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USA Frauen lernen sich bei der Arbeit kennen – und finden heraus, dass sie Schwestern sind


Cassandra Madison und Julia Tinetti aus Connecticut lernen sich bei der Arbeit kennen und freunden sich direkt an. Sie verstehen sich so gut, dass sie anderen aus Spaß erzählen, sie seien Schwestern – bis herauskommt, dass sie es tatsächlich sind.

Cassandra Madison und Julia Tinetti aus New Haven, Connecticut, lernen sich 2013 bei der Arbeit im Restaurant "The Russian Lady" kennen. Julia spricht Cassandra auf ihr Tattoo an: eine Flagge der Dominikanischen Republik. Es soll sie an ihre Wurzeln erinnern. Julia erzählt Cassandra, dass sie selbst aus dem Land stamme, aber adoptiert sei. Auch Cassandra wurde als Kind adoptiert. So kommen die beiden schnell ins Gespräch, freunden sich an. "Ich fand sie einfach so cool. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, es war ganz natürlich", erzählt Cassandra gegenüber "Goodmorning America".

Aus Kolleginnen werden beste Freundinnen

Bald sind Cassandra und Julia unzertrennlich. Sie ziehen ähnliche Klamotten an und erzählen anderen zum Spaß, sie seien Geschwister. Schnell drängt sich beiden der Verdacht auf, dass sie vielleicht verwandt sein könnten. Da beide aus der Dominikanischen Republik stammen und zur Adoption freigegeben wurden, scheint der Gedanke nicht abwegig. Beim Durchsehen der Adoptionspapiere werden Cassandra und Julia jedoch enttäuscht. Eine Verwandtschaft ist laut der Unterlagen zunächst ausgeschlossen.

"In den Papieren steht, dass wir aus zwei verschiedenen Städten kommen und verschiedenen Nachnamen hatten. Und die Namen unserer Mütter auf unseren Papieren sind unterschiedlich", so Julia bei "Goodmorning America" – ein Irrtum, wie sich später herausstellen soll.

Cassandra macht ihren leiblichen Vater ausfindig

Im Jahr 2018 bekommt Cassandra von ihrer Adoptivmutter einen DNA-Test der Firma 23andMe geschenkt. Bei diesem Test kann man nicht nur sehen, in welchen Ländern die Wurzeln einer Person liegen, man kann auch unter den Getesteten Verwandte ausfindig machen. Cassandra findet einen entfernten Cousin, der ihr die Kontaktdaten ihres leiblichen Vaters, Adriano Luna Collado, gibt.

Kurze Zeit darauf reist Cassandra in die Dominikanische Republik, um die Familie kennenzulernen. Ihre leibliche Mutter Yulianna ist bereits 2015 an einem Herzinfarkt gestorben. Irgendwann fragt Cassandra ihren Vater doch, ob er noch ein weiteres Kind zu Adoption freigegeben habe und er bejaht. Einer ihrer Brüder sei zu dem Zeitpunkt sehr krank gewesen, weshalb die überforderten Eltern zwei ihrer Kinder aufgegeben hätten, so der Vater. "Er sagte: 'Es war einfach eine schwierige Zeit für deine Mutter und mich. Deshalb rede ich nicht gerne darüber. Ich denke nicht gerne darüber nach'", berichtet Cassandra.

Ein DNA-Test gibt Gewissheit

Schnell machen die beiden Frauen einen DNA-Test und Ende Januar 2021 haben sie die Gewissheit: Sie sind biologische Geschwister, haben dieselbe Mutter und denselben Vater. Und nicht nur das: Mittlerweile wissen die Schwestern, dass sie noch sieben weitere Geschwister haben, die aber in der Dominkanischen Republik bei ihren Eltern aufgewachsen sind.

Ihre Nachforschungen haben ergeben, dass es in Julias Adoptionspapieren zu einer Verwechslung gekommen sein muss. "Wir verarbeiten immer noch das Ausmaß der Situation", sagte sie. "Das ist die Art von Geschichten, die man eigentlich im Fernsehen sieht."

Quellen: Goodmorning America, Facebook

yak

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