. Sie ist sechs Jahre jünger als ich, hat aber trotzdem viel mehr Spaß an ein bisschen Spießigkeit als ich. Also hat sie irgendwann angefangen, am Sonntagabend den "Tatort" zu schauen. Ich habe mich zuerst dagegen gesträubt, musste mir aber irgendwann eingestehen, an diesem Wochentag um diese Uhrzeit auch nichts Besseres zu tun zu haben. Seitdem gucke ich mit. Inzwischen kenne ich mich auch ganz gut aus: Ich mag die Dortmunder und die Münchner, verstehe aber beim besten Willen nicht, warum alle die Münsteraner so witzig finden. Wie auch immer. Jedenfalls fesselt mich kein "Tatort" so sehr, dass ich mich nicht nebenbei noch auf was anderes konzentrieren könnte. Seitdem zupfe ich währenddessen immer meine Ohrenhaare – nicht über die kompletten 90 Minuten, aber auf jeden Fall im Laufe der Ausstrahlung. Nie davor oder danach oder an einem anderen Tag der Woche.

Warum die Ohrenhaare? Mit ist schon klar, dass bei mir da keine Büschel wachsen, erst recht nicht aus den Ohren - aber ich habe zum Beispiel viele kleine helle Härchen auf der Ohrmuschel, die mich irgendwie stören. Die knipse ich dann ganz in Ruhe gewissenhaft ab. Meine Freundin stört es nicht. Sie lacht mich für meinen Tick manchmal aus, aber das kann ich ihr nicht verübeln. Sie sagt: "Solange du deine Finger- oder Fußnägel nicht auf dem Sofa schneidest, ist alles in Ordnung." Da kann ich sie beruhigen. Ob ich einen "Tatort" auch ohne Ohrenhaarezupfen überstehen würde? Klar. Ganz bestimmt. Aber warum sollte ich?

Lara (23): Hat immer frische Haargummis griffbereit

Ich gehe nie ohne zehn bis 15 Haargummis aus dem Haus. Meistens trage ich mindestens fünf davon direkt am Handgelenk. Das fällt nicht auf – zumindest sieht es nicht so aus wie bei Wolfgang Petry und seinen Freundschaftsbändern, dafür sind die Haargummis ja auch viel zu dünn. Ich trage nun mal immer einen Zopf. Die Haargummis wechsele ich in unregelmäßigen Abständen, ich habe da kein festes Zeitschema: manchmal schon nach einer halben Stunde, manchmal auch zwei Stunden gar nicht. Aber den ganzen Tag dasselbe Haargummi – das würde gar nicht gehen. Natürlich habe ich die Dinger in allen Farben des Regenbogens, insgesamt beläuft sich mein Vorrat auf ungefähr 100 Stück. Es würde wohl auch mit einer kleineren Auswahl funktionieren, aber ich stehe auf Abwechslung.

Einen ähnlichen Tick hatte ich schon als kleines Mädchen: Damals brauchte ich alle paar Minuten einen frischen Schnuller. Sobald ich den alten auch nur ein bisschen abgenuckelt hatte, musste ein frisches, kaltes Exemplar her. Der Tick ist vielleicht etwas nachvollziehbarer als der mit den Haargummis, aber dafür habe ich mir die Schnuller auch erst mit fünf Jahren abgewöhnt. Mein Vorrat war damals entsprechend groß – nicht so groß wie heute bei den Haargummis, aber 20 Stück hatte ich bestimmt. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ich sie alle auf einmal in den Mülleimer warf. Ich fühlte mich von einem Moment auf den anderen einfach zu alt für Schnuller. Ich kann mich nicht mehr an viele Momente aus meiner frühen Kindheit erinnern, aber wie ich die Schnuller entsorgt habe – das weiß ich heute noch ganz genau. Vielleicht lasse ich mir die Haare ja irgendwann kurz schneiden, dann würde ich es mit den Haargummis genauso machen wie damals mit den Schnullern. Wenn ich sie nicht mehr brauche, habe ich kein Problem damit, Dinge wegzuwerfen – egal, wie wichtig sie mir irgendwann einmal waren.

Hannes (33): Will keine Haltegriffe in Bus und Bahn anfassen

Was öffentliche Verkehrsmittel betrifft, war ich schon immer pingelig. Ich fühle mich in Bussen oder Bahnen einfach immer irgendwie eklig: So viele fremde Menschen, so schlechte feuchte Luft. Früher habe ich mich vor Fahrkartenautomaten geekelt und tatsächlich immer meine Begleitungen – den Kumpel oder die Freundin – gebeten, mir ein Ticket zu ziehen. Das habe ich inzwischen im Griff, denn dafür bin ich dann doch zu oft alleine unterwegs. Und wildfremde Menschen fragen, ob sie mir einer Fahrkarte holen – so schlimm steht es dann doch nicht um mich.

Was ich aber immer noch vermeide, ist das Berühren der Haltegriffe in Bus oder Bahn. Ich muss mir jedes Mal vorstellen, wer da vorher mit seiner Hand dran war. Und dann kann ich mich einfach nicht mehr an den Dingern festhalten. Ich gebe zu, es bedarf einer gewissen Routine und eines gewissen Trainings – aber ich bin Skater und Surfer und deshalb fällt es mir relativ leicht "freihändig" zu fahren, auch auf kurvigen Bahnstrecken. Die größte Herausforderung sind ohnehin unbegabte Busfahrer, die abrupt bremsen oder anfahren. Das bringt manchmal sogar mich aus dem Gleichgewicht.

Lukas (27): Trinkt sein Bier nur aus der Teetasse

Es kommt doch immer darauf an, welches Getränk man aus welchem Behälter trinkt, oder?! Beispiel: Ich liebe Cola aus der Dose, aber aus der Plastikflasche schmeckt es mir überhaupt nicht. Ich kann auch nicht verstehen, wie manche Menschen Wein aus dem Tetra-Pak trinken. Wie auch immer: Vor zwei Jahren bin ich nach einer schlimmen Trennung Hals über Kopf bei meiner Freundin ausgezogen. Fast alles ließ ich dabei in unserer alten gemeinsamen Wohnung zurück. In meiner neuen Junggesellenbude hatte ich deshalb nicht viel mehr als eine Matratze. Auch mein Bierglas hatte ich bei der Ex gelassen, also gönnte ich mir eines Abends ein Astra aus der Teetasse. Ich kann es gar nicht so genau erklären, aber es schmeckte mir so unglaublich gut – es war die reine Offenbarung. Fast wie frisch gezapft. Vielleicht war es auch ein bisschen das Gefühl der neuen Freiheit, der Beginn eines neuen Lebensabschnitts und so. Ist mir schon klar, dass das irgendwie nach Quatsch klingt, aber so fühlte es sich damals wirklich an. Seitdem trinke ich mein Bier am liebsten nur noch aus der Teetasse.

Im Film "Besser geht’s nicht" bringt Jack Nicholson doch immer sein Plastikbesteck mit ins Restaurant – genau so mache ich es auch! Wenn ich mit meinen Jungs durch die Kneipen ziehe, habe ich meine Teetasse immer dabei. Ich lasse mir das Bier immer direkt da reinzapfen. Zu meinem letzten Geburtstag haben meine Jungs mir eine Kordel geschenkt, so kann ich die Tasse unterwegs immer um den Hals tragen. Das ist schon ziemlich praktisch. Manchmal kommt es natürlich vor, dass irgendwo spontan ein Bier getrunken wird und ich meine Tasse nicht dabei habe. Dann trinke ich natürlich ausnahmsweise auch mal aus der Dose, aus der Flasche oder aus dem Bierglas. Ich muss allerdings zugeben: Meistens schmeckt es mir dann nicht so gut. Es geht einfach nichts über ein frisches Pils aus der Teetasse. Kann ich nur jedem empfehlen.

Themen in diesem Artikel
Dachüberstand beim Gerätehaus und Mindestabstand Grenze zum Nachbarn
Ich wohne in Baden-Württemberg und plane auf meinem Grundstück einen alten Schuppen durch ein neues Gerätehaus (kein Aufenthaltsraum, keine Feuerstätte im Gebäude!) mit den Grundmaßen 3,50 m x 2,50 m und Firsthöhe von 2,21 m zu ersetzen. Da die neue Anlage etwa 60 cm in einer Geländestufe aufgestellt wird, ist die Wand gegenüber dem Nachbarn tatsächlich nur ca. 1,6 m gegenüber der OK des Gartens hoch. Es soll eine verfahrensfreie Umsetzung in einer Grenzbebauung durchgeführt werden. Auf dem Nachbargrundstück ist eine ca. 3m hohe Thuja Hecke, die geringfügig über die Grenze herüber ragt. Nun hat das geplante Gerätehaus einen umlaufenden Dachüberstand von ca. 20 cm, sodaß die Außenmasse des Fundaments etwa 20 cm von der Grundstücksgrenze entfernt ist. Damit ist sichergestellt, dass der Dachüberstand nicht mit dem Nachbargruzdstück überlappt. Wie sieht es nun entsprechend der LBO Baden-Würtenberg mit der Regelung zum Mindestabstand gegenüber der Grenze des Nachbarn aus? Ich sehe 3 Möglichkeiten: a) es gilt als Grenzbebauung. Die überhängende Thuja-Hecke stört mich nicht. b) es müssen 50 cm Mindestabstand eingehalten werden. c) der Überstand am Gerätehaus an der Grenze zum Nachbarn muss entfernt werden, damit der Aufbau als Grenzbebauung anerkannt wird. PS: Zusammen mit der Länge der Garage des Nachbarn wird eine Grenzbebauung von 9m nicht überschritten. Mit der Bitte um eine Rückmeldung, sodaß ich meinen Plan vernünftig abschließen kann. mfg
Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?